Sarrazin gerät immer stärker unter Druck

Frankfurt/Main - Die Kritik an den Äußerungen Thilo Sarrazins wird immer lauter. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erhöhte den Druck auf Sarrazin, die Partei zu verlassen.

Die Linke forderte den Vorstand auf, die Abberufung Sarrazins aus dem Führungsgremium der Notenbank zu beantragen. Die Grünen sprachen sich dafür aus, das Ernennungsverfahren für Bundesbank-Vorstände generell zu reformieren.

"Ausgeprägte Profilneurose"

Sarrazin sei ein “unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose“ und missbrauche den Namen der SPD, sagte Nahles dem “Hamburger Abendblatt“. Wer Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich mache und gegeneinander aufbringe, treibe “ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen“ und habe mit den Werten und Überzeugungen der SPD nichts zu tun.

Linke: Sarrazin ist untragbar

Die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch forderte die Abberufung des SPD-Politikers aus dem Führungsgremium der Notenbank. Sarrazin sei in einem öffentlichen Amt untragbar, betonte sie. Ein Spitzenbeamter, der Menschen aufhetze, sei nicht akzeptabel. Die Notenbank dürfe kein verantwortungsfreier Raum sein. Der Bundesbankvorstand müsse zum äußersten Mittel greifen.

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

"Will ich den Muezzin hören, dann reise ich ins Morgenland." © dpa
"Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb." © dpa
"In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung." © dpa
"Besonders beliebt ist es, den Kritikern des Islam mangelnde Liberalität vorzuwerfen." © dpa
"Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden." © dpa
"Fabriken und Dienstleistungen müssen wandern, nicht die Menschen." © dpa
"Der Weg in den deutschen Sozialstaat darf nicht ohne Wegezoll möglich sein." © dpa
"In den USA bekämen sie keinen müden Cent. Deswegen sind sie auch nicht dort." © dpa
"Ich möchte nicht, dass das Land meiner Urenkel in weiten Teilen muslimisch ist." © dpa
"Die Arbeitsmigration der sechziger Jahre hat eine europäische Völkerwanderung in Gang gesetzt." © dpa

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