Ramsauer erhält Kritik aus eigenen Reihen für Brenner-Pläne

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Für seine Brenner-Pläne schlägt Verkehrsminister Peter Ramsauer harsche Kritik aus seiner eigenen Partei entgegen.

Rosenheim/Berlin - Nachdem Verkehrsminister Peter Ramsauer seine Pläne für den Brenner im Münchner Merkur vorgestellt hat, ist in der CSU ein heftiger Streit darüber entbrannt.

In der CSU ist ein Streit um neue Bahntrassen für die sogenannte Zulaufstrecke zum geplanten Brennerbasistunnel entbrannt. Die Vize-Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, die Rosenheimer Abgeordnete Daniela Ludwig, nannte Pläne von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Mittwoch inakzeptabel. “Neue oberirdische Bahngleise durch das Inntal kommen nicht infrage“, teilte Ludwig zu den Plänen ihres Parteifreundes mit. Der Tunnel unter dem Brenner soll 2026 in Betrieb gehen. Nördlich davon sind die Anschlüsse von München über Rosenheim nach Kufstein im österreichischen Bundesland Tirol geplant. In unserer Zeitung, dem Münchner Merkur, hatte Ramsauer am Mittwoch angekündigt, für die Zulaufstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein seien zwei neue Gleise notwendig. Dem widersprach Ludwig heftig. “Würde Verkehrsminister Ramsauer die örtlichen Gegebenheiten zum Beispiel in Brannenburg, Flintsbach und Oberaudorf kennen, dann würde er wissen, dass neue oberirdische Gleise diesen Gemeinden nicht zuzumuten sind.“

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In diesen Inntal-Kommunen führt die derzeitige Bahnstrecke mitten durch den Ort. Ludwig will daher nur einen Tunnel für die Zulaufstrecke akzeptieren. Unterstützung erfährt sie vom Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner. “Da muss es Tunnel geben, anders kann ich mir das gar nicht vorstellen“, sagte der Parlamentarier unserer Zeitung.

Ramsauer schwebt an einer anderen Stelle der Zulaufstrecke - südöstlich von München - ein Tunnel vor, was Ludwig wiederum ablehnt. “Diese Strecke führt weitestgehend durch freie Landschaft. Deshalb kann ich so einen Vorschlag gar nicht ernst nehmen“, kanzelt Ludwig den Plan ab. “Was für einen Sinn sollten hier Tunnel machen?“ Gar nicht anfreunden kann Ludwig sich zudem mit dem Vorschlag, Rosenheim bei der Zulaufstrecke zu umfahren. “Rosenheim ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Richtung Süden. Die Stadt darf man nicht von den bedeutendsten Wirtschaftsrouten abkoppeln“, schreibt sie.

Ramsauer sucht indessen den Dialog mit den Beteiligten. Dies findet die CSU-Landesgruppen-Vizechefin zwar grundsätzlich in Ordnung, “aber bitte nicht auf der Basis der bisherigen Vorschläge“. Ihr Fazit: “Der Brennerbasistunnel ist das wichtigste verkehrspolitische Vorhaben im Süden Europas. Die Planungen für die Zulaufstrecken müssen wir schon seriös durchführen.“

dpa

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