1. tz
  2. Politik

Putins und Selenskyjs Berater mit Verhandlungs-Wende - Russland soll Phosphorbomben eingesetzt haben

Erstellt:

Von: Kathrin Reikowski, Franziska Schwarz

Kommentare

Der ukrainische Präsident Selenskyj nennt neue Zahlen zu getöteten Soldaten. Die ukrainische Seite meldet außerdem eine neue Verschleppung. Der News-Ticker.

Update, 13. März, 19.27 Uhr: Der Stromausfall in der von russischen Truppen eingenommenen Atomruine von Tschernobyl ist nach ukrainischen Angaben behoben. Dies teilte der ukrainische Energieminister German Galuschtschenko am Sonntag mit. Unter Einsatz ihres Lebens hätten ukrainische Spezialisten das „Risiko einer möglichen nuklearen Katastrophe, die ganz Europa bedroht hätte“ abgewendet. Die Kühlsysteme könnten nun wieder normal funktionieren und nicht mehr nur dank Notstromaggregaten.

Ukraine-Krieg: Offenbar nächste Evakuierung in Mariupol gescheitert

Update, 13. März, 18.51 Uhr: Die Evakuierungen aus den Kriegsgebieten bleibt im Ukraine-Krieg ein schwieriges Unterfangen. In der Südukraine ist nach Angaben aus Kiew erneut ein Versuch gescheitert, Menschen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. „Es ist nicht gelungen, Mariupol zu erreichen“, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntag dem Portal „strana.news“. Der Konvoi sei in der Stadt Berdjansk geblieben, weil es Luftangriffe auf Mariupol gegeben habe. „Aber morgen früh versuchen wir es nochmal“, kündigte Wereschtschuk an.

Bisher war noch kein Versuch erfolgreich, Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt am Asowschen Meer zu transportieren und Einwohner herauszuholen. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Eliminierung von 180 ausländischen Söldnern

Update, 13. März, 18.07 Uhr: Bei dem russischen Luftangriff auf einen ukrainischen Militärstützpunkt nahe der Grenze zu Polen sind nach Angaben aus Moskau zahlreiche „ausländische Söldner“ getötet worden. Bei dem Einsatz in der „Ortschaft Staritschi und dem Militärstützpunkt Jaworiw“ im Westen der Ukraine seien in der Nacht zum Sonntag „bis zu 180 ausländische Söldner und ein großes Versteck ausländischer Waffen eliminiert“ worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Ein Zentrum zur Ausbildung ausländischer Kämpfer sowie ein Lager für aus dem Ausland an die Ukraine gelieferten Waffen und militärischem Material sei zerstört worden, führte Konaschenkow aus. Die russische Armee habe dafür „Waffen mit hoher Präzision und Reichweite“ genutzt, sagte der Ministeriumssprecher, ohne Details zu nennen. „Die Eliminierung ausländischer Söldner, die in der Ukraine ankommen, wird fortgesetzt“, fügte Konaschenkow hinzu.

Ukraine-Krieg: Selenskyj zeigt sich öffentlichkeitswirksam in Kiew

Update, 13. März, 17.22 Uhr: Erstmals seit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sichtbar für die Öffentlichkeit seinen Amtssitz verlassen und Verwundete in einem Militärkrankenhaus besucht. Dabei verlieh der Staatschef den Soldaten Orden und ließ Fotos mit sich machen. „Werdet gesund. Ich wünsche euch Kraft. Ihr seid Prachtkerle!“, sagte Selenskyj in dem am Sonntag in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video zu den Patienten.

Bisher hatte Selenskyj nur Fotos und Videos geteilt, die ihn in seinem Büro oder vor dem Amtssitz zeigen. In russischen Medien waren daher immer wieder Spekulationen laut geworden, dass sich der 44-Jährige nicht in der Hauptstadt Kiew befindet.

Ukraine-Krieg: Schreckliche Vermutung - Russland soll Phosphorbomben auf Stadt gefeuert haben

Update, 13. März, 17.00 Uhr: Im Ukraine-Krieg bleibt der Osten des Landes ein hart umkämpfter Brennpunkt. Den rund einhundert Kilometer westlich von Luhansk gelegenen Ort Popsana soll es dabei aktuell besonders schlimm getroffen haben. Bilder zeigen Angriffe der russischen Armee auf den Ort aus der Nacht. Derweil nährt sich von dort ein schrecklicher Verdacht. Laut dem örtlichen Polizeichef Oleksij Bilotschyzky habe es „unbeschreibliches Leid und Brände“ gegeben. Grund dafür: Offenbar Phosphorbomben.

