Krankenkasse machte Ärger

Vergiftung bei Hohlmeier: „Ärztin rettete mir das Leben“

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Monika Hohlmeier.

München - Monika Hohlmeier ist nach einer schweren Quecksilbervergiftung nur knapp dem Tod entronnen! Bei der Behandlung machte die Krankenkasse Ärger. 

„Meine Ärztin hat mir quasi das Leben gerettet“, sagte die Tochter von Franz Josef Strauß der Bunten. „Ich war sehr müde und hatte Schwierigkeiten beim Treppensteigen, starke Kopf- und Gliederschmerzen kamen hinzu, ich konnte kaum mehr schlafen und mich nicht mehr richtig konzentrieren“, erzählte die 54-Jährige.

Zunächst dachte die CSU-Europaabgeordnete, ihre Beschwerden sowie eine deutliche Gewichtszunahme würden mit den Wechseljahren zusammenhängen. „Entweder man wird zur Ziege oder zur Kuh – ich dachte, dass ich zu Letzterem tendiere. Dass das auch mit Schwermetallbelastung zu tun haben könnte, darauf wäre ich im Traum nicht gekommen.“

Hohlmeiers Kinder reagieren schnell

Ihre Tochter Michaela (30) und ihr Sohn Markus (27) merkten schnell, dass etwas nicht stimmt – und sie überredeten ihre Mutter, sich durchchecken zu lassen. Hohlmeiers Ärztin fand die wahre Ursache der Beschwerden – eine rätselhafte Quecksilbervergiftung mit zehnfach erhöhtem Wert sowie erhöhte Bleiwerte! „Meine Leber- und Nierenwerte waren außerhalb der Norm. Ich fühlte mich fremd in meinem Körper, als wäre Sand im Getriebe“, so die CSU-Politikerin, die immer noch rätselt, wo sie sich die Vergiftung hergeholt haben könnte.

Vor drei Monaten begann Hohlmeier mit einer Entgiftung: „Die Hälfte des Quecksilbers ist dank der Ausleitung wieder draußen – dem lieben Gott bin ich sehr dankbar, dass mein Körper doch so einiges aushält.“ Aber Hohlmeier erlebte so auch am eigenen Leib die Probleme vieler erkrankter Bürger mit den Krankenkassen: Ihre private Krankenkasse „forderte mich auf, meine Blutuntersuchungen und die Ausleitung zu rechtfertigen, Medikamente wurden infrage gestellt“. Hohlmeier zahlte die Behandlung zu großen Teilen aus eigener Tasche. „Ich kann das, andere können das nicht – das ist nicht akzeptabel.“

Angesichts ihrer persönlichen Erfahrung fordert die CSU-Politikerin höhere Grenzwerte für Quecksilber: „Wieso sind unsere Meere nicht nur voller Plastik, sondern auch voller Quecksilber? Wieso sind Fische so belastet?“

Quecksilber: Hier lauert die Gefahr

„Es ist eine Gefahr, die man nicht sieht und nicht riecht“: Monika Hohlmeier tritt angesichts ihrer dramatischen Quecksilber-Vergiftung für höhere Grenzwerte für das schädliche Schwermetall ein. Die tz erklärt, wo das Gift enthalten sein kann.

Fische: Durch die Verklappung von Abfällen im Meer sind große Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch oft massiv mit Quecksilber belastet. 2013 wurde die Minamata-Konvention der UN verabschiedet, die die Schwermetall-Emissionen eindämmen soll. Benannt ist das Abkommen nach der japanischen Stadt Minamata, wo durch Gift-Verklappung in den 50er-Jahren 17 000 Menschen vergiftet wurden und 3000 starben.

Wildpilze: Besonders in getrockneten Pilzen stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz über den Grenzwerten liegende Quecksilber-Konzentrationen fest.

Energiesparlampen: Wenn die Lampen zerbrechen, tritt gefährliches Quecksilber aus.

Impfstoffe und Zahnfüllungen: Auf Druck der Weltgesundheitsorganisation erlaubt die Minamata-Konvention weiterhin, Quecksilber als Konservierungsmittel für Impfstoffe zu verwenden. Auch der Einsatz in Zahnfüllungen bleibt erlaubt, soll aber verringert werden.

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