Proteste in Ägypten: "Mubarak, wir wollen dich nicht"

Kairo - Inspiriert von der Revolution in Tunesien haben in Ägypten am Dienstag Tausende von Oppositionellen gegen die Politik der Partei von Präsident Husni Mubarak protestiert.

Eine Gruppe von rund 1000 Demonstranten versammelte sich in der Innenstadt von Kairo. Sie riefen “Mubarak - geh, geh, wir wollen dich nicht“. Auch aus anderen Stadtteilen und von der Sinai-Halbinsel wurden Proteste gemeldet.

Bei den Protesten gab es vereinzelte Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden fünf Demonstranten in Kairo verletzt. Die Bewegung “Jugend des 6. April“ berichtete, zahlreiche Demonstranten aus ihren Reihen seien festgenommen worden. Die Proteste waren überall von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Innenminister Habib al-Adli hatte vorab durchblicken lassen, dass die Polizei kurzen Prozess machen werde, “falls diese Eigentum zerstören oder die Sicherheit gefährden sollten“.

Die Schulen und Behörden des Landes waren am Dienstag wegen eines Feiertages - dem “Fest der Polizei“ - geschlossen. Die Organisatoren der Proteste, die ihren Aufruf vor allem via E-Mail und das soziale Netzwerk Facebook verbreitet hatten, erklärten, ihr Protest richte sich gegen Korruption, Folter und Arbeitslosigkeit.

Der Aufruf zu dieser Demonstration war unter dem Titel “Revolution und Freiheit“ verbreitet worden. An früheren Aktionen der Opposition hatte sich immer nur eine kleine Minderheit beteiligt, obwohl eine größere Zahl von Ägyptern mit den Zielen der Regimekritiker sympathisiert. Dies liegt erstens an der Zerstrittenheit der Opposition und zweitens an der Angst vor Polizeigewalt.

dpa

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