Wer wird Finanzminister?

Schäuble kämpft um sein Amt

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Polit-profi und Stütze der Kanzlerin: Finanzminister Schäuble will seinen Posten behalten

Berlin - Parallel zu den laufenden Sonderierungsgesprächen will die Diskussion um die Besetzung der Ämter einfach nicht verstummen. Die tz zeigt, wie das Kabinett Merkel III aussehen könnte:

Bei Sonderierungsgesprächen geht es ausschließlich um Inhalte! Diese Losung mögen die Berliner Verhandler noch so betonen – die Diskussionen um Köpfe und Posten bei einer Wiederauflage der Großen Koalition verstummen trotzdem nicht. Die ministrablen Figuren von Schwarz und Rot sind bekannt, und offensichtlich ist auch, dass es zu viele sind für die 15 Kabinettspositionen. Gestern sondierten Union und SPD ein zweites Mal. Heute sind wieder die Grünen dran. Die Mehrheit der Bevölkerung aber will Schwarz-Rot. Die tz zeigt, wie das Kabinett Merkel III aussehen könnte.

Finanzen

Wolfgang Schäuble (CDU) hätte ein persönliches Problem mit einer Großen Koalition: Die SPD hat für diesen Fall gleich nach der Wahl Anspruch auf das Amt des 71-Jährigen angemeldet. Der schwäbische Politprofi ist Kanzlerin Angela Merkels bewährte rechte Hand als Euro-Krisenmanager – sie würde ihn höchst ungern missen. Die Sozialdemokraten fürchten aber, dass das eingespielte Tandem Schäuble-Merkel ihre Partei vier Jahre lang zum Abnicken der Euro-Politik nach gehabtem Muster verdammen würde. Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, der das Amt als Erster für die SPD reklamierte, soll selbst ein Auge darauf geworfen haben. Seine Chancen sind gering, die Forderung aber bleibt. Nachdem Peer Steinbrück, Finanzminister der letzten Großen Koalition abgewunken hat, sind zumindest in der Bundestagsfraktion wenige geeignete Kandidaten zu sehen. Möglich wäre eine Besetzung durch SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich aber als Merkels Finanz-Feldmarschall schlecht gegen sie profilieren könnte. Auch Jörg Asmussen wird gehandelt: Der EZB-Direktor will aber seinen Job eigentlich nicht an den Nagel hängen. Allzweckwaffe Frank-Walter Steinmeier möchte wahrscheinlich Fraktionschef bleiben. Das alles bedeutet keine Entwarnung für Schäuble: In den Bundesländern gibt es einige rote Finanzminister.

Äußeres

Martin Schulz

Fachlich infrage als Außenminister käme Martin Schulz, Chef des EU-Parlaments. Ihm werden aber Ambitionen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten nachgesagt. Dann halt Sigmar Gabriel? Der SPD-Chef würde auf jeden Fall die