Phosphorbomben bestehen laut chemie.de aus einem Gemisch aus weißem Phosphor und Kautschuk. Sie entzünden sich allein durch den Kontakt mit Sauerstoff, verursachen bis zu tausend Grad heiße Flammen und Rauch. Weißer Phosphor und seine Dämpfe sind für den Menschen hochgiftig. Bereits die direkte Aufnahme von geringen Mengen ist tödlich.

Emine Dzheppar, stellvertretende Ministerin für auswärtige Angelegenheiten in der Ukraine, veröffentlichte auf ihrem Twitter-Kanal ein Foto von den Angriffen auf Popasna. Dazu schreibt sie: „Die Eindringlinge setzten Phosphorbomben ein. Wenn es explodiert, verteilt es eine Substanz mit einer Verbrennungstemperatur von mehr als 800 Grad.“ Den Einsatz verurteilt Dzheppar scharf: „Die Verwendung ist nach internationalem Recht verboten“. Erst kürzlich warfen Russland und die USA sich gegenseitig vor, an Biowaffen zu arbeiten. Was ist dran an den Vorwürfen? Das lesen Sie im Faktencheck zum Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Nach russischen Angriffen nahe der Nato-Grenze betont USA: „Werden jeden Zentimeter Nato-Gebiet verteidigen“

Update, 13. März, 16.33 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat es zuletzt auch russische Raketenangriffe nahe der polnischen Grenze gegeben. Das US-Verteidigungsministerium hat deshalb nochmals betont, dass die Vereinigten Staaten und die Bündnispartner das Gebiet der Nato-Staaten im Angriffsfall verteidigen werden. „Ein bewaffneter Angriff gegen einen wird wie ein bewaffneter Angriff auf alle bewertet“, sagte Sprecher John Kirby am Sonntag dem TV-Sender ABC mit Blick auf die Beistandspflicht der Nato-Partner. Dies sei auch der Grund, wieso die US- und Nato-Streitkräfte ihre Präsenz an der östlichen Grenze des Bündnisgebiets verstärkten, sagte er.

„Und wir haben es gegenüber Russland sehr klar gemacht, dass Nato-Gebiet verteidigt werden wird, nicht nur durch die Vereinigten Staaten, sondern auch durch unsere Verbündeten“, sagte Kirby. Er verwies darauf, dass es eine bestehende Leitung zum russischen Verteidigungsministerium gebe, um direkte Konflikte zu vermeiden. Auch US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan betonte am Sonntag im Gespräch mit dem Sender NBC, dass die USA „jeden Zentimeter des Nato-Gebiets verteidigen werden“. Das US-Militär werde aber nicht direkt in der Ukraine eingreifen, um eine Konfrontation mit Russland zu vermeiden, sagte er.

Ukraine-Krieg-News: Traurige Zahlen aus Mariupol - seit Kriegsbeginn laut Verwaltung mehr als 2100 Einwohner getötet

Update, 13. März, 16.15 Uhr: Dramatische Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: In der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach Angaben der Stadtverwaltung seit Beginn der russischen Offensive bereits mehr als 2100 Einwohner getötet worden. Die russischen „Besatzer greifen zynisch und absichtlich Wohngebäude und dicht bevölkerte Gebiete an und zerstören Kinderkrankenhäuser und städtische Einrichtungen“, erklärte die Stadtverwaltung am Sonntag im Internetdienst Telegram. Bis Sonntag seien bei russischen Angriffen 2187 Einwohner von Mariupol getötet worden.

Ukraine-Krieg: Wende in Verhandlungen? Russland und Ukraine sehen Fortschritte - und erwarten bald Ergebnisse

Update, 13. März, 15.21 Uhr: Im Ukraine-Krieg gibt es offenbar Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Mychailo Podoljak, Berater des Ukraine-Präsidenten Selensky, erklärte nun in einem Video, dass die Verhandlungen konstruktiver werden würden, als bisher. Russland habe begriffen, dass die ukrainische Seite sich nicht auf Zugeständnisse einlasse. Erste Ergebnisse könnte es demnach in den nächsten Tagen geben. Die russische Seite bestätigte das. Kreml-Verhandler Leonid Sluzki gab laut der Nachrichtenagentur RIA an, beide Seiten könnten bald zu einer gemeinsamen Position kommen.

