Ukraine-Krise

Geiselnahme bei prorussischen Protesten

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Auch im ostukrainischen Donetsk hatten Protestler das Gebäude der Gebietsverwaltung besetzt.

Lugansk - Die ukrainische Regierung hat angekündigt, rigoros gegen gewalttätige prorussische Konflikttreiber vorzugehen. Protestler hatten in Lugansk ein Verwaltungsgebäude besetzt und dabei Geiseln genommen.

In der ostukrainischen Stadt Lugansk sind nach offiziellen Angaben fast alle von prorussischen Demonstranten festgehaltenen Menschen wieder in Freiheit. 56 Geiseln hätten in der Nacht zum Mittwoch das besetzte Verwaltungsgebäude verlassen, erklärte der Geheimdienst SBU am Mittwoch. Sie seien nach Verhandlungen mit Abgeordneten freigelassen worden, denen der Zugang zu dem Gebäude gestattet worden sei.

Alle Befreiten seien wohlauf, hieß es weiter. Die Verhandlungen mit den Demonstranten würden fortgesetzt. Wie viele Menschen weiterhin festgehalten wurden, blieb zunächst unklar. Am Dienstag hatte der SBU von insgesamt 60 Geiseln gesprochen. Militante Aktivisten hatten den Verwaltungssitz in Lugansk am Sonntag besetzt. Nach SBU-Angaben wurden die Geiseln mit Waffen und Sprengsätzen bedroht.

Prorussische Demonstranten halten auch die Gebäude der Gebietsverwaltungen in den ostukrainischen Städten Donezk und Charkiw besetzt. In Donezk riefen sie am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus. Die Demonstranten verlangen ein Referendum über eine Abspaltung von der Ukraine.

Innenminister Awakow setzt Anti-Terror-Einsatz fort

Die ukrainische Regierung hat den prorussischen Aktivisten im Osten des Landes mit einem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gedroht. „Diejenigen, die auf Konflikt setzen, werden die Härte des ukrainischen Staates zu spüren bekommen“, sagte Innenminister Arsen Awakow am Mittwoch vor einer Kabinettssitzung. Einem Fernsehbericht zufolge verlegte die prowestliche Führung in Kiew Militärtechnik in die Stadt Lugansk, wo moskautreue Aktivisten ein Gebäude des Geheimdienstes SBU besetzt hielten.

Awakow sagte, der „Anti-Terror-Einsatz“ gegen Separatisten in den Gebieten Donezk, Charkow und Lugansk nahe der russischen Grenze werde fortgesetzt. Zugleich bot er den gemäßigten Kräften einen Dialog an. „Ich denke, dass in den nächsten 48 Stunden eine Lösung für diese Krise gefunden wird“, sagte der Minister. Die Regierung in Kiew und die USA beschuldigen Russland, hinter den Aufrührern in der Region zu stecken.

afp/dpa

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