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Experte: CSU will 2011 Seehofer gegen Guttenberg austauschen

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Der Politik-Experte und Ex-Stoiber-Berater Michael Spreng sagt voraus: Die CSU will 2011 Horst Seehofer gegen Karl-Theodor zu Guttenberg austauschen. © dpa

München - Löst Karl-Theodor zu Guttenberg im Herbst 2011 Horst Seehofer als Ministerpräsident ab? Das sagt Politik-Experte und Ex-Stoiber-Berater Michael Spreng voraus. So könnte der Machtwechsel ablaufen:

In seinem Blog "Sprengsatz" schreibt Spreng im Eintrag "Seehofers Angst vor dem 5. Dezember 2011", warum der aktuelle CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident diesen Tag vermutlich fürchtet. Denn am 5. Dezember des kommenden Jahres wird Verteidigungsminister Guttenberg 40 Jahre alt. Dann kann er nach den Vorgaben der bayerischen Verfassung Ministerpräsident werden. Für einen Wechsel des aktuellen Verteidigungsministers nach München sprechen nach Ansicht von Spreng mehrere Faktoren:

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2002 war Michael Spreng (rechts) Wahlkampfmanager des damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU). © dpa

"Im September 2013 kommt es in kurzem Abstand zu zwei für die CSU und zu Guttenberg schicksalhaften Wahlen: Bundestagswahl und bayerische Landtagswahl. Aus heutiger Sicht sind die Chancen von Angela Merkel sehr gering, wieder Kanzlerin zu werden (allein schon wegen der FDP) und die von Horst Seehofer fast aussichtslos, die CSU über der 40-Prozent-Marke zu halten. Und auch in Bayern wird die FDP nie mehr so viele Stimmen bekommen wie bei der letzten Wahl."

Für Guttenberg stelle sich somit die Frage, ob er nach einer Wahlschlappe der schwarz-gelben Bundesregierung auf die Berliner Oppositionsbänke gehen wolle - oder ob er sich im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten als Unions-Kanzlerkandidat für die nächste Bundestagswahl 2017 profilieren wolle. Zur Erinnerung: Dieses Sprungbrett nutzten auch die (später gescheiterten) Unions-Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber (beide CSU).

Das Kabinett Seehofer

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Wie Spreng meint, biete das Amt des Ministerpräsidenten die aussichtsreichere Karriereperspektive für Karl-Theodor zu Guttenberg:

"Seine Vorliebe für die Bundespolitik hin oder her. Auch für seine bundespolitischen Ambitionen wäre es klüger, sich in Bayern als Regierungschef für eine mögliche Kanzlerkandidatur 2017 warmzulaufen als in der Opposition im Bund in Vergessenheit zu geraten."

Auch die CSU-Fraktion im Landtag wisse, dass die Partei mit Seehofer bei der kommenden Bayern-Wahl noch weiter abstürzen werde. Guttenberg sei dagegen eine Wahlkampflokomotive für die Christsozialen. Spreng:

"Die Stimmung in der CSU ist klar: lieber mit zu Guttenberg neue Höhen erklimmen als mit Seehofer tiefer ins Tal absteigen. Die Agenda der CSU-Funktionäre und der Landtagsfraktion für 2012 lautet: Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten. Das Amt des CSU-Chefs folgt dann automatisch." 

Für Spreng gibt es keinen Zweifel mehr, dass Seehofer sich aus eigener Kraft nur noch bis Dezember kommenden Jahres im Amt halten kann: "Seehofer ist ab dem 5. Dezember 2011 nur noch so lange Ministerpräsident, bis zu Guttenberg dem Druck nachgibt und Ja sagt. Bis dahin muss zu Guttenberg so tun, als wäre er nicht interessiert."

Spreng gilt als Experte im Bereich der Bundespolitik. Der politische Kolumnist war Chefredakteur der "Bild am Sonntag" und des Kölner "Express". 2002 war Spreng Wahlkampfmanager des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) und 2005 des späteren NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU).

Michael Spreng kommentiert die aktuelle Bundespolitik in seinem Blog www.sprengsatz.de.

fro

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