Militärisches Ehrengeleit für Struck

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Peter Struck verstarb überraschend.

Berlin - Die Nachricht war für Berlin ein Schock. Der plötzliche Tod des Bundesverteidigungsminister sorgte für Erschütterung. Die Bundeswehr plant für ihn nun ein Ehrengeleit.

Die Bundeswehr plant ein militärisches Ehrengeleit zur Beisetzung des früheren Verteidigungsministers Peter Struck. Der am Mittwoch nach einem Herzinfarkt überraschend verstorbene SPD-Politiker soll Anfang des Jahres in seiner niedersächsischen Heimatstadt Uelzen beigesetzt werden. Daran werde sich die Bundeswehr angemessen beteiligen, hieß es am Donnerstag aus Verteidigungskreisen.

In der Regel wird dazu ein sogenanntes großes Ehrengeleit gestellt, zu dem auch eine Totenwache von Generalen und Admiralen gehört. Hinzu kommt ein von Soldaten gestellter Trauerzug mit militärischen Sargträgern. Allerdings ist kein Staatsakt geplant, sondern eine öffentliche Trauerfeier und eine anschließende Beisetzung im Familienkreis.

dapd

Trauer um Peter Struck - Ein Porträt in Bildern

Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde. © dapd
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
1964 trat Struck in die SPD ein. Nach der Promotion zum Dr. jur. arbeitete Struck zunächst in der Hamburger Verwaltung. Von 1990 bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. © dapd
Von 1998 bis 2009 stand Struck ununterbrochen in der vordersten Reihe der SPD. © dpa
In der Zeit der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von 2005 bis 2009 sorgte er mit Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) für viele Kompromisse. © dpa
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Legendär ist das „Strucksche Gesetz“. Struck hatte einmal erklärt, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie der Entwurf dazu eingebracht wurde. Damit stellte er die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klar. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf. © dapd
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Nach der Entlassung von Rudolf Scharping (SPD) aus dem Kabinett wurde er 2002 Verteidigungsminister © dpa
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Für das Amt des Verteidigungsministers entwickelte er eine große Leidenschaft, weil er einen engen Draht zu den Soldaten knüpfen konnte. © dapd
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Um den auch in der rot-grünen Koalition umstrittenen Afghanistan-Einsatz zu rechtfertigen, betonte er Ende 2002: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Auch dieser Satz wird bis heute von vielen Politikern unterschrieben. © dapd
In seiner Ministerzeit erlitt Struck einen Schlaganfall, von dem er sich langsam wieder erholte. © dpa
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Nach seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 wurde es ruhig um ihn. Zu den größeren Herausforderungen danach zählte die Schlichtung im Konflikt um einheitliche Tarifstandards in der Bahnbranche Ende 2010. Eine Paraderolle für Struck © dpa
Peter Struck - Ein Porträt in Bildern
Zu Strucks großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren. © dpa

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