OB-Wahl 2020

CSU: Zurück zur Gemütlichkeit - OB-Kandidatin Kristina Frank präsentiert Wahlkampf-Slogan

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OB-Kandidatin Kristina Frank will das „typisch Münchnerische erhalten“, aber die Stadt auch modernisieren.

Die CSU hat ihre Kampagnenlinie für die Kommunalwahl 2020 vorgestellt. Ihr Slogan: „Wieder München werden.“ OB-Kandidatin Kristina Frank will München modernisieren, aber auch zurück zur Gemütlichkeit führen.

München - Die Lokalität ist bewusst gewählt. „Ein besonderer Ort“, sagt Kristina Frank vor versammelter Presse in der Gaststätte Großmarkthalle. „Das Leben in München ist ja nicht nur Hochglanz und Glockenbachviertel.“ CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle eröffnet die Pressekonferenz fast schon philosophisch: „Hier ist München bei sich.“ Im traditionellen Sinne – und auch, was die Integrationskraft und das Herz der Stadt betrifft, wie er betont. Im Großmarkt arbeiten schließlich viele ausländische Bürger. Er ist die Schlagader für die Lebensmittelversorgung der Stadt. Oder, wie es auch heißt: der Bauch von München.

OB-Kandidatin Kristina Frank will den Spagat zwischen Tradition und Zukunft bewältigen

Als Kommunalreferentin ist Frank für die Immobilie zuständig. An diesem Mittwochmorgen also enthüllt die CSU im urigen Gasthaus ihren Slogan für die Wahlkampf-Kampagne: „Wieder München werden.“ Ein Spruch, der nicht nur als politisches Leitbild, sondern auch als Angriff auf die SPD verstanden werden kann. Immerhin werben die Sozialdemokraten seit Jahren mit dem Slogan „Die München-Partei“. Ein Anspruch, den die Genossen nach Auffassung Spaenles nicht mehr erfüllen. Die SPD sei als Großpartei implodiert und habe ihre politische Identität aufgegeben, sagt der CSU-Bezirkschef: „Wir sind die München-Partei.“

OB-Kandidatin Frank und Bürgermeister Manuel Pretzl widmen sich danach der CSU-Wahlkampf-Strategie. Auf der Leinwand sieht man Bürger, die sagen, was ihnen in der Stadt alles nicht mehr so gut gefällt: die katastrophale Parkplatz-Situation, die fehlende Herzlichkeit, die zunehmenden Spannungen, die Aggressivität im Straßenverkehr, die teuren Mieten. Oder, wie ein Mann zusammenfasst: „Die Stadt erstickt am Boom.“ Pretzl erklärt unterdessen: „Sie sehen, das ist kein Wohlfühl-Trailer.“

Wohin also will die CSU? Frank sagt, es gehe darum, ein Leitbild für die Stadt zu entwickeln, „das typisch Münchnerische zu erhalten“. Aber auch darum, eine Debatte zu entfachen, „was die Stadt ist und was sie sein will“, wie Pretzl sagt. Dabei wolle man allerdings „nicht nostalgisch“ sein und den Spagat zwischen Tradition und Zukunft bewältigen, betont Frank. Frei nach Edmund Stoibers von ihr ins Feminine abgewandeltem Wahlspruch: „Dirndl und Digitalisierung.“ Was ja das Gleiche ist wie Laptop und Lederhose. Frank will München einerseits die „Gemütlichkeit zurückgeben“, zugleich aber mit neuen U-Bahnen und anspruchsvoller Architektur modernisieren – „achtsam“ eben. Denn: „München ist auf dem Weg zu einer gesichtslosen und austauschbaren Stadt“, findet die 38-Jährige. Man könnte hier einwenden, dass die CSU seit fünf Jahren in der Stadtregierung sitzt. Aber es ist ja Wahlkampf.

Münchner Freizügigkeit: Nacktbaden gehört zur Stadt – und ist von der CSU als Motiv entdeckt worden.

Frank arbeitet unterdessen auch digital, um Werbung in eigener Sache zu machen. Ihr „Bike Talk“ mit verschiedenen Persönlichkeiten der Münchner Stadtgesellschaft ist als Podcast in den sozialen Medien abrufbar. Damit habe sie schon 320.000 Menschen erreicht, berichtet sie. „So viele Hände kann ich gar nicht schütteln.“

Natürlich will die OB-Kandidatin der CSU den Bürgern auch noch in der realen Welt in die Augen sehen. Am 31. Oktober startet sie zusammen mit Pretzl ihre Stadtviertel-Tour – in Giesing. Der Slogan, na klar: „Wieder Giesing werden“. Dazu hat Frank angekündigt, als echtes Münchner Kindl original Münchner-Kindl-Senf mitzubringen. Inklusive angeheftetem Notizzettel für die Bürger mit der Aufforderung: „Gib Deinen Senf dazu.“

All dies klingt schon ein bisschen nach gebremstem Wachstum, und man könnte fast den Eindruck haben, dass die CSU ja dann auch das Bürgerbegehren gegen maßlose Nachverdichtung unterstützen könnte. Dem ist aber nicht so. Pretzl: „Das werden wir nicht tun. Das Bürgerbegehren ist zu populistisch und kurz gesprungen.“

Alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in Bayern finden Sie hier. Wann ist Stichwahl? Was sind die Fristen? Wer ist wahlberechtigt? Wie sieht der Stimmzettel aus?

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