Polnische Opposition: EM-Finale nach Warschau verlegen

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Der frühere polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hat eine Verlegung des Endspiels der Fußball-EM 2012 von Kiew nach Warschau gefordert.

Warschau - Der frühere polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hat eine Verlegung des Endspiels der Fußball-EM 2012 von Kiew nach Warschau gefordert. Damit baut auch er Druck auf die Ukraine auf.

 „Die UEFA muss das Finale verlegen. Jede andere Reaktion käme einer stillschweigenden Zustimmung zu den undemokratischen Taten der ukrainischen Regierung gleich“, schrieb der Anführer der konservativen Oppositionspartei PiS in seinem Blog. Polen und die Ukraine richten die EM-Endrunde (8. Juni bis 1. Juli) gemeinsam aus.

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

Die Vollblutpolitikerin Julia Timoschenko zählt als Oppositionsführerin und Ex-Regierungschefin zu den auffälligsten Akteuren der Ukraine. 2010 verpasste sie knapp den Sprung ins Präsidentenamt. © dpa
Der Erzrivale Viktor Janukowitsch siegte. Ihre Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs sieht die 50-Jährige als Beweis dafür, dass der Staatschef sie politisch “kaltstellen“ wolle. © dpa
Allerdings gibt sich die Frau mit dem geflochtenen Zopf als Markenzeichen weiter kämpferisch. Sie lasse sich auch hinter Gittern nicht unterkriegen, sagte Timoschenko im Gerichtssaal. © dpa
Während der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 gingen die Bilder von Timoschenkos Auftritten vor Zehntausenden Demonstranten in Kiew um die Welt. © dpa
Die zierliche Frau, die als knallharte Machtpolitikerin gilt, wurde zum Symbol für eine national selbstbewusste Ukraine mit Kurs nach Westen. © dpa
Politische Gegner werfen ihr vor, keine saubere Weste zu haben. Die Frau mit einem Ingenieursdiplom war durch die Privatisierungswelle nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zur reichen “Gasprinzessin“ aufgestiegen. © dpa
Bereits 2001 war sie wegen Schmuggels und Urkundenfälschung angeklagt worden. Sie konnte aber damals das Untersuchungsgefängnis nach 42 Tagen ohne Schuldspruch verlassen. © dpa
Als Ziel ihrer Politik hatte die am 27. November 1960 in Dnjepropetrowsk geborene Timoschenko stets einen schnellen Beitritt der früheren Sowjetrepublik zur Europäischen Union angegeben. Ihre Kontrahenten warfen ihr aber vor, das zweitgrößte Flächenland Europas mit einer sprunghaften populistischen Politik in den Ruin zu treiben. © dpa

Die inhaftierte Oppositionelle Julia Timoschenko sei „ein Symbol für Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine“, schrieb Kaczynski weiter, diese wiederum seien außerdem ein Beweis für die wachsende Abhängigkeit der Ukraine von Russland.

sid

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