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„Putins Masseur“ aus Russland geflohen – er kennt angeblich viele Geheimnisse des Kremlchefs

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Von: Stephanie Munk

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Ein enger Vertrauter Putins, der angeblich viele seiner Geheimnisse kennt, soll auf Russland geflohen sein.
Ein enger Vertrauter Putins, der angeblich viele seiner Geheimnisse kennt, soll aus Russland geflohen sein. © IMAGO/Aleksey Babushkin

„Putins Masseur“ soll aus Russland geflohen sein. Mit im Gepäck offenbar: Einige intime Geheimnisse des Präsidenten. Wenig später starb der Sohn des Flüchtigen, ein Oligarch. 

Moskau - Wieder gibt es einen mysteriösen Todesfall eines russischen Oligarchen, zudem die Flucht eines engen Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin: Sein ehemaliger Masseur – angeblich kennt er Putins intimste Geheimnisse – soll fluchtartig nach Belarus ausgereist sein, vier Tage später starb offenbar sein Sohn.

Über den rätselhaften Fall schreibt die britische Tageszeitung Daily Mail. Dem Bericht zufolge fuhr Konstantin Goloschtschapow, bekannt unter dem Spitznamen „Putins Masseur“, im Juni mit dem BMW seines Sohnes über die russische Grenze nach Belarus und kam nicht mehr zurück. Es existiert ein Foto, das den Übertritt dokumentieren soll und auf dem Goloschtschapow offenbar eine vulgäre Geste in Richtung Kamera macht.

Putin-Vertrauter flüchtete wohl nach Hinweis - wenige Tage später war sen Sohn tot

Laut dem Bericht flüchtete der Putin-Vertraute, weil er einen Hinweis erhalten hatte, dass es in seinen Firmen eine Razzia geben soll - wegen des Vorwurfs der Unterschlagung. Obwohl der Fall schon einige Monate her ist, sei er jetzt erst durch russische Zeitungen ans Licht gebracht worden, heißt es.

Mysteriös: Wenige Tage nach der Flucht des 67-Jährigen soll dessen Sohn, Dmitri Goloschtschapow, tot aufgefunden worden sein. Die Todesumstände seien unklar. Der 29-jährige Oligarch soll aber in die Geschäfte seines Vaters involviert gewesen sein, gegen die nach dessen Flucht Ermittlungen eingeleitet wurden.

„Putins Masseur“ soll viele Geheimnisse von Wladimir Putin kennen

Konstantin Goloschtschapow wird laut dem Bericht der Daily Mail nachgesagt, „viele von Putins persönlichsten Geheimnissen“ zu kennen. Von einem ehemaligen westlichen Diplomaten in Moskau will die Zeitung erfahren haben, dass „Putins Masseur“ lange Zeit eine der Schlüsselfiguren innerhalb Putins engstem Kreis gewesen ist.

Konstantin Goloshchapow (r.), auch bekannt als „Putins Masseur“, bei einer Ehrung durch Russlands Ex-Präsident Dmitry Medwedew im Jahr 2011.
Konstantin Goloshchapow (r.), auch bekannt als „Putins Masseur“, bei einer Ehrung durch Russlands Ex-Präsident Dmitry Medwedew im Jahr 2011. © imago stock&people

Er soll Putin schon in frühen Jahren beim Kampfsport kennengelernt haben und ihm später als Masseur dabei geholfen haben, schlimme Rückenschmerzen zu lindern. Seitdem seien die beiden eng verbunden gewesen. Auch soll Goloschtschapow mit Putin beim russischen Geheimdienst zusammengearbeitet haben - Putin damals als Agent, Goloschtschapow als Informant.

Mit den Jahren wurde Goloschtschapow dann zum Milliardär, wohl auch wegen seiner engen Verbindungen zum Kreml. Er soll Bauunternehmer gewesen und im Metallhandel aktiv gewesen sein.

„Putins Masseur“: Verbleib unklar - Toter Sohn nicht erster rätselhafter Todesfall in Russland

Wo sich der 67-Jährige, der angeblich so viel über den russischen Präsidenten weiß, momentan aufhält, ist unklar. Er soll einen griechischen und kroatischen Pass haben, außerdem Immobilien in Finnland, Italien und Kroatien besitzen.

Der Tod seines Sohnes Dmitri ist nicht der erste mysteriöse Todesfall von russischen Oligarchen seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Liste ist mittlerweile lang.

Einige Beispiele: Im Juli starb der Geschäftsführer einer Logistikfirma, die eng mit Gazprom zusammenarbeitete, offenbar an einem Kopfschuss. Der Leiter des Moskauer Instituts für Luftfahrt kam bei einem schweren Treppensturz bei der Arbeit ums Leben. Der Direktor einer Tochtergesellschaft der russischen Eisenbahn wurde tot auf seinem Balkon gefunden. Im April sollen zwei russische Manager sich selbst und ihre Familien getötet haben, im Mai starb ein Oligarch angeblich nach dem Besuch bei einem Schamanen. (smu)

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