Pronold: "Die CSU wird nicht mehr gebraucht"

Ude ruft SPD zu gemeinsamem Kampf auf

+
Christian Ude

Treuchtlingen - Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, hat seine Partei zum gemeinsamem Kampf für einen Machtwechsel im Freistaat aufgerufen.

"Ich verspreche, dass ich alles tun werde, was in meiner Kraft steht", sagte Ude am Samstag auf einem kleinen SPD-Parteitag im mittelfränkischen Treuchtlingen. "Aber uns allen muss klar sein: Es kann überhaupt nur als Teamleistung gelingen", betonte er. "Und dazu müssen wir jetzt alle die Ärmel aufkrempeln."

Scharfe Kritik äußerte Ude an der Bildungs- und Familienpolitik der CSU. Beim Ausbau von Ganztagsschulen gehöre Bayern zu den drei Schlusslichtern in Deutschland, und zwar wegen der "ideologischen Verbohrtheit" der Christsozialen.

Zudem sprach sich Ude gegen das von der CSU geforderte Betreuungsgeld für Eltern aus, die ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen. Kritiker sprechen dabei von einer "Herdprämie". Man dürfe diesen Eltern zwar nicht den Eindruck vermitteln, dass man Erziehungsarbeit in der Familie nicht zu würdigen wisse, mahnte Ude. Vorrang bei beschränkten finanziellen Mitteln müsse aber der Ausbau der Krippenplätze haben - deshalb lehne die SPD die Zahlung eines Betreuungsgeldes für Eltern ab, die keine Krippenplätze nutzen. "Es gibt ja auch keine Opernprämie für Leute, die nicht in die Oper gehen", sagte er.

Ude sprach sich für mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft aus. Frauenförderung sei keine gönnerhafte Möglichkeit, Benefiztaten zu vollbringen, sondern eine unternehmerische Chance, Defizite auszugleichen. Die Gleichstellungspolitik ist neben der Gesundheitspolitik das zentrale Thema des kleinen Parteitags.

SPD-Landeschef Florian Pronold

SPD-Landeschef Florian Pronold griff die CSU und ihren Vorsitzenden Horst Seehofer scharf an. "Die CSU wird nicht mehr gebraucht", sagte Pronold mit Blick auf das von Seehofer beklagte Übergehen der Christsozialen bei der Vorlage des Steuer-Vorstoßes von CDU und FDP. "Horst Seehofer wird in Berlin nicht mehr gebraucht und wird in München nicht mehr gebraucht - das ist die Bilanz dieser Woche." Der CSU hielt Pronold vor, das C im Parteinamen stehe nur noch für Chaos. CSU-Chaos herrsche unter anderem in der Steuer- und Europapolitik.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Georgina (†18) wurde vom Attentäter in den Tod gerissen - Festnahme
Georgina (†18) wurde vom Attentäter in den Tod gerissen - Festnahme
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
23 Tote in Manchester: Das sind die ersten Reaktionen
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?
Impeachment-Verfahren: Steht die Amtsenthebung Trumps bevor?

Kommentare