Sarrazin: Volksgruppen lassen sich an Genen unterscheiden

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Berlin - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat seine These von genetischen Gemeinsamkeiten verschiedener Volksgruppen erneuert. Gleichzeitig hat er Missverständnisse bedauert und Reue gezeigt.

“Es gibt Gene, anhand von denen man Volksgruppen voneinander unterscheiden kann. Das gilt für viele Volksgruppen, also nicht nur für die Juden“, sagte Sarrazin am Montagabend in der ARD-Sendung “Beckmann“.

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Der 65-Jährige war heftig kritisiert worden für die Interview-Antwort: “Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“ Am Montag teilte er mit, er habe sich nicht hinreichend präzise ausgedrückt, er bedauere die entstandenen “Irritationen und Missverständnisse“. Sarrazin sagte in der Sendung, er habe diese Passage überhaupt nicht als problematisch angesehen. Sie habe auch nichts mit seinem Buch “Deutschland schafft sich ab“ zu tun, das Sarrazin am Montag vorgestellt hatte.

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

"Will ich den Muezzin hören, dann reise ich ins Morgenland." © dpa
"Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb." © dpa
"In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung." © dpa
"Besonders beliebt ist es, den Kritikern des Islam mangelnde Liberalität vorzuwerfen." © dpa
"Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden." © dpa
"Fabriken und Dienstleistungen müssen wandern, nicht die Menschen." © dpa
"Der Weg in den deutschen Sozialstaat darf nicht ohne Wegezoll möglich sein." © dpa
"In den USA bekämen sie keinen müden Cent. Deswegen sind sie auch nicht dort." © dpa
"Ich möchte nicht, dass das Land meiner Urenkel in weiten Teilen muslimisch ist." © dpa
"Die Arbeitsmigration der sechziger Jahre hat eine europäische Völkerwanderung in Gang gesetzt." © dpa

Darin kritisiert er die mangelnde Integration muslimischer Einwanderer und fordert drastische Gegenmaßnahmen. Die niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) warf dem Autor in der Sendung Häme und eine verächtliche Art vor. Sarrazin erkenne die Leistungen von Migranten nicht an und versuche die Gesellschaft zu spalten, sagte die Ministerin mit türkischen Wurzeln.

SPD-Vize Olaf Scholz begründete das Ziel seiner Partei, Sarrazin auszuschließen. “Er diskutiert über Abstammung, über Herkunft als Problem, und nicht als Aufgabe, wie man Menschen eine bessere Zukunft verschaffen kann.“ Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, sprach sich dagegen im ARD-Nachtmagazin dagegen aus, Sarrazin auszuschließen. Die Partei müsse unbequeme Themen aushalten. “Zur Not muss man sich fetzen.“

dpa

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