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Ukraine-Konflikt: Hochhaus in Kiew von Rakete getroffen - Selenskyj widerlegt Berichte über angebliche Flucht

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In Kiew ist ein Wohnblock von einer Rakete getroffen worden. Präsident Selenskyj widerlegt derweil Berichte über seine angebliche Flucht aus der Hauptstadt. Alle News zum Ukraine-Konflikt.

Update vom 26. Februar 2022: Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Infos zum Ukraine-Konflikt haben wir in einem separaten Artikel für Sie zusammengefasst.

Ukraine-Konflikt: Kiew und Umgebung unter Kontrolle der ukrainischen Armee

Update vom 26. Februar, 12.30 Uhr: Die Ukraine hat nach Darstellung ihres Präsidenten Selenskyj russische Angriffe im Großraum Kiew erfolgreich abgewehrt. „Wir haben uns behauptet und wehren feindliche Angriffe erfolgreich ab“, sagte Selenskyj in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Zwar werde in vielen Regionen der Ukraine weiter gekämpft. Es sei aber „die ukrainische Armee, die Kiew und wichtige Städte rund um die Hauptstadt kontrolliert“.

Der 44-Jährige warf Russland erneut vor, zivile Ziele angegriffen zu haben. „Der Feind hat alles gegen uns eingesetzt: Raketen, Kampfflugzeuge, Drohnen, Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge, Fallschirmjäger.“ Jedoch sei es der russischen Armee nicht gelungen, den Widerstand der Ukrainer zu brechen. Russland habe vorgehabt, politische „Marionetten“ in Kiew zu installieren, wie es sie in den Separatistengebieten in der Ostukraine gebe, sagte Selenskyj. Er fügte hinzu: „Wir haben ihren Plan durchkreuzt.“

Update vom 26. Februar, 10.01 Uhr: Mit einer Nachricht auf Twitter hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union gefordert. „Es ist ein entscheidender Moment, um die langjährige Diskussion ein für alle Mal zu beenden und über die Mitgliedschaft der Ukraine in der #EU zu entscheiden.“ Eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine galt bisher als ausgeschlossen. Ein solcher Schritt dürfte zudem nach Ansicht von Experten eine Einigung mit Russland unmöglich machen.

Ukraine-Konflikt: Russland meldet Einnahme der ukrainischen Stadt Melitopol

Update vom 26. Februar, 9.57 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben die Stadt Melitopol im Süden der Ukraine eingenommen. Die russische Armee habe „die vollständige Kontrolle“ über die Stadt unweit der Halbinsel Krim übernommen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag im russischen Fernsehen. Zudem habe Moskau in der Nacht ukrainische Militäreinrichtungen mit Marschflugkörpern unter Beschuss genommen. Dem Sprecher zufolge wurden die ukrainischen Militäreinrichtungen „mit luft- und seegestützten Marschflugkörpern“ angegriffen. Es handle sich dabei um „Präzisionswaffen großer Reichweite“.

Ukraine-Konflikt: Hochhaus in Kiew von Rakete getroffen

Update vom 26. Februar, 9.28 Uhr: In Kiew ist nach Angaben der Zivilschutzbehörde ein großer Wohnblock von einem Geschoss getroffen worden. Eine Rakete habe das Gebäude zwischen dem 18. und 21. Stockwerk getroffen, erklärte die Behörde am Samstag. Die Evakuierung der Bewohner sei „im Gange“. Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Auf einer von der Behörde im Internet veröffentlichten Aufnahme war ein Hochhaus zu sehen, in dem ein gewaltiges Loch klaffte. Auf der Straße vor dem Haus lagen Trümmer. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte ebenfalls, das Gebäude sei von einer Rakete getroffen worden.

Das getroffene Hochhaus in Kiew.
Das getroffene Hochhaus in Kiew. © HANDOUT/afp

Ukraine-Konflikt: Präsident Selenskyj widerlegt Berichte über angebliche Flucht aus Kiew - „Ich bin hier“

Update vom 26. Februar, 8.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem neuen Video aus Kiew gemeldet und Russland den Kampf angesagt. Die ukrainische Armee werde die Waffen nicht niederlegen, sie werde sich verteidigen, sagte der übernächtigt wirkende Staatschef auf der Straße. Er wünsche „allen einen guten Morgen“, sagte er mit einem Lächeln. Er wolle kursierende Falschnachrichten widerlegen, wonach er das Land verlassen habe. „Ich bin hier.“ Das Land müsse verteidigt werden. „Ruhm der Ukraine!“ Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das zeichnete sich nicht ab.

