Ärger wegen Doktorarbeit

Plagiatsverdacht: Vorwürfe gegen Jakob Kreidl

Jakob Kreidl

München/Miesbach – Der Miesbacher Landrat und Präsident des bayerischen Landkreistags Jakob Kreidl hat Ärger wegen seiner Doktorarbeit.

Dem 60 Jahre alten CSU-Politiker werden auf der Internet-Plattform Vroniplag massive Plagiatsvorwürfe gemacht. Mit Stand von gestern Abend wurden bislang auf 103 von 287 Seiten abgeschriebene Stellen gefunden. Auf 27 Seiten seien zwischen 50 und 75 Prozent des Inhaltes plagiiert, auf 18 Seiten waren es sogar mehr als 75 Prozent.

Kreidl hatte 2005 an der Münchner Bundeswehr-Universität über den Kosovo-Konflikt promoviert. Ungewöhnlich: Der Diplom-Ingenieur im Bereich Nachrichten- und Telekommunikationstechnik saß bereits ein Jahr im Landtag, als er 1996 an der Hochschule für Politik ein Studium begann. Bei seiner Doktorarbeit 2005 hatte Kreidl als Vorsitzender des Kommunalausschusses im Landtag längst Karriere gemacht.

Noch ist die Prüfung nicht abgeschlossen, doch die Hinweise scheinen recht eindeutig. Auf Seite 162 beispielsweise wird fast die ganze Seite aus einer Quelle mitsamt drei Literaturverweisen übernommen – die Quelle selbst, eine Publikation der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, jedoch nicht genannt.

Kreidl selbst war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

mik

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