Brüssel lässt Finger vom Schnupftabak

tz rettet den Schmalzler!

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Die Bayern dürfen weiter eine ordentliche Prise schnupfen

München - Der frisch gebackene Friedensnobelpreisträger EU begräbt das Kriegsbeil mit den Schnupfern! Brüssel lässt den Finger vom Schmalzler.

Eine Welle der Empörung unter Bürgern wie Politikern hatte ein tz-Bericht vom 27. September ausgelöst, wonach Brüssel einen Angriff auf unser Kulturgut plante. Jetzt bestätigten EU-Kommissionskreise: Liebhaber des Schmalzlers können aufatmen!

Konkret ging es um die geplante EU-Richtlinie zur „Herstellung, Aufmachung und zum Verkauf von Tabak­erzeugnissen“. Damit will der Staatenbund vor allem gegen das gesundheitsschädliche Rauchen sowie Zusatzstoffe im Tabak vorgehen – und hatte so auch den Schnupftabak mit ins Visier genommen, weil der Schmai Menthol enthält.

Überaus verschnupft waren die Reaktionen auf den Verbotsplan. Der niederbayerische Europa-Abgeordnete Manfred Weber (CSU) schrieb einen Brandbrief an die EU-Kommission und warnte vor der „öffentliche Stimmung gegenüber der Kommission und Europa“. Bei ihrem Bezirksparteitag lud die Niederbayern-FDP sogleich zum demonstrativen Schnupfen „gegen die Eurokraten“. Zudem bangten rund 70 Mitarbeiter des Geisenhausener Schnupftabak-Monopolisten Pöschl um ihre Jobs.

Das sorgte wiederum bei der EU-Kommission für eine Prise schlechten Gewissens: Ein Angriff auf „traditionelle Formen“ des Tabakkonsums sei nicht beabsichtigt gewesen. Der Schnupftabak bleibt erlaubt. Aber die Packungen sollen wohl schärfere Warnhinweise über die Gesundheitsgefährdung erhalten. Pöschl-Geschäftsführer Patrick Engels zeigte sich am Freitag vorsichtig erleichtert: „Wenn der Status quo beibehalten wird, bin ich hocherfreut!“

Walther Schneeweiß

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