Ein Bild von den Verhandlungen beider Parteien zum Ukraine-Krieg am 7. März. Ukraine-Berater Podoljak (4.v.l.) und Russland-Unterhändler Slutsky (4.v.r.) sehen nun klare Fortschritte.
Ein Bild von den Verhandlungen beider Parteien zum Ukraine-Krieg am 7. März. Ukraine-Berater Podoljak (4.v.l.) und Russland-Unterhändler Slutsky (4.v.r.) sehen nun klare Fortschritte. © picture alliance/dpa/BelTA/AP | Uncredited

Erst am Vortag hatte Bundeskanzler Olaf Scholz gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein Telefonat mit Putin geführt. Derweil mischt sich auch Ex-US-Präsident Donald Trump mit einem irren Atomwaffen-Vorschlag in die Kriegs-Diskussion ein.

Update, 13. März, 15.05 Uhr: Tragischer Moment im Ukraine-Krieg. Bei den Kämpfen wurde ein US-Journalist getötet.

Ukraine-Krieg: Tausende Einwohner protestieren in Cherson gegen Putins Besatzungstruppen

Update, 13. März, 14.19 Uhr: Die Gegenwehr im Ukraine-Krieg gegen die russische Invasion ist auch in der zivilen Bevölkerung groß. In der eroberten südukrainischen Großstadt Cherson haben örtlichen Medien zufolge Tausende Einwohner gegen die russische Besatzung demonstriert. Die Zeitung „Ukrajinska Prwada“ veröffentlichte am Sonntag Fotos und Videos, die zahlreiche Menschen mit ukrainischen Fahnen im Zentrum der Stadt mit rund 300 000 Einwohnern zeigten. In Sprechchören forderten sie den Abzug der russischen Truppen. Die Menge rief „Nach Hause!“ und „Cherson ist ukrainisch“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor gewarnt, Russland bereite ein Pseudo-Referendum über die Errichtung einer moskaufreundlichen „Volksrepublik Cherson“ vor. Das Muster würde den mittlerweile von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebieten in der Ostukraine ähneln.

Derweil drohen in Russland satte Strafen auf Gegenwehr gegen den Krieg. Ein russischer Pilot widersetzte sich Putins Gesetz - und muss mit einer heftigen Bestrafung rechnen.

Ukraine-Krieg: Polens Präsident sieht Chemiewaffen-Einsatz als „gefährlichen Wendepunkt“

Update, 13. März, 14.11 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda hat einen russischen Chemiewaffeneinsatz in der Ukraine als gefährlichen „Wendepunkt“ bezeichnet. Ein solcher Einsatz würde die Lage komplett ändern, sagte Duda in einem am Sonntag von seinem Büro veröffentlichten Interview mit dem BBC-Fernsehen. In diesem Fall müssten die Nato-Staaten ihre weiteren Schritte ernsthaft überdenken, „denn dann wird es gefährlich, nicht nur für Europa, nicht nur für unseren Teil Europas, sondern für die ganze Welt“.

Nach Dudas Worten hat Kreml-Chef Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine „politisch“ bereits verloren. Auch unter militärischen Gesichtspunkten sei er „nicht mehr in der Lage, ihn zu gewinnen“. In einer für ihn so schwierigen Situation sei der russische Präsident aber zu allem fähig, warnte Duda.

Ukraine-Krieg: Kiew bereitet sich auf mögliche Blockade vor

Update vom 13. März, 12.55 Uhr: Kiew bereitet sich auf eine mögliche Blockade durch Putins Truppen vor. Es seien Lebensmittelvorräte angelegt worden, um die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt zwei Wochen lang zu versorgen. Das teilte Stadtverwaltungs-Vizechef Walentyn Mondryjiwskyj heute online mit.

„Diese zwei Millionen Kiewer, die ihre Häuser nicht verlassen haben, werden nicht allein gelassen“, sagte er. Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zuletzt mitgeteilt, dass sich noch weniger als zwei Millionen Menschen in der Metropole aufhielten: „Jeder zweite Kiewer hat die Stadt verlassen.“

Nordwestlich und östlich von Kiew gibt es nach übereinstimmenden Agenturberichten schwere Gefechte mit russischen Truppen. Es wird eine Einkesselung in den nächsten Tagen befürchtet.