Wolodymyr Selenskyj ruft in einem neuen Video auf Twitter zum Wiederstand gegen Russland auf.
Wolodymyr Selenskyj ruft in einem neuen Video auf Twitter zum Wiederstand gegen Russland auf. © Screenshot Twitter

Ukraine-Konflikt: Behörden warnen vor Straßenkämpfen in Kiew

Update vom 26. Februar, 7.45 Uhr: Die ukrainischen Behörden in Kiew warnen angesichts des russischen Einmarsches vor Straßenkämpfen in der Hauptstadt. „Auf den Straßen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!“, hieß es in der Mitteilung am Samstag. Wer in einem Bunker sei, solle dort bleiben. Im Fall von Luftalarm sollten die Menschen den nächsten Bunker aufsuchen. Die Stadt veröffentlichte eine Karte dazu.

„Wenn Sie zuhause sind, dann gehen sie nicht ans Fenster, gehen sie nicht auf die Balkone.“ Die Menschen sollten sich etwa auch abdecken, um sich vor Verletzungen zu schützen.

Ukraine-Konflikt: Explosionen und Schüsse in Kiew - Das geschah in der Nacht zu Samstag

Update vom 26. Februar, 7.30 Uhr: Der Krieg Russlands gegen die Ukraine könnte in der entscheidenden Phase sein, in der Nacht meldete das ukrainische Militär viele Gefechte. Das geschah in der Nacht zu Samstag.

Ukraine-Konflikt: Ukrainisches Militär wehrt russische Angriffe ab - Selenskyj mit Videobotschaft

Update vom 26. Februar, 6.30 Uhr: Nach dem russischen Angriff sieht sich die Ukraine im entscheidenden Kampf um die Hauptstadt Kiew. „Das Schicksal des Landes entscheidet sich gerade jetzt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Samstag. Die ukrainischen Streitkräfte meldeten am frühen Morgen Gefechte. Doch blieb die Lage unübersichtlich.

Selenskyj rief die ukrainische Bevölkerung in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal zur Verteidigung von Kiew auf. „Der Feind wird alle seine Kräfte einsetzen, um unseren Widerstand zu brechen“, sagte Selenskyj gegen Mitternacht ukrainischer Zeit. „In dieser Nacht setzen sie zum Sturm auf Kiew an.“ Er rief alle Ukrainer auf, „den Feind wo auch immer möglich aufzuhalten“. Die Bevölkerung sollte alle Markierungen entfernen, die Saboteure an Straßen und Häusern anbringen. „Verbrennt die feindliche Militärtechnik mit allem, was zur Verfügung steht!“

In der Nacht wurden zunächst vom Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt Schüsse und Kämpfe gemeldet. Russische Truppen versuchten, das Heizkraftwerk Nr. 6 anzugreifen, teilte das Amt für Behördenkommunikation mit. Die ukrainische Armee verteidigte das Kraftwerk.

Am frühen Morgen teilte die Armee mit, russische Truppen hätten eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte im Westen von Kiew beschossen. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden. Die Kaserne liegt etwa sieben Kilometer vom Zentrum der Millionenstadt entfernt. Fotos zeigten hellen Feuerschein über der Stelle der Kämpfe. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, waren Explosionen und Schüsse zu hören. Die ukrainischen Streitkräfte hatten schon am Freitag immer wieder Verteidigungserfolge gemeldet, unter anderem den Abschuss eines russischen Militärtransportflugzeugs vom Typ Iljuschin Il-76.

Eine diplomatische Lösung für den Konflikt ist nicht in Sicht. Russland erklärte sich zwar bereit für Gespräche. Und ein Sprecher Selenskyjs sagte, die Führung in Kiew sei darüber mit Moskau in Kontakt. „Unmittelbar in diesen Stunden führen die Seiten Konsultationen über Ort und Zeit eines Gesprächsprozesses“, schrieb Sprecher Serhij Nikiforow auf Facebook. Doch hatte Putin deutlich gemacht, dass er die ukrainische Führung um Selenskyj stürzen will. Der ukrainische Präsident selbst sieht sich als Feind Nummer eins des russischen Angriffs. So bleibt offen, was Gespräche bringen sollen und wer sie führen würde.

