Opfer erklärt Vorgeschichte

„Schockierender Gewaltausbruch der Polizei“ an deutscher Grenze: Video zeigt brutale Aktion gegen 65-Jährigen

An der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland kam es zu einem sehr unschönen Vorfall.
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An der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland kam es zu einem sehr unschönen Vorfall.

An der deutsch-französischen Grenze ist es zu einem schweren Vorfall gekommen: Bundespolizisten sollen einen 65-Jährigen brutal attackiert haben.

  • Bundespolizisten wird ein brutaler Übergriff auf einen Zivilisten vorgeworfen.
  • Der Vorfall soll sich an der deutsch-französischen Grenze ereignet haben.
  • Opfer war ein 65-Jähriger Franzose.

Saarbrücken - Nach dem gewaltsamen Tod des US-Bürgers George Floyd* demonstrieren aktuell weltweit Menschen gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt. Genau zu diesem Zeitpunkt sorgt nun ein Vorfall an der deutsch-französischen Grenze für Aufsehen. 

Der Saarländische Rundfunk berichtet, dass ein Bundespolizist gemeinsam mit Kollegen einen älteren Kunden aus dem Kiosk gezerrt, zu Boden geworfen und fixiert habe. Dem Sender liegt demnach ein Video einer Überwachungskamera vor, das den Vorfall dokumentiert. Ereignet haben soll sich das Ganze am Freitagvormittag am Grenzübergang Goldene Bremm in Saarbrücken.

Brutale Polizei-Aktion an Grenze: 65-Jähriger hart angegangen

Der Kioskbetreiber hat mittlerweile eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen mehrere Bundespolizisten beim Bundesinnenministerium eingereicht.

Nach der brutalen Aktion seien weitere Polizeibeamte hinzugekommen und hätten offenbar die Situation beruhigt, heißt es weiter. In der Dienstaufsichtsbeschwerde bezeichnet der Kioskbetreiber den Vorgang als „brutal“ und „skandalös“. 35 Jahre nach Schengen sei ein solches Verhalten an der deutsch-französischen Grenze nicht hinzunehmen. Es müsse intern untersucht und gegebenenfalls disziplinarisch geahndet werden.

Brutale Polizei-Aktion: Opfer erklärt Vorgeschichte

Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen 65 Jahre alten Franzosen aus Lothringen. Er sagte dem SR, dass er einen Saarbrücker Rechtsanwalt eingeschaltet habe und eine Strafanzeige erwäge. Der 65-Jährige räumte ein, dass er vor dem Zwischenfall eine Grenzkontrolle* der Bundespolizei teilweise ignoriert habe und nicht gleich rechts rangefahren sei. Der Bundespolizist, der ihm in den Kiosk gefolgt sei, habe keinen Mund-Nasenschutz getragen und sei aggressiv gewesen.

Der Anwalt des 65-Jährigen erklärte, das Video sei für einen neutralen Beobachter „schockierend“. Darin sei kein Grund für einen „derartigen Gewaltausbruch der Polizei“ zu Lasten seines Mandanten zu erkennen. Der Sachverhalt müsse straf- und dienstrechtlich aufgearbeitet werden.

Die Bundespolizei wollte sich dem Bericht zufolge zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Sprecher Karsten Eberhardt bestätigte lediglich, dass es im Umfeld der Grenzkontrolle einen Vorfall gegeben habe. Dieser werde nun überprüft. Erst wenn das Video vorliege, könnten die Vorgänge beurteilt werden.

Die Grenzkontrollen im Rahmen der Corona*-Pandemie hatten zuletzt zu Verstimmungen zwischen Deutschland und Frankreich geführt. Grenzgänger aus Frankreich fühlten sich bei der Einreise nach Deutschland teilweise diskriminiert. Nach Angaben der saarländischen Landesregierung waren Franzosen teilweise beschimpft und mit Eiern beworfen worden. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte das Verhalten verurteilt.

dpa/rjs

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