Obama besucht Afghanistan - Mehrere Tote bei Anschlag

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US-Präsident Barack Obama begrüßt am Dienstag Soldaten auf dem afghanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram.

Bagram - US-Präsident ist am Dienstag zu einem unangekündigtem Blitzbesuch in Afghanistan eingetroffen. Wenige Stunden nach seiner Abreise wurden in der Hauptstadt Kabul mehrere Menschen bei einem Anschlag getötet.

Ein Jahr nach der Tötung von Terrorchef Osama bin Laden hat US-Präsident Barack Obama bei einem symbolträchtigen Afghanistan-Besuch die Endphase des Krieges angekündigt. Nach verlustreichen Jahren sei das Ziel, das Terrornetzwerk Al-Kaida zu besiegen, nun in greifbare Nähe gerückt, sagte Obama am frühen Mittwochmorgen in einer Rede, die im US-Fernsehen zur besten Sendezeit live übertragen wurde. “Wir können das Licht eines neuen Tages am Horizont sehen“, sagte der Präsident auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram: “Unser Ziel ist es, die Al-Kaida zerstören, und wir sind auf dem Weg, genau das zu tun.“

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Wenige Stunden nach Obamas Abreise wurden in der Hauptstadt Kabul mindestens sechs Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, zündete der Täter an einer der wichtigsten Durchgangsstraßen eine Autobombe. Dabei seien vier Zivilpersonen in einem Auto sowie ein Passant und ein Wachmann eines nahegelegenen Gebäudes getötet worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. In dem Gebiet im Osten der Stadt waren mehrere Explosionen und Schüsse in der Nähe einer Unterkunft ausländischer Arbeiter zu hören.

Obama und Karsai unterzeichnen Partnerschaftsabkommen

Obama war am Dienstag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen unangekündigt in Afghanistan eingetroffen. In Kabul unterzeichneten er und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai ein strategisches Partnerschaftsabkommen, das die Rolle der Vereinigten Staaten in dem Land nach dem für 2014 geplanten Abzug der US-Truppen festschreibt. Der siebenstündige Aufenthalt Obamas war bis zuletzt streng geheim gehalten worden.

Mit Blick auf die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 sagte der US-Präsident, nach einem Jahrzehnt der Konflikte im Ausland sei es nun an der Zeit für eine Erneuerung Amerikas. Unmittelbar nach der knapp 15-minütigen Rede trat Obama den Rückflug nach Washington

Karsai spricht von “gleichwertiger Partnerschaft“

Obama erklärte, der Sicherheitspakt lege die Rahmenbedingungen für die amerikanisch-afghanischen Beziehungen nach dem Truppenabzug 2014 fest. Die Kosten des Krieges seien hoch gewesen, doch die Vereinbarung über die strategische Partnerschaft ebne den Weg für eine friedliche Zukunft. Karsai sagte, der Pakt besiegele eine “gleichwertige Partnerschaft“ zwischen beiden Ländern.

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Mit der Vereinbarung sind die USA nicht zu einer bestimmten Truppenstärke vor Ort oder der Höhe von Finanzhilfen verpflichtet. Sie sieht aber vor, dass die USA nach 2014 Soldaten im Land belassen dürfen - zur weiteren Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und für Operationen gegen die Al-Kaida.

US-Regierungsvertreter hatten erklärt, bis zu 20.000 Soldaten würden nach 2014 in Afghanistan bleiben, aber das müsse noch verhandelt werden. Das Weiße Haus hatte zugesagt, den US-Kongress jedes Jahr um finanzielle Unterstützung für Afghanistan zu ersuchen.

Wahlkampf in Afghanistan

Die mitreisenden Journalisten waren wegen möglicher Taliban-Anschläge zu Stillschweigen verpflichtet, bis Obama sicher mit dem Hubschrauber in der Hauptstadt Kabul eingetroffen war. Seine Fernsehansprache fiel auf den Tag, an dem im vergangenen Jahr eine US-Spezialeinheit in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad den lang gesuchten Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Bin Laden, tötete.

Der unangekündigte Besuch hatte eine hohe symbolische Bedeutung für Obama, der für eine zweite Amtszeit kandidiert. Das Weiße Haus hoffte damit eine positive Botschaft zu vermitteln: Der oberste Kriegsherr der Vereinigten Staaten zieht den Schlussstrich unter den Krieg in Afghanistan, sagt dem afghanischen Volk aber zu - und zwar vor Ort -, es nicht im Stich zu lassen. Obamas republikanischer Rivale Mitt Romney warf dem Präsidenten vor, die Tötung Bin Ladens für den Wahlkampf zu missbrauchen.

Von Ben Feller

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