Ukraine-Konflikt: Selbst Ex-Präsident kämpft an vorderster Front

Update vom 25. Februar, 22.45 Uhr: Selbst der Ex-Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, kämpft im Krieg an vorderster Front gegen die russischen Invasionstruppen. Poroschenko war von 2014 bis 2019 Regierungschef und hatte den Friedensplan für die Ostukraine 2015 mit ausgehandelt.

Der 56-Jährige ist offenbar Teil einer zusammengewürfelten Einheit des Territorial Defence Battalion, der territorialen Verteidigungskräfte aus Zivilisten und Reservisten. Als Waffe präsentierte er im Interview mit dem amerikanischen Sender CNN eine „kurze Kalaschnikow“. Laut Poroschenko sind die territorialen Verteidigungskräfte unzureichend bewaffnet. Sein Bataillon mit insgesamt 300 Frauen und Männern in Kiew habe zum Beispiel nur zwei Maschinengewehre zur Verfügung. Es gebe viele Freiwillige, aber zu wenige Waffen, erzählte der Politiker weiter.

Ukraine-Konflikt: Nato schickt tausende Soldaten an ihre Ostflanke

Update vom 25. Februar, 21.45 Uhr: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat das transatlantische Verteidigungsbündnis Nato an diesem Freitag ihre Verteidigungspläne für Osteuropa aktiviert. Das ermöglicht den jeweiligen Kommandeuren in den östlichen Mitgliedstaaten, nach eigenem Ermessen Truppen anzufordern und zu verlegen. Darunter sind aktuell auch 900 Bundeswehr-Soldaten in Litauen mit schweren Leopard-2-Panzern und wuchtigen Panzerhaubitzen 2000 sowie drei deutsche Eurofighter-Kampfjets in Rumänien, die bald auf sechs Kampfflugzeuge der Luftwaffe aufgestockt werden sollen.

Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg an diesem Freitagabend erklärte, werden jetzt tausende Soldaten des Bündnisses an die Ostflanke verlegt. Hinzukommen unter anderem 7000 amerikanische Soldaten aus der Allianz, die zusätzlich in Deutschland stationiert werden. Beobachter registrierten in den vergangenen Tagen bereits deutlich größere Aktivitäten auf dem großen US-Stützpunkt Ramstein nahe Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Laut Deutscher Welle (DW) waren Stand 2020 etwa 33.250 US-Soldaten in Deutschland stationiert, hauptsächlich im Südwesten. Darunter fällt auch das „European Command“ in Stuttgart.

Mit Blick auf die Mitgliedstaaten Rumänien, Slowakei, Bulgarien, Polen und die baltischen Staaten sagte Stoltenberg nun: „Das Ergebnis ist: Wir verlegen Nato-Reaktionskräfte an Land, zur See und in der Luft. Es darf keinen Raum geben, das falsch einzuschätzen oder misszuverstehen. Wir werden alles tun, was notwendig ist, um jedes Mitglied und jeden Zentimeter des Nato-Territoriums zu verteidigen.“

Ukraine-Konflikt: Präsident Wolodymyr Selenskyj richtet sich mit Handy-Video an Landsleute

Update vom 25. Februar, 20.15 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Abend gemeinsam mit Regierungsmitgliedern in einer Handy-Video-Botschaft an seine Landsleute gewandt. Der 44-Jährige postete das Video bei Facebook. Er sprach mit emotionalen Worten.

