Piraten wählen neue Führung

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Die Piraten wählen am Wochenende einen neuen Vorstand.

Neumünster - Die Piratenpartei trifft sich an diesem Wochenende in Schleswig-Holstein zu einem Bundesparteitag. Dort wollen sie einen neuen Vorstand wählen - und über rechtsextreme Positionen sprechen.

Umfragen sehen die junge Partei weiter im Aufwind. Nach dem aktuellen ZDF-Politbarometer haben die Piraten bundesweit einen Punkt auf jetzt neun Prozent zugelegt.

Zu der Versammlung werden rund 2500 abstimmungsberechtigte Mitglieder erwartet. Nach einer Umfrage des Parteimagazins „Flaschenpost“ hat Bernd Schlömer die besten Chancen bei der Wahl zum Vorsitzenden. Der 40 Jahre alte bisherige Vize kann im Unterschied zu Amtsinhaber Sebastian Nerz auch auf die Unterstützung aus dem Berliner Landesverband bauen. Als Stellvertreter werden demnach entweder Nerz oder die Berliner Piratin Julia Schramm favorisiert.

Für viele Mitglieder der jungen Partei ist die zweitägige Versammlung in Neumünster auch eine Art Klassentreffen, auf dem Spaß und Selbstironie nicht zu kurz kommen sollen. Weil die verfügbaren Unterkunftsmöglichkeiten in Neumünster schnell ausgebucht waren, wurde eine Halle für die Übernachtung der Teilnehmer mit Isomatte und Schlafsack vorbereitet. Ein Mitglied bot am Freitag auf Twitter Schlafplätze in einem Wohnmobil an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in den Piraten einen Gewinn für die Politik. „In mancher Hinsicht können sie ein Ansporn für die anderen Parteien sein. Sie nutzen das Internet mit großer Konsequenz. Ich finde es zumindest interessant, wie sie fast ihre ganze politische Meinungsbildung im Internet organisieren“, sagte Merkel den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitag). „Für viele Menschen, nicht nur, aber vor allem für Jüngere, macht sie das attraktiv.“

Die Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen veröffentlichte am Freitag ihr Wahlprogramm als E-Book. „Dafür, dass wir keins haben, steht hier viel drin“, heißt es auf der dafür eingerichteten Webseite - als Reaktion auf die verbreitete Kritik, dass die Partei zu vielen aktuellen Fragen noch keine Position bezogen hat.

dpa

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