Mikl-Leitner geht

Er wird Österreichs neuer Innenminister

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Wolfgang Sobotka folgt aus Johanna Mikl-Leitner auf den POsten des österreichischen Innenministers.

Wien - Nach ihren resoluten Auftritten in der Flüchtlingskrise wechselt Österreichs Innenministerin Johann Mikl-Leitner in die Landespolitik. Der Nachfolger im Amt steht bereits fest.

Die konservative Volkspartei ÖVP teilte am Sonntagabend mit, dass Mikl-Leitner und der bisherige niederösterreichische Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka ihre Positionen wechseln. Ein Kurswechsel der restriktiven Flüchtlingspolitik wird mit der Personalrochade nicht erwartet.

Die 52-jährige Mikl-Leitner soll auf Wunsch des niederösterreichischen Landeshauptmannes (Ministerpräsidenten) Erwin Pröll zu dessen Nachfolgerin aufgebaut werden. Der 69-jährige Pröll gilt als einer der mächtigsten Politiker der ÖVP. Der Zeitpunkt des Wechsels kurz vor der Bundespräsidentenwahl am 24. April hatte innerhalb der Partei nach Medienberichten für Verwunderung gesorgt.

„In einigen Tagen habe ich den schwierigsten Job der Republik hinter mir und die schönste Aufgabe vor mir“, sagte Mikl-Leitner. Parteichef Reinhold Mitterlehner hätte die Ministerin nach eigenen Aussagen gerne noch länger in Wien gehalten. Mikl-Leitner hatte sich in den vergangenen Monaten als Verfechterin einer restriktiven Flüchtlingspolitik europaweit einen Namen gemacht.

Sobotka: Vom Musiklehrer zum Innenminister

Auf Bundesebene ist Österreichs neuer Innenminister ein unbeschriebenes Blatt: Politisch unerfahren ist Wolfgang Sobotka (60) aber keineswegs. 30 Jahre war der konservative ÖVP-Politiker in seiner Heimat Niederösterreich auf kommunal- und landespolitischer Ebene tätig. Zuletzt als Finanzminister und Stellvertreter des Landeshauptmannes (Ministerpräsident) Erwin Pröll. Nach einem Musik- und Geschichtsstudium hat Sobotka zunächst als Musiklehrer gearbeitet. Dirigieren ist sein Hobby.

Lange war er als Nachfolger des mächtigen Pröll in Niederösterreich gehandelt worden. Für diesen Posten soll nun seine Vorgängerin im Wiener Ministerium, Johanna Mikl-Leitner, aufgebaut werden. Kritiker meinen, dass Sobotka wenig ressortspezifisches Wissen mitbringe.

Negative Schlagzeilen machte er, als er Gelder, die für lokale Wohnbauzwecke vorgesehen waren, auf den Finanzmärkten anlegte. Die Korruptions- und Wirtschaftsstaatsanwaltschaft stellte später ein Verfahren in diesem Fall ein. Sobotka ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.

dpa

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