„Wir sind alle hier. Unser Militär ist hier. Die Bürger unserer Gesellschaft sind hier. Wir sind alle hier“, sagte der ukrainische Regierungschef und erklärte: „Wir verteidigen unsere Unabhängigkeit, unser Land, und das wird auch so bleiben! Ehre unseren Verteidigern und Verteidigerinnen! Ehre der Ukraine!“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich am Freitagabend in einer Handy-Video-Botschaft an seine Landsleute.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich am Freitagabend in einer Handy-Video-Botschaft an seine Landsleute. © Screenshot Facebook

Ukraine-Konflikt: Kiew meldet 80 zerstörte russische Panzer und zehn abgeschossene Kampfflugzeuge

Update vom 25. Februar, 19.10 Uhr: Die Informationen beider Seiten lassen sich im Ukraine-Krieg nur schwer verifizieren. Wie Russland behauptet, seien rund 118 Militärstandorte des Gegners zerstört worden. Aber die russischen Truppen hätten keine Zivilisten angegriffen, heißt es. Derweil zeigen Video-Aufnahmen aus mehreren ukrainischen Städten brennende Häuser und beschädigte zivile Wohnanlagen.

Wie indes die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin an diesem Freitag auf ihrer Facebook-Seite schreibt, hätten die russischen Streitkräfte bereits 2800 Soldaten, 80 Panzer und zehn Kampfflugzeuge verloren. Moskau widerspricht dieser Meldung. Gleichwohl kursiert im Internet ein Video, wie die ukrainische Luftabwehr in der Nacht auf Freitag offenbar über Kiew ein Flugobjekt abschießt. Zudem gibt es bei Twitter Fotos und Videos zerstörter Panzerkonvois, die sich jedoch nicht klar zuordnen lassen. Laut verschiedener Medienberichte gibt es etliche Opfer auf beiden Seiten zu beklagen.

Ukraine-Konflikt im News-Ticker: Polen übergibt Nachbar Riesen-Mengen Munition für Kampf gegen Russland

Update vom 25. Februar, 18.55 Uhr: Polen hat der Ukraine eine riesige Lieferung an Munition übergeben. Mariusz Błaszczak, Verteidigungsminister Polens, twitterte ein Foto eines polnischen Militärkonvois an der Grenze zum östlichen Nachbarn. Polen und die Ukraine haben eine lange Grenze.

Baszczak schrieb zu seinem Posting: „Der Konvoi mit der Munition, den wir der Ukraine übergeben, hat unsere Nachbarn bereits erreicht. Wir unterstützen die Ukrainer, wir sind solidarisch und wir stellen uns entschieden gegen die russische Aggression.“ Polen ist ebenfalls eine ehemalige Sowjet-Republik und forderte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt, die Ukraine mit mehr Waffen zu unterstützen. Wie im Baltikum gibt es auch in Warschau Bedenken vor den Ambitionen des russischen Machthabers Wladimir Putin. Im vergangenen Jahrhundert hatten zuerst das russische Kaiserreich und anschließend die Sowjetunion den deutschen Nachbarn territorial vereinnahmt.

Update vom 25. Februar, 18.30 Uhr: Die EU-Außenminister beschließen im Ukraine-Krieg harte Sanktionen gegen Russlands Machthaber Wladimir Putin. Deutschlands Annalena Baerbock (Die Grünen) hält anschließend eine Brandrede.

Ukraine-Konflikt im News-Ticker: Russland darf nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen

Update vom 25. Februar, 17.50 Uhr: Russland darf wegen des Ukraine-Kriegs in diesem Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Das gab der Veranstalter, die Europäische Rundfunkunion, an diesem Freitagabend bekannt.

In der Begründung heißt es, dass ein russischer Act „den diesjährigen Wettbewerb angesichts der beispiellosen Krise in der Ukraine in Verruf bringen“ würde. In der Erklärung heißt es weiter: „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, die Werte eines kulturellen Wettbewerbs zu schützen, der den internationalen Austausch und die Verständigung fördert, das Publikum zusammenbringt, die Vielfalt durch Musik feiert und Europa auf einer Bühne vereint.“

Finnland, das über viele Kilometer an den äußersten Nordwesten Russlands grenzt, hatte im Vorfeld erklärt, keinen eigenen Beitrag zum ESC zu schicken, sollte Russland teilnehmen dürfen. Für die Ukraine tritt die Band Kalush Orchestra mit dem Titel „Stefania“ im Halbfinale an. Der diesjährige ESC findet am 14. Mai im italienischen Turin statt.

