Parallelwährung

Führen die Griechen jetzt den "Geuro" ein?

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Planen sie den Geuro""? Der griechische Premierminister Alexis Tsipras (rechts) und sein Finanzminister Yanis Varoufakis

Athen - Kurz vor der Pleite denkt die griechische Regierung möglicherweise über einen ungewöhnlichen Schritt nach: die Einführung einer Parallelwährung. Kommt der "Geuro"?

Wie die "Welt" berichtet, reiste Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, am 28. April nach Athen, um dort für den „Geuro“ zu werben. Von ihm stammt die kuriose Idee einer Parallelwährung zum Euro. Den "Geuro" hatte Mayer bereits 2012 ins Spiel gebracht. Dahinter stand die Erkenntnis, dass Griechenland im starken Euro wirtschaftlich dem Untergang geweiht ist. Ohne Währungsabwertung könne die Volkswirtschaft nicht wieder auf die Beine kommen, und auch neue Schulden seien nicht möglich, weil das Land Euro nicht selbst "drucken" kann.

Und genau bei diesem Dilemma könnte der "Geuro" der griechischen Regierung wieder etwas Spielraum verschaffen: Beim "Geuro" handelt es sich um Schuldscheine des griechischen Staates, mit denen man etwa die Gehälter von Beamten und anderen Staatsbediensteten bezahlen kann. Statt Geld in harten Euro bekämen die Griechen also eine Art griechische Staatsanleihe, mit der sie einkaufen oder ihre Mieten zahlen können. Da viele dieser Schuldscheine kursieren würden, könnte sich der "Geuro" schnell als Parallelwährung etablieren. Mit der Einführung des „Geuro“ könnte das klamme Griechenland eigenes Geld drucken und wäre so unabhängig von den europäischen Geldgebern.

Zudem würde der "Geuro" vermutlich bald zum Euro massiv an Wert verlieren. Wodurch die griechische Regierung wiederum die  Arbeitskosten deutlich senken könnte. So könnte Griechenland seine Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen, ohne die Währungsunion verlassen zu müssen. Nach einer wirtschaftlichen Gesundung wäre die vollständige Rückkehr zum Euro ohne Probleme möglich.

Ließen sich Griechenlands Premierminister Tsipras und sein Finanzminister Varoufakis nun also vom Wirtschaftsexperten Mayer erklären, wie sie das Projekt "Geuro" konkret umsetzen können? Gut möglich. Gegenüber der "Welt" betont der Ökonom zwar, dass sein Besuch in Athen "rein privater Natur" gewesen sei. Allerdings räumt er auch ein, dass er mit Varoufakis und Tsipras über den "Geuro" gesprochen habe: "Ich war erst im Büro des Finanzministers. Dort haben wir über alles Mögliche gesprochen, die Parallelwährung war nicht das Einzige. Und dann sind wir gemeinsam über den Syntagma-Platz zum Büro des Premiers spazieren gegangen."

Können die Griechen demnächst mit der deutschen "Geuro"-Idee den harten Euro austricksen.

fro

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