Protestwelle: Jetzt ist Libyen an der Reihe

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Im ganzen Land wollen Oppositionelle heute gegen das Regime von Staatschef Gaddafi (Foto) auf die Straßen gehen.

Tripolis - Nach den Volksaufständen in Tunesien und Ägypten regt sich auch in Libyen Protest. Im ganzen Land wollen Oppositionelle heute gegen das Regime von Staatschef Gaddafi auf die Straßen gehen.

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Bengasi haben Oppositionelle für den heutigen Donnerstag in ganz Libyen zu Protesten gegen die Regierung von Staatschef Muammar al-Gaddafi aufgerufen. In allen Städten des Landes sollen sich Regimegegner zu Kundgebungen versammeln, hieß es in dem Aufruf, der über Facebook verbreitet wurde. Die Proteste sollen an die Ereignisse des 17. Februar 2006 erinnern. Damals war eine Demonstration gegen die Mohammed-Karikaturen in Bengasi in eine Protestaktion gegen die libysche Führung ausgeartet. Es gab Tote und Verletzte.

In Libyen, wo Revolutionsführer Gaddafi seit 1969 herrscht, sind Kundgebungen, die nicht vom Regime organisiert werden, extrem selten. Der exzentrische Staatschef hatte die jüngsten Volksaufstände in Tunesien und Ägypten scharf kritisiert und angekündigt, dass er in Libyen keine Massendemonstrationen dulden werde.

In der Nacht zum Mittwoch waren in der Stadt Bengasi bei Zusammenstößen zwischen Regimegegnern, Polizisten und Gaddafi-Anhängern 38 Menschen verletzt worden. Demonstranten warfen nach Medienberichten Steine auf die Polizei, die den Protest binnen einer Stunde mit Wasserwerfern und Knüppeln beendete. Demonstranten zerstörten auf einem Platz ein großes Porträt von Oberst Gaddafi.

“Der Druck der Straße ist groß, in Libyen wird es genauso ablaufen wie in Tunesien und Ägypten“, sagte Abdulhamid Salim al-Haasi, ein Sprecher des libyschen Exil-Oppositionsbündnisses NCLO mit Sitz in London, am Mittwoch. Er rief die libysche Jugend auf, friedlich zu demonstrieren und nicht die direkte Konfrontation mit der Staatsmacht zu suchen.

Die EU rief die libysche Führung auf, Demonstrationen und freie Meinungsäußerung zuzulassen. “Wir verfolgen die Situation ganz genau“, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Maja Kocijancic.

dpa

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