1. tz
  2. Politik

Putins Rache: Russlands nächste Großoffensive steht „unmittelbar“ bevor

Erstellt:

Von: Tobias Utz

Kommentare

Russland verfolgt weiterhin sein Minimalziel im Ukraine-Krieg: die Eroberung des Donbass. Doch wie geht es weiter?

Kiew/Moskau – Wenige Tage, bevor sich der Ukraine-Krieg zum ersten Mal jährt, erhöht die internationale Gemeinschaft den Druck auf Russland: Die Ukraine erhält zahlreiche Panzer von westlichen Verbündeten. Die veränderte militärische Lage im Ukraine-Konflikt sorgt offenbar zu einer Reaktion des Kreml: Spätestens im Frühjahr soll es zu einer neuen Offensive kommen.

Für Christian Mölling und András Rácz, Experten von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, steht diese unmittelbar bevor. In einer Analyse für das ZDF prognostizieren sie diese „in den kommenden Wochen“. Neben dem Aspekt des Jahrestages der russischen Invasion am 24. Februar spielen vor allem die Kombination aus ukrainischer Aufrüstung und russischen Verluste eine entscheidende Rolle, so die Experten. „Insbesondere Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sind in Russland bereits knapp. Daher muss Moskau noch vor dem Eintreffen der neuen westlichen Lieferungen einen entscheidenden Schritt unternehmen“, heißt es in der Analyse.

Russland plant wohl neue Offensive im Ukraine-Krieg

Die Verluste könnten Wehrpflichtige, die bereits im November eingezogen wurden und ab Februar einsatzbereit sind, kompensieren. Insbesondere die Logistik könnte demnach davon profitieren. Als Ziel der Offensive gilt den Experten nach abermals der Donbass, im Osten der Ukraine.

Russland im Ukraine-Krieg
Ein ukrainischer Soldat einer Artillerieeinheit reagiert, als er am 30. Dezember am Stadtrand von Bachmut in der Ostukraine auf russische Stellungen feuert. © Sameer Al-Doumy / AFP

Die Region ist seit vergangenem Februar kriegsgebeutelt. Hinter einer möglichen Eroberung Russlands, die bereits mehrfach scheiterte, steckt ein strategisches Interesse: Der Donbass ist Teil einer Landverbindung zur illegal annektierten Halbinsel Krim. Das bestätigen auch die beiden Experten von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik: „Der Kreml ist seit langem bestrebt, die Kontrolle über die gesamte Region zu erlangen. Außerdem wurden bereits extrem viele Ressourcen für diese Aufgabe bereitgestellt – eine entscheidende Verlagerung des Schwerpunkts ist daher nach dem Stand der Dinge Anfang Februar äußerst unwahrscheinlich.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet ebenfalls mit einer schnellen Reaktion Russlands auf die Panzerlieferungen des Westens. Wladimir Putins „große Rache“ habe begonnen, sagte er laut Angaben des TV-Senders Al Jazeera. „Ich glaube, dass Russland wirklich seine große Rache will. Ich glaube, sie haben bereits damit begonnen“, so Selenskyj.

Russland im Ukraine-Krieg: Putins Motiv ist offenbar Vergeltung

Die russischen Angriffe im Osten seien trotz schwerer Verluste auf russischer Seite unerbittlich. Putins Motiv sei Vergeltung, getrieben durch die Propaganda. Unter anderem behauptet der Kreml seit geraumer Zeit, die Ukraine lediglich zu „befreien“.

Hinweis der Redaktion

Die Informationen stammen teilweise von Kriegsparteien im Ukraine-Konflikt. Sie sind teilweise nicht unmittelbar auf unabhängige Weise verifizierbar.

Zeitgleich zu Offensiv-Plänen in der Ukraine konstruiert Putin eine angebliche Gefahrenlage in Russland. Wie es in einer Analyse des Thinktanks „Institute for the Study of War“ heißt, will der russische Präsident damit die Bevölkerung auf weitere Investitionen im Ukraine-Krieg vorbereiten. Putin versprach der Bevölkerung zu Invasionsbeginn, dass der Krieg innerhalb von 15 Tagen gewonnen werde. Auch anschließende Prognosen scheiterten. (tu)

Auch interessant

Kommentare