Bayerns SPD-Chef will Feiertagsregelung beibehalten

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Markus Rinderspacher vermutet Machtspielchen hinter den Überlegungen der schwarz-gelben Koalition.

München - In der Diskussion um die Feiertagsruhe in Bayern macht sich SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher für die geltenden Regelungen zu den stillen Feiertagen stark.

“Ich plädiere dafür, jenseits der Glaubensfragen an diesen Ruheankern in einer zunehmend hektischeren Welt festzuhalten“, erklärte Rinderspacher am Sonntag in München. Es zeuge nicht von einer besonderen Sensibilität Seehofers, “dass die CSU ausgerechnet in der 50-tägigen Osterzeit bekannt gibt, wesentliche Regelungen der stillen Feiertage gemeinsam mit der FDP opfern zu wollen“. Bei den Plänen gehe es um die “Wiederbelebung der FDP als Machtgarantie für die CSU“.

Die schwarz-gelbe Koalition will das Tanzverbot in den Nächten vor den sogenannten stillen Feiertagen lockern. Künftig soll bis 2.00 Uhr in den jeweiligen Tag hineingefeiert werden dürfen - bislang muss um 24.00 Uhr Schluss sein. Die Lockerung soll für Aschermittwoch, Gründonnerstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag und Buß- und Bettag gelten. Kritisch zu den Plänen hatte sich auch der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx geäußert. Er warnte vor einer schleichenden Aushöhlung der Feiertagsregelung.

Beschwerden werden erwartet

Rinderspacher kündigte an, er selbst werde das Gespräch mit Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm über die schwarz-gelben Pläne suchen. Er rechne mit einer Fülle von Beschwerden und Eingaben aus Bayerns Pfarreien an den Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags.

Stille Tage im Sinne des Bayerischen Feiertagsgesetzes sind Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, der Volkstrauertag, Buß- und Bettag, der Totensonntag und der Heiligabend. An diesen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur dann erlaubt, wenn ein entsprechend ernster Charakter gewahrt ist.

dpa

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