Video-Aufruf eines Münchner Politikers

Pirat zur tz: Warum hier absichtlich ein Porno läuft

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Florian Deissenrieder macht mit einem ungewöhnlichen Hintergrund auf sich aufmerksam

München - Der Münchner Landtagskandidat für die Piratenpartei, Florian Deissenrieder, hat den Porno im Hintergrund seines Video-Aufrufs offenbar absichtlich laufen lassen. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Aufmerksamkeit erwecken um jeden Preis – oder einfach nur Dummheit? Während der Münchner Landtagskandidat der Piratenpartei, Florian Deissen­rieder (29), im Internet zu einer Demo aufruft (hier geht's zum Video), läuft im Hintergrund ein Pornofilm auf seinem Laptop!

Auf tz-Anfrage erklärte der Kreisvorsitzende der Münchner Piraten, es sei kein peinliches Versehen gewesen, sondern eine absichtliche Provokation. Denn er habe auf das komplizierte Thema Bestandsdatenauskunft aufmerksam machen wollen: „Das ist so ein langes, sperriges Wort, damit ist es schwierig, Leute zu erreichen.“ Also soll‘s der Porno richten, der – wie Deissenrieder zwar einräumt – inhaltlich rein gar nichts mit dem Thema der Demo zu tun hat. Bei der Bestandsdatenauskunft geht es laut den Piraten darum, dass künftig bei Verdacht auf Ordnungswidrigkeiten im Internet die Personen, die entsprechende Seiten besuchen, leichter namentlich identifizierbar sein sollen.

Die Reaktionen auf den „Gag“ (so nennt es zumindest Deissenrieder) fallen zwiespältig aus. Neben Lob für die „gelungene PR“ für die Demos am 14. April heißt es auch, die Piraten würden nur als Porno-Partei in Erinnerung bleiben. Und Internet-User „Popcorn“ ätzt: „Wenn Florian Deissenrieder einen Porno aus dem Netz guckt (viel Spaß übrigens!), werden seine Bestandsdaten abgefragt? Wohl kaum. Ich fürchte, da hat wohl eher jemand ein Problem damit, dass das Internet nicht so gesetzlos und anarchisch sein soll wie er es vermutlich gerne hätte.“

Hier geht's zu dem Video.

Klaus Rimpel

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