Reaktion auf US-Sanktionen

Russland: Gazprom kann Nord Stream 2 notfalls alleine bauen

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Blick auf die Baustelle der Empfangsstation der Ostseepipeline "Nord Stream 2" bei Lubmin. Foto: Stefan Sauer

Dann eben ohne die Deutschen: Russland lässt sich von Sanktionen wegen des umstrittenen Pipeline-Projekts Nord Stream 2 nicht beeindrucken.

Berlin (dpa) - Die russische Regierung hat versichert, dass der russische Gazprom-Konzern die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 notfalls im Alleingang zu Ende bauen kann.

Der stellvertretende Energieminister Anatoli Janowski und der Vorsitzende des Energieausschusses des russischen Parlaments, Pawel Sawalny, machten am Donnerstag bei einer Gas-Konferenz in Berlin klar, dass ein Ausstieg deutscher Unternehmen bei US-Sanktionen das Projekt nicht gefährden würde.

Janowski sagte, dass "letztlich Gazprom dieses Projekt auch eigenständig abschließen könnte, und zwar inklusive allem, was gefordert ist". Sawalny fügte hinzu, dass er nicht glaube, dass sich alle deutschen Unternehmen durch Sanktionen aus dem deutsch-russischen Projekt drängen lassen würden. "Ich weiß von vielen Gesellschaften, die im Projekt bleiben werden." Den USA warf Sawalny vor, sich wie das Römische Reich zu verhalten, nach dem Motto: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

Die USA und viele EU-Staaten kritisieren den Pipeline-Bau, weil sie eine zu große Abhängigkeit von russischem Gas befürchten. Die Vereinigten Staaten haben auch den beteiligten deutschen Unternehmen mit Sanktionen gedroht.

Die Bundesregierung stemmt sich trotz aller Kritik innerhalb der EU gegen einen Stopp der schon zu einem großen Teil fertiggestellten Gasleitung. Befürworter argumentieren, die Pipeline sei wirtschaftlich notwendig, da die Eigenproduktion an Erdgas in Europa bis 2035 deutlich sinke, der Bedarf aber annähernd gleich bleibe.

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