Rösler: Ausländische Kräfte für Gesundheits-Sektor

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Gesundheitsminister Philipp Rösler setzt im Gesundheits-Sektor auf ausländische Kräfte

Berlin - Gesundheitsminister Philipp Rösler will mehr ausländische Krankenschwestern, Ärzte und Pflegekräfte für Deutschland gewinnen. Deshalb will er Bewerbern den Einstieg auch besonders leicht machen.

Dazu sollen ausländische Berufsqualifikationen leichter anerkannt werden. Der geplante Gesetzentwurf sei nicht nur ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, sondern auch zur Integration von Migranten, sagte der FDP-Minister am Dienstag in Berlin.

Einschränkungen in der Qualität einzelner Heilberufe seien nicht zu befürchten. “Staatsbürgerschaften dürfen da keine Rolle mehr spielen, sondern allein das Fachliche“, sagte Rösler. Widerstand von Ärztevertretern und Verbänden der Branche seien nicht zu erwarten.

Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch ihren lange angekündigten Entwurf für ein “Anerkennungsgesetz“ beschließen. Probleme könnten noch die notwendigen Änderungen zahlreicher Berufs-Ausbildungsordnungen in Abstimmung mit den Ländern und den Tarifparteien bereiten. Wieviele Fachkräfte in Heilberufen von den Plänen profitieren, ist nach Darstellung des Ministers noch offen.

Zu den Neuregelungen des “Anerkennungsgesetzes“ gehört laut Rösler, dass die deutsche beziehungsweise europäische Staatsbürgerschaft als Voraussetzung für die Zulassung von Heilberufen (Approbation) nicht mehr erforderlich ist.

Ausbildungsdefizite mit Anpassungslehrgängen ausgleichen

Jeder Migrant, der einen ausländischen Ausbildungsnachweis mit nach Deutschland bringe, habe künftig ein Anrecht auf individuelle Prüfung seiner Qualifikation. “Das ist durchaus ein großer Schritt nach vorne“, sagte Rösler. Eine Gleichwertigkeitsprüfung werde es auch bei Berufsqualifikationen aus sogenannten Drittstaaten - also Ländern außerhalb der EU - geben.

“Jetzt besteht die Chance, dass man seine Qualität auch nachweisen kann“, sagte der Minister. Mögliche Ausbildungsdefizite könnten ausgeglichen werden, etwa durch einen Anpassungslehrgang oder durch gesonderte Prüfungen. Die fachliche Qualifikation könne nicht infrage gestellt werden. “Nur um den Fachkräftemangel zu begegnen, bin ich nicht bereit, die Qualitätsvoraussetzungen bei den einzelnen Abschlüssen zu senken“, sagte Rösler. Es sei die richtige Balance gefunden worden. Die Verbände könnten damit zufrieden sein.

Hintergrund des geplanten “Anerkennungsgesetzes“ ist, dass viele der nach Deutschland Zugewanderten und auch viele Deutsche in anderen Ländern gute berufliche Qualifikationen und Abschlüsse erworben haben. Diese können sie aber oft nicht optimal nutzen, weil einheitliche Bewertungen fehlen. Betroffen sind nach früheren Angaben des Bildungsministeriums etwa 300 000 Menschen.

dpa

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