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„Deutsche mögen Armbinden“: Russlands Staats-TV vergleicht „One Love“-Binde mit Hakenkreuz

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Kommentar zur „One-Love“-Binde im russischen Staatsfernsehen.
Kommentar zur „One-Love“-Binde im russischen Staatsfernsehen. © Twitter/@BBCWillVernon

Die „One Love“-Binde sorgt für Diskussionen bei der Fußball-WM in Katar. Das russische Staatsfernsehen lieferte nun einen absurden Vergleich.

München – Attacken gegen Deutschland im russischen Staatsfernsehen sind nichts Neues. Sie sind inzwischen sogar fast schon Teil des täglichen Programms geworden. Mal sind es Atomwaffendrohungen, mal Vergleiche zwischen Hitler und Bundeskanzler Olaf Scholz und mal Beschwerden über Außenministerin Annalena Baerbock. Doch fast jedes Mal schafft es das Staatsfernsehen in Moskau, die eigene Absurdität zu übertreffen.

Jetzt folgte schon der nächste, verbale Angriff auf Deutschland im Sender Rossija-1, berichtete Merkur.de. Diesmal mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar. Dabei ging es besonders um die „One Love“-Armbinde, die schon vor dem unglücklichen Auftaktspiel gegen Japan für ordentlich Krach sorgte. Ein Gast der Sendung „60 Minuten“ zog einen Vergleich zum Hakenkreuz der Nazis, wie Will Vernon, ein Journalist des britischen Senders BBC, auf Twitter mitteilte.

„One Love“-Binde: Gast in russischem Staats-TV zieht Vergleich zu Hakenkreuz

So schaffte er es tatsächlich, die russische anti-LGBTQ-Rhetorik und Nazi-Vorwürfe gegen Deutschland und den Westen unter ein Dach zu bringen. „Ich höre hier einem Gast von ‚60 Minuten‘ auf Rossija-1 zu, der die ‚One Love‘-Armbinde, die die deutsche Fußballmannschaft in Katar tragen wollte, mit einem ‚Nazi Hakenkreuz‘ vergleicht“, schrieb Vernon auf Twitter. Und ergänzte seinen Beitrag um ein Foto der Sendung.

Der Kommentar des Gastes laut dem BBC-Reporter: „Deutsche mögen Armbinden sehr.“ Dabei handelt es sich um eine klare Anlehnung an Hakenkreuz-Armbinden, die während des Nazi-Regimes getragen wurden. „Es sieht danach aus, dass kein Tag vorbeigeht, ohne dass prominente Kommentatoren und Moderatoren im russischen Staatsfernsehen deutsche Beamten Nazis nennen oder Olaf Scholz mit Hitler vergleichen“, schrieb Vernon zu der Szene.

Der Beitrag des BBC-Journalisten verrät zwar nicht, ob auch der Name von Innenministerin Nancy Faeser in diesem Zusammenhang fiel. Doch das dürfte der Fall gewesen sein. Immerhin schmuggelte Faeser unter ihrem Blazer eine „One Love“-Armbinde in das Stadion und ließ sich damit fotografieren. (bb)

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