CSU-Generalsekretär

Uni prüft Scheuers Doktorarbeit

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Ministerpräsident Horst Seehofer (l) und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

München/Prag - Nach den Plagiatsvorwürfen gegen CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer prüft die Prager Karls-Universität dessen Doktorarbeit.

Die Hochschule strebe „maximale Transparenz“ an, sagte der Leiter des Instituts für politologische Studien, Petr Jüptner, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Scheuer hatte zuvor angekündigt, die Hochschule um eine Prüfung zu bitten. CSU-Chef Horst Seehofer und der gesamte Parteivorstand stellten sich hinter ihn.

Scheuer hatte an der Universität in der tschechischen Hauptstadt ein sogenanntes „kleines Doktorat“ erworben. Den Titel „Dr.“ ohne Zusatz darf er in Deutschland aber nicht führen - außer in Bayern und Berlin. Nachdem er wegen der Verwendung auch an anderen Orten in den Medien kritisiert worden war, hatte Scheuer am Freitag ganz darauf verzichtet, einen akademischen Titel zu tragen. Der Ombudsmann für die deutsche Wissenschaft, der Bonner Juraprofessor Wolfgang Löwer, sprach sich am Wochenende dafür aus, dass die Arbeit auf einen möglichen Plagiats-Tatbestand wissenschaftlich untersucht wird.

Der Prager Institutsleiter Jüptner sagte, zur Prüfung der Arbeit würden derzeit Unterlagen wie damalige Gutachten zusammengestellt. Zudem werde die Arbeit digitalisiert, um sie mit einem Programm zur Plagiat-Erkennung zu überprüfen. Der Einsatz solcher Programme sei heute in Prag Standard, beim damaligen Stand der Technik aber nicht üblich gewesen, sagte Jüptner. Dass Scheuer die Arbeit auf Deutsch verfasst habe, widerspreche nicht der gängigen Praxis.

Seehofer sprang Scheuer bei. „Mein Generalsekretär hat meine totale Unterstützung“, sagte er nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Es sei richtig, dass Scheuer seinen Titel nicht mehr führe und die Universität mögliche Rest-Zweifel aufkläre. Scheuer müsse mit den Vorwürfen korrekt und transparent umgehen - „und das macht er“. Scheuer habe in der Sitzung großen Applaus bekommen, fügte Seehofer hinzu. Es habe keine Debatte gegeben, aber der Sachverhalt sei ja auch nicht neu.

Scheurer kritisiert die Medien

Scheuer selbst kritisierte in München die große mediale Berichterstattung über seinen Doktortitel. Auf die Frage, ob er sich dadurch ungerecht behandelt fühle, sagte er: „Wenn man nachliest und die Sachen mehr als acht Jahre alt sind, dann wundert man sich schon über manche Darstellungen auf Titelseiten in epischer Breite.“ Später betonte Scheuer, dies sei nicht als Kritik gemeint gewesen. „Ich mache keine Medienkritik, das ist auch nicht meine Absicht.“ Er habe nur zum Ausdruck gebracht, dass er sich wundere. „Wundern ist, mit Verlaub, wirklich keine Kritik - so bewerte ich das“, sagte er.

Auf Fragen, warum er den Doktortitel in den vergangenen Jahren weiter geführt habe, obwohl es bereits Ermittlungen und Medienberichte gegeben habe, sagte Scheuer: „Der Blick in die Vergangenheit bringt mich an dieser Stelle nicht weiter.“ Die Rechtslage, dass er den Titel in Bayern und Berlin führen dürfe, sei aber eindeutig gewesen - und er sei nun mal ein Abgeordneter, der als Parlamentarier eben auch ein Büro in der Bundeshauptstadt habe.

dpa

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