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Ist Wladimir Putin tatsächlich krank? Ärzte ordnen Gerüchte ein

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Wladimir Putin während einer Rede am 31. Juli.
Wladimir Putin während einer Rede am 31. Juli. © Mikhail Klimentyev/Imago

Putins Gesundheit ist schon seit Monaten Gegenstand von Spekulationen. Nun haben Ärzte die Gerüchte eingeordnet und mögliche Diagnosen geschildert.

München - Mit Blick auf den Gesundheitszustand von Russlands Machthaber Wladimir Putin überschlagen sich im Ukraine-Krieg die Gerüchte. Von Demenz bis hin zu Schilddrüsenkrebs und einem „Steroid-Wahn“ gegen starke Schmerzen - die Spekulationen sind vielfältig, wie Merkur.de berichtet.

Ist nun an diesen Gerüchten tatsächlich was dran, oder ist der Kreml-Chef gesund? Der britische Generalstabschef Tony Radakin bezeichnete die Spekulationen jedenfalls als „Wunschdenken“. Auch Ärzte sind skeptisch, denn aus reiner Beobachtung lässt sich wohl nur wenig ableiten. Offenbar gibt es keine klaren Anzeichen einer Krankheit des russischen Präsidenten.

Gesundheitszustand von Putin: Ärzte ordnen Gerüchte um bestimmte Krankheiten ein

Die Gerüchte werden dabei in den meisten Fällen von Putins Aussehen und seinen Bewegungen abgeleitet. Ein aufgedunsenes Gesicht, zögerliche Bewegungen sowie der teils schlaff wirkende rechte Arm kurbeln die Diskussion an. Kann das äußere Erscheinungsbild eines Menschen tatsächlich etwas über seinen Gesundheitszustand verraten? Und welchen Aufschluss gibt etwa die Haut als größtes menschliches Organ?

„Vom bloßen Anblick her lassen sich nur wenige Diagnosen dingfest machen“, betonte Christiane Bayerl von der Dermatologischen Gesellschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Aber verschiedene klinische Zeichen machen aufmerksam“, ergänzte sie - fernab vom Beispiel Putin. Dermatologen würden dann je nach Anzeichen etwa Gewebeuntersuchungen, Abstriche auf Keime oder auch Ultraschall durchführen, um in die Haut zu sehen. Mit nicht-geschultem Blick Schlüsse ziehen zu wollen, sei aber schwierig.

Ist Putin krank? Experte betont: „Nicht jedes Zittern ist Parkinson“

Dabei werde vieles auch „von Laien fehlinterpretiert“. So könne eine rote Färbung im Gesicht auf Bluthochdruck hinweisen aber auch ganz ohne jeden Krankheitswert sein. Eine bestimmte Verteilung der Rötung könnte wiederum Indiz sein für eine recht verbreitete entzündliche Rosazea-Hauterkrankung, erläutert die Klinik-Direktorin aus Wiesbaden. „Ein sehr schöner bronzefarbener Teint mit dunkel pigmentierten Handflächen steht für eine Störung der Funktion der Nebennierenrinde“, betonte sie. Auch bei Magersucht und Mangelernährung zeige sich eine vermehrte Pigmentierung.

Auch Parkinson und Probleme mit der Schilddrüse zählen zu den Gerüchten rund um den Gesundheitszustand des Kreml-Chefs. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion etwa ist die Haut Bayerl zufolge oft trocken, schuppig oder Ödeme - Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe - treten in der Augenumgebung auf. Wirke der Gang eines Menschen gestört, könne das manchmal „zumindest Verdachtsdiagnosen erlauben“ - etwa auf Parkinson, erklärte Peter Berlit, Generalsekretär der Gesellschaft für Neurologie, der dpa.

Aber: „Nicht jedes Zittern ist Parkinson.“ Eine reduzierte Mimik weise womöglich unter anderem auf Einnahme bestimmter Medikamente hin oder auf psychische Erkrankungen. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass der russische Präsident starke Schmerzen mit der Einnahme von Steroiden bekämpfe.

Spekulationen um Gesundheit von Putin: Experten über äußerliche Warnzeichen

Demenz könne man aber nicht an äußerlichen Faktoren erkennen, stellte er zugleich klar. Weitere äußere Warnzeichen? „Unwillkürliche Bewegungen der Extremitäten oder spontane Muskelzuckungen können wichtige Krankheitssymptome sein.“ Aus Körperhaltung, Motorik, Geschwindigkeit der Bewegung oder dem Gesichtsausdruck könne man durchaus Indizien für Krankheiten ableiten, sagt auch Allgemeinmediziner Manfred Imbert. Aber: „Man hat damit nie eine Gewissheit, sondern zunächst nur eine Wahrscheinlichkeit.“ Und es brauche einige Erfahrung, um äußerliche Auffälligkeiten oder sichtbare Veränderungen einordnen zu können, die dem Laien wohl in der Regel fehlen dürften, wie der Arzt zu Bedenken gibt.

Schilddrüsenkrebs - zurück zu Gerüchten um Putin - sei äußerlich nicht zu erkennen, es sei denn, es gebe dicke Knotenbildungen am Hals im fortgeschrittenen Stadium. Ohnehin hält es der Mediziner für „unzulässig“, aus Videoclips auf bestimmte Krankheiten schließen zu wollen. „Eventuell kann man sehen, dass was nicht in Ordnung ist, aber darüber hinaus wäre alles im Reich der Spekulationen anzusiedeln“, so Berlit. Dennoch sind einige überzeugt, dass sich Putins Macht dem Ende zuneigt. So prognostizierte ein ehemaliger MI6-Chef, Putin werde 2023 nicht mehr Präsident sein. (bb/dpa)

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