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Oettingers anstößige Rede: Immer wieder Sprachprobleme

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Von: Barbara Wimmer

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Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hat mit seinen abfälligen Äußerungen für Aufruhr gesorgt. Nicht der erste Vorfall diesere Art. Darf so ein Mann EU-Haushaltskommissar werden? tz-Redakteurin Barbara Wimmer kommentiert.

Ach, hätte unser Mann in der EU-Kommission seine Rede nur in seinem verqueren Denglisch gehalten – dann hätte ihn niemand verstanden! So aber sind Günther Oettingers abfällige Bemerkungen über Chinesen, Frauen und homosexuelle Partnerschaften, die er vor Hamburger Unternehmern absonderte, auf dem mitgeschnittenen Video leider deutlich zu vernehmen. 

Es entschuldigt den Politiker, der sich offenbar als Comedian sieht, nicht im mindesten, dass aus dem hanseatischen Publikum Herrengelächter ertönte. Fast fühlt man sich an Donald Trumps „Gespräche in der Umkleidekabine“ erinnert. 

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident stimmt oft nicht mit der Einschätzung der Gesellschaft überein, ignoriert auch historische Wahrheiten. Deutlich zeigte sich das dies 2007 bei seiner berüchtigten Trauerrede für Hans Filbinger. Er wusch den früheren NS-Marinerichter von jeder Schuld rein – ein Aufruhr war die Folge. 

Nur widerwillig und nach einer Mahnung von Kanzlerin Angela Merkel nahm Oettinger damals seine Worte zurück. Trotz der Sprachprobleme auf mehreren Ebenen schickte Merkel den Stuttgarter nach Brüssel, wo er von einem Kommissionsposten in den nächsten fällt. 

Darf dieser Mann, der Chinesen öffentlich als „Schlitzaugen“ bezeichnet, wirklich EU-Haushaltskommissar werden? Wie will er „auch unsere Werte“ exportieren, wenn er sich doch über sie lustig macht? Wir nehmen die Gleichstellung von Frauen und Homosexuellen ernst und lehnen Rassismus ab: Oettinger ist kein Vertreter der Deutschen in Brüssel, sondern nur peinlich.

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