Trat für Russland beim ESC 2021 an: Manizha (Mi.).
Trat für Russland beim ESC 2021 an: Manizha (Mi.). © IMAGO / ANP

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Russland überreicht Kiew angeblich ein Angebot für Verhandlungen

Update vom 25. Februar, 16.50 Uhr: Nach eigenen Angaben hat die russische Regierung der Regierung in Kiew ein Angebot für Verhandlungen überreicht. Nach Wünschen Russlands, sollen diese in der belarussischen Hauptstadt Minsk stattfinden, wie Kreml-Sprecher Dimitri Peskow gegenüber der Agentur Interfax bekannt gab.

Belarus gilt nicht nur als enger Verbündeter von Russland, sondern diente im Ukraine-Konflikt auch als Stützpunkt für russischer Truppen, die von dort aus Angriffe auf die Ukraine gestartet hatten. Die ukrainische Seite hatte sich im Gegenzug für Gespräceh in der polnischen Hautpstadt Warschau ausgesprochen.

Ukraine-Konflikt: Putin über ukrainische Regierung - „Bande Drogensüchtiger“

Update vom 25. Februar, 16.28 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich am Freitag in einer Videoansprache zu Wort gemeldet und dabei drastische Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben. Die Mitglieder der Regierung bezeichnete er in seiner Botschaft als eine „Bande Drogensüchtiger, die das ganze Volk als Geisel genommen hat.“ Die ukrainischen Soldaten hingegen seien ehrenwerte Kämpfer, die ihrer „Soldatenpflicht“ nachkommen würden.

Weiter sprach Putin jedoch von „terroristischen Elementen“, die zu den regulären Truppen gestoßen seien. Diese „Neofaschisten“ hätten schwere Waffen in Stadtquartieren stationiert, um so Gegenfeuer der russischen Streitkräfte zu provozieren. Darüber hinaus würden sie auch Menschen als Schutzschilde benutzten. Putin fordert die Soldaten deshalb auf, die ukrainische Führungsriege, um Präsident Selenskyj zu stürzen. „Nehmt die Macht in eure Hände. Mir scheint, Verhandlungen zwischen euch und uns wären einfacher“, so der Präsident.

Mit der Botschaft könnte Putin versuchen, die ukrainischen Kräfte zur Kapitulation zu überreden. Ein Niederlegen der Waffen machte der Kreml-Chef bereits vor wenigen Stunden zur Bedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Ukraine-Konflikt: EU will Vermögen von Putin und Lawrow einfrieren

Update vom 25. Februar, 15.05 Uhr: Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine will die EU die Vermögen von Russlands Präsident Wladimir Putin und dessen Außenminister Sergej Lawrow einfrieren. Darauf hätten sich die 27 Mitgliedstaaten der EU geeinigt, hieß es am Freitag aus EU-Kreisen. Die EU hatte zuvor bereits eine Reihe von Sanktionen gegen Russland verhängt.

Diese richten sich unter anderem gegen drei russische Banken und 23 Verantwortliche aus Putins Umfeld, darunter Verteidigungsminister Sergej Schoigu, Kreml-Stabschef Anton Waino und die Chefredakteurin des staatlichen Fernsehsenders Russia Today, Margarita Simonjan. Ihr Vermögen wird in der EU ebenso eingefroren, wie das von 351 russischen Parlamentsabgeordneten. Zudem werden sie mit Einreisesperren belegt.

Ukraine-Konflikt: Einmarsch Russland in Kiew scheint bevorzustehen

Erstmeldung vom 25. Februar, 14.55 Uhr: Kiew - Russland ist offenbar bis nach Kiew vorgedrungen. Seit Donnerstag (24.2) greift Präsident Putin die Ukraine an. Wie eine Karte zeigt, wurden am ersten Tag des Ukraine-Konflikts Waffenstützpunkt über das ganze Land verteilt angegriffen. 100.000 Menschen sind laut Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks in der Ukraine bereits auf der Flucht. Ein Einmarsch in die Hauptstadt steht wohl offenbar bevor.

