Ostermärsche gegen Krieg und Gewalt

+
Teilnehmer eines Ostermarsches stehen in Frankfurt am Main bei der Abschlusskundgebung auf dem Römerberg (Archivfoto)

Berlin - Mit verhaltener Beteiligung haben die traditionellen Ostermärsche in Deutschland begonnen. Am Karsamstag erreichen diese ihren Höhepunkt - in vielen Städten kommt es zu Veranstaltungen.

Mit verhaltener Beteiligung haben die traditionellen Ostermärsche in Deutschland begonnen. Zum Auftakt forderten am Donnerstagabend in Erfurt einige Dutzend Teilnehmer einer Kundgebung eine Welt ohne Militär. Am Karfreitag versammelten sich in Chemnitz rund 200 Menschen, wie Willi van Oyen von der bundesweiten Infostelle Ostermarsch in Frankfurt am Main sagte. “Dort war vor allem die Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Neofaschismus Thema“, sagte van Oyen. Auch im hessischen Bruchköbel nahmen etwa 200 Menschen am Ostermarsch teil.

In Dortmund versammelten sich rund 2000 Menschen im Rombergpark, um an die Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener am Ende des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. Die Veranstaltung werde von der Stadt Dortmund mitorganisiert, erklärte van Oyen.

Die Organisatoren der Ostermärsche fordern unter anderem, Kriege und Kriegsvorbereitungen zu stoppen und Militärausgaben drastisch zu kürzen. “Aus Anlass der Auseinandersetzungen über das jüngste Gedicht von Günter Grass erneuern wir unsere Sorge über die politische Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten“, sagte Willi van Oyen laut einer Mitteilung vom Freitag. Krieg und Militarisierung könnten nirgendwo auf der Welt Probleme lösen.

Die bundesweiten Ostermärsche gegen Krieg und Gewalt erreichen am Karsamstag ihren Höhepunkt. In ganz Deutschland finden Demonstrationen, Kundgebungen, ökumenische Friedensgottesdienste, Fahrradtouren, Wanderungen und Friedensfeste statt - rund die Hälfte der insgesamt etwa 80 geplanten Veranstaltungen, teilte das Netzwerk Friedenskooperative am Karfreitag in Bonn mit. Bereits am Karfreitag gab es vereinzelte Aktionen.

Die Friedensbewegung warnt in diesem Jahr vor einem möglichen Angriff auf Iran und fordert Friedens- statt Kriegspolitik auch für Syrien. Zentral sind die Forderungen nach Abzug der Truppen aus Afghanistan, dem Verbot der Rüstungsexporte und der Verschrottung der Atomwaffen und Atomanlagen.

In Chemnitz beteiligten sich schon am Karfreitag rund 200 Demonstranten an einem Ostermarsch. Die Demonstration stand unter dem Motto “Nein zum Krieg - Ja zu friedlicher Konfliktlösung“. Eine Kundgebung gab es in der Innenstadt am Laden einer von Neonazis bevorzugten Bekleidungsmarke.

“Krieg darf kein Mittel der Politik sein“

Am Brandenburger Tor in Berlin heißt das Motto am Samstag “Krieg darf kein Mittel der Politik sein“. Der Ostermarsch Rheinland vereinigt sich in Düsseldorf mit dem aus Duisburg startenden dreitägigem Ostermarsch Ruhr zu einem Friedensfest.

Die Friedensinitiative Westpfalz zieht zur US-Airbase Ramstein, in Rostock demonstriert das Friedensbündnis zusammen mit Anti-Atom- Gruppen “Für Frieden, Abrüstung und gegen Atomtransporte!“ und der Ostermarsch Thürigen fordert “Kein Truppenübungsplatz in Ohrdruf“.

Der Ostermarsch Sachsen-Anhalt erinnert in Magdeburg an die Opfer des Naziregimes und des Zweiten Weltkrieges. In Leipzig führt eine Fahradtour zur Olbricht-Kaserne. Ebenfalls per Rad werden in Osnabrück Erinnerungsorte und Kriegerdenkmäler besucht.

In München beginnt der Ostermarsch “Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt!“ nach einem ökumenischen Gottesdienst auf der Theresienwiese. Beim Ostermarsch Baden-Württemberg fordern die Initiativen in Stuttgart: “Hände weg vom Krieg! Atomwaffen ächten! Abrüsten!“

Um Atomwaffen und Atomenergie geht es auch im westfälischen Gronau bei der Urananreicherungsanlage. In Braunschweig liegt der Themenschwerpunkt beim Verbot der Rüstungsexporte und in Gifhorn wenden sich die Demonstranten unter dem Motto “Bunt statt Braun“ gegen neonazistische Umtriebe.

Weitere Ostermärsche kündigte das Netzwerk Friedenskooperative für Bremen, Bremerhaven, Hannover, Detmold, Ellwangen, Erbach, Gummersbach, Hannover, Holzminden, Kiel, Mannheim, Oldenburg, Traunstein, Wedel, Wiesbaden, Wittmund und Würzburg an.

dpa/dapd

auch interessant

Meistgelesen

Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
Trump liebt Deutschland - und warnt BMW
Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
Trump radiert an "Day One" bereits Obamas Erbe aus
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an
Millionen protestieren gegen Trump - Präsident greift Medien an

Kommentare