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„Massives Versagen“: Russland kauft jetzt in Nordkorea ein – für den Ukraine-Krieg

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Von: Victoria Krumbeck

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Russland scheint von den westlichen Sanktionen geschwächt zu sein. Jetzt soll das Militär Waffen aus Nordkorea bekommen.

München/Washington – Der Krieg in der Ukraine verläuft für Russland anderes als erwartet. Statt eines schnellen Sieges kommt die russische Armee nur langsam voran und beschert hohe Verluste. Selbst einige Militärexperten glauben an eine Niederlage Russlands. Die ukrainische Seite startete in den vergangenen Tagen eine Gegenoffensive, die offenbar zu einem Abzug der russischen Streitkräfte aus bestimmten Gebieten führte. Nun scheint Russland auch Schwierigkeiten mit der Beschaffung von weiteren Waffen zu haben – und kauft in Nordkorea ein.

Russland kauft Waffen von Nordkorea - Sanktionen zeigen offenbar Wirkung

Nach Informationen des US-amerikanischen Geheimdienstes kauft Russland konkret Millionen Artilleriegeschosse und Raketen aus Nordkorea, wie die New York Times berichtete. Zuvor hatte Russland Drohnen aus dem Iran erhalten. Ein US-Regierungsbeamter schätzte Russlands Entscheidungen, Waffen aus Nordkorea und Iran zu beziehen als ein gutes Zeichen für die Wirkung der Sanktionen ein. Iran und Nordkorea sind ebenfalls Sanktionen ausgesetzt und vom internationalen Handel abgeschnitten.

Laut US-Geheimdienstinformationen soll Russland Waffen aus Nordkorea bekommen. Die westlichen Sanktionen zeigen offenbar ihre Wirkung.
Der oberste Führer Nordkoreas Kim Jong-un und der russische Präsident Wladimir Putin im April 2019. © KCNA/IMAGO

Die verhängten Sanktionen beeinträchtigen offenbar Moskaus Fähigkeit, Waffen für die russische Armee zu besorgen. Der Import von Waffen oder von Elektronik, die für die Herstellung von Waffen gebraucht wird, konnte nicht erfolgen. „Der Kreml sollte beunruhigt sein, dass er überhaupt etwas von Nordkorea kaufen muss“, sagte Mason Clark, der das Russland-Team am „Institute for the Study of War“ leitet, der New York Times.

Sanktionen schwächen Russlands Militär - Waffenlieferungen erschwert

„Dies ist sehr wahrscheinlich ein Hinweis auf ein massives Versagen des russischen militärisch-industriellen Komplexes, das wahrscheinlich tiefe Wurzeln und sehr schwerwiegende Auswirkungen auf die russischen Streitkräfte hat“, schätzte der Militärexperte Frederick Kagan vom „American Enterprise Institute“ die Lage ein.

Um welche Waffen es sich genau handelt, wann diese geliefert werden und wie viele es sind, wurde noch nicht bekannt gegebenen. Ob es wirklich zu einem russischen Kauf von nordkoreanischen Waffen gekommen ist, lässt sich nicht unabhängig prüfen. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Russland mit Nordkorea Verträge zum Wiederaufbau abgeschlossen haben soll. (vk)

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