Ukraine-Konflikt: Russland rückt in die Hauptstadt vor - Schüsse in der Nähe des Regierungsviertels

Zahlreiche Teile der Ukraine hat Russland eingenommen, darunter Tschernobyl. Eigenen Angaben Russlands zufolge sind im Ukraine-Konflikt bereits 118 Militärobjekte des Landes „außer Gefecht“ gesetzt worden, darunter elf Militärflughäfen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gab es die ersten Explosionen in der Hauptstadt Kiew. Ein mehrstöckiges Wohnhaus wurde von Trümmern einer Rakete getroffen. Ukrainische Kräfte hatten den russischen Luftträger zuvor abschießen können. Drei Menschen wurden verletzt. In den 45 und 80 km entfernten Ortschaften Dymer und Iwankiw hätten sich zudem Fallschirmjäger einer „überwältigenden“ Anzahl russischer Truppen entgegengestellt, die mit gepanzerten Fahrzeugen vorrückten.

Ukraine-Konflikt: Ein Flugzeug-Wrack in Kiew. Die ersten Angriffe in der Hauptstadt begannen in der Nacht auf Freitag.
Ukraine-Konflikt: Ein Flugzeug-Wrack in Kiew. Die ersten Angriffe in der Hauptstadt begannen in der Nacht auf Freitag. © Oleksandr Ratushniak/dpa

Die ersten russischen Einheiten sollen nun bereits nach Kiew eingedrungen sein. In einem nördlichen Bezirk der ukrainischen Hauptstadt ist es am Freitag zu Gefechten gekommen. Auch Explosionen waren im Stadtteil Obolonsky zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP über den Ukraine-Krieg berichtete. Ebenso habe es Schüsse in der Nähe des Regierungsviertels gegeben. Die EU, sowie andere Staaten, reagierten gegenüber Russland mit harten Sanktionen. Die USA verstärken angesichts des Ukraine-Krieges zudem die NATO.

Ukraine-Konflikt: Putins Außenminister erklärt Absichten - „Entmilitarisierung und Entnazifizierung“

„Heute wird der härteste Tag“, sagt Anton Heraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers laut Tagesschau. Russland plane offenbar, mit Panzern von Iwankiw und Tschernihiw nach Kiew durchzubrechen. Die Verteidiger hielten Panzerabwehrraketen bereit. Mit Sturmgewehren bewaffnete Patrouillen seien in der Innenstadt unterwegs. Straßen und Plätze seinen leer. Das ukrainische Verteidigungsministerium rief auch die Bevölkerung dazu auf, russische Militärfahrzeuge überall zu blockieren.

Indes hat sich Putins Außenminister Sergej Lawrow zum Ukraine-Konflikt geäußert. Er sprach dem Nachbarland erneut die Legitimation ab. „Wir sehen keine Möglichkeit, eine Regierung als demokratisch anzuerkennen, die ihr eigenes Volk unterdrückt und Völkermord-Methoden anwendet“, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

Niemand wird die Ukraine besetzen. Der Zweck der Operation wurde offen erklärt: Entmilitarisierung und Entnazifizierung.

Sergej Lawrow - Außenminister Russland

„Niemand wird die Ukraine besetzen“, behauptete Lawrow. „Der Zweck der Operation wurde offen erklärt: Entmilitarisierung und Entnazifizierung.“ Der Kreml behauptet seit Jahren, 2014 hätten aus dem Ausland gesteuerte „Faschisten“ in Kiew einen Staatsstreich herbeigeführt. Lawrow versicherte: „Wir sind daran interessiert, dass das ukrainische Volk unabhängig ist, eine Regierung hat, die seine ganze Vielfalt repräsentiert.“ Nach der Wiederherstellung der „demokratischen Ordnung“ werde die Lage wieder Verhandlungen erlauben.

Ukraine-Konflikt: Russland plötzlich zu Verhandlungen bereit - aber nur unter einer harten Bedingung

Überraschend hat Lawrow am Freitag erneut über Verhandlungsmöglichkeiten gesprochen, stellte jedoch harte Bedingungen. Russland sei in Folge einer ukrainischen Kapitulation bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit, sobald die ukrainischen Streitkräfte auf unsere Aufforderung reagieren und ihre Waffen niederlegen“, hieß es. Präsident Putin hatte zuvor in einem Telefonat mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping angegeben, er sei bereit, „auf hoher Ebene“ mit der Ukraine zu verhandeln, so die Nachrichtenagentur Ria. (chd/sk/dpa/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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