Ukraine-Krieg: Behörden: Erneut Bürgermeister in Ukraine von Russen verschleppt

Update vom 13. März, 11.03 Uhr: Zuerst meldete die ukrainische Seite die Entführung des Bürgermeisters von Melitopol. Nun soll es erneut eine Verschleppung durch die Putin-Truppen gegeben haben. Diesmal im 20.000-Einwohner-Ort Dniprorudne im Süden des Landes.

„Kriegsverbrechen werden immer systematischer“, schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Olexander Staruch, heute bei Facebook. „Der Bürgermeister von Dniprorudne, Jewhenij Matwjejew, wurde entführt.“

Beobachter schließen nicht aus, dass Russland unter dem Vorwand einer „Entnazifizierung“ der Ukraine auch in anderen eroberten Gebieten die Verwaltung auswechselt. Der Kreml behauptet, in Kiew hätten „Nazis“ das Sagen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jüdische Wurzeln. In der von russischen Truppen besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine soll nach ukrainischen Angaben der Bürgermeister Iwan Fedorow entführt worden sein. 

Ukraine-Krieg: Kiew meldet neun Tote und 57 Verletzte bei Kriegsangriff auf Lwiw (Lemberg)

Update vom 13. März, 9.48 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf einen Militärstützpunkt bei Lemberg (Lwiw) sind nach ukrainischen Angaben neun Menschen getötet und 57 weitere verletzt worden. Dort hätten auch „ausländische Ausbilder“ gearbeitet, twitterte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow heute.

Der Militärübungsplatz liegt nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt (zuvor berichteten Nachrichtenagenturen von 40 Kilometern Abstand - siehe heutiges Update von 8.45 Uhr).

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von 12.000 getöteten russischen Soldaten

Update vom 13. März, 9.15 Uhr: Die Angaben lassen sich - wie stets in kriegerischen Konflikten - nicht unabhängig prüfen. Wolodymyr Selenskyj* zufolge wurden im Ukraine-Krieg bis heute bereits etwa 12.000 russische Soldaten getötet. Die Regierung von Wladimir Putin hingegen bezifferte ihre Anzahl in der vergangenen Woche aus knapp 500 getöteten Soldaten.

Die USA unter Präsident Joe Biden* gehen von 2000 bis 4000 Toten auf russischer Seite aus. Auf ukrainischer Seite starben laut Selenskyj rund 1300 Soldaten.

Selenskyj weiter: „Dies ist der größte Schlag für die russische Armee seit Jahrzehnten“, sagte Selenskyj in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Nirgendwo hat sie innerhalb so weniger Tage mehr verloren“, sagte Selenskyj am 17. Tag des Krieges. „Unsere Streitkräfte tun alles, um dem Feind jede Lust an einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu nehmen. Die Verluste der russischen Truppen sind kolossal.“

Wolodymyr Selenskyj
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj © -/Office of the President of Ukraine/dpa/Archivbild

Ukraine-Krieg-News: Lemberg nahe Polen meldet Luftangriff durch Putin-Armee

Update am 13. März, 08.45 Uhr: Rund 40 Kilometer nordwestlich von der westukrainischen Stadt Lwiw schlugen der regionalen Militärverwaltung zufolge acht Raketen im „Zentrum für Internationale Friedenssicherung und Sicherheit“ ein. Dort sind unter anderem ein Militärausbildungszentrum und ein Truppenübungsplatz angesiedelt. Das waren die ersten Detonationen und Explosionen nahe Lwiw seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Die dpa berichtet, dass es in der Stadt selbst keine Einschläge gegeben hätte.

Die Explosion sei auch in Polen zu hören gewesen sein, da das beschossene Gelände nur rund 80 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt liegt, so berichtet eine Reporterin der dpa.

Aus dem westukrainischen Iwano-Frankiwsk meldet der Bürgermeister einen Angriff auf den Flughafen seiner Stadt. Auf Facebook schreibt Ruslan Marzinkiw, nach "vorläufigen Informationen" hätte es einen solchen Angriff gegeben.

Ukraine-Krieg: Nato warnt vor Einsatz von Chemiewaffen von russischer Seite

Update vom 13. März, 08.21 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt mit Blick Richtung Russland vor einem Angriff mit Chemiewaffen in der Ukraine. In den vergangenen Tagen habe man absurde Behauptungen über chemische und biologische Waffenlabore gehört, so Stoltenberg gegenüber der Welt am Sonntag. „Der Kreml erfindet falsche Vorwände bei dem Versuch, zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist“. Weiter mahnt Stoltenberg zu Wachsamkeit und möglicher „Kriegsverbrechen“ Russlands, sollte es zum Einsatz solcher Waffen kommen: „Nachdem diese falschen Behauptungen nun aufgestellt wurden, müssen wir wachsam bleiben, weil es möglich ist, dass Russland selbst Einsätze mit chemischen Waffen unter diesem Lügengebilde planen könnte.“

Auf den Krieg in der Ukraine blickt Stoltenberg mit wachsender Sorge und voll Betroffenheit angesichts der steigenden Zahlen ziviler Opfer in dieser „sinnlosen Zerstörung“. Er sagt: „Die Menschen in der Ukraine widersetzen sich der Invasion mit Mut und Entschiedenheit, aber die kommenden Tage werden wahrscheinlich noch größere Not bringen“. Stoltenberg appelliert erneut an Wladimir Putin: „Beenden Sie diesen Krieg, ziehen Sie alle Kräfte zurück und bekennen Sie sich zur Diplomatie.“

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj droht möglichen Kollaboratueren auf russischer Seite

Update vom 13. März, 6.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj droht möglichen Kollaborateuren Russlands in der Ukraine. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft.

„Das Urteil lautet, mehr als 12 000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte.“ Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12 000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien.

Präsident Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj © -/Ukrinform/dpa

Ukraine-Krieg-News: Evakuierungsversuch aus Mariupol scheitert - Schröder zu Gast bei Putin

Erstmeldung vom 12. März: Kiew/Moskau - Der Ukraine steht eine weitere schwere Nacht bevor. Nach heftigen Kämpfen um die Stadt Mariupol sowie zahlreiche Städte im Süden der Ukraine, ist besonders die Hauptstadt Kiew im eskalierten Ukraine-Konflikt erneut unter Druck. Nach Angaben des ukrainischen Präsidentenberaters Mychailo Podoljak befindet sich Kiew im „Belagerungszustand“.

Nachrichtenagenturen berichten von schweren Luftangriffen auf die Vorstädte im Nordwesten Kiews. Inzwischen rückten Panzer aus Russland* zudem von Nordosten her immer rascher auf Kiew vor. AFP-Reporter berichteten am Samstag von dichten Rauchwolken über den nordöstlichen Vororten Kiews. Mehrere Busse hätten Menschen aus den Vororten in die Hauptstadt gebracht. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sagte am Samstag, die Lebensmittel- und Medikamentenvorräte der Stadt würden aufgestockt.

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von 12.000 getöteten russischen Soldaten

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 12.000 russische Soldaten getötet. Moskau hatte in der vergangenen Woche von knapp 500 getöteten Soldaten gesprochen. Die USA gehen von 2000 bis 4000 Toten auf russischer Seite aus. Auf ukrainischer Seite starben laut Selenskyj rund 1300 Soldaten. Auch für diese Angaben gibt es keine unabhängigen Bestätigungen.

Mariupol
Ein Panzer der russischen Armee hat in Mariupol auf ein Wohnhaus geschossen. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Krieg in der Ukraine aktuell: Diplomatische Bemühungen gehen weiter - Schröder „mehrere Stunden“ bei Putin

Mehrere Stunden soll Altkanzler Gerhard Schröder am Donnerstagabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen haben*. Das will die Bild von einer „Person, die detaillierte Einblicke hat“, erfahren haben. Demnach soll Schröder am Freitagabend noch einen mehrstündigen Gesprächstermin mit einem der engsten Berater Putins gehabt haben und für Samstag oder Sonntag mit einer ukrainischen Delegation Gespräche in Istanbul geplant haben.

Am Samstag hatten Olaf Scholz (SPD) und Emmanuel Macron mit Wladimir Putin telefoniert und ihn zu einem „sofortigen Waffenstillstand“ gedrängt, aber kein Ergebnis erzielt. Unterdessen berichten aber sowohl Kiew als auch Moskau, dass Verhandlungen im Onlineformat täglich stattfinden würden. Als neutralen Gesprächsort für ein mögliches direktes Gespräch mit Wladimir Putin schlug Wolodimir Selenskyj am Samstagabend Israel vor. Dazu müsse es aber eine Feuerpause geben. (kat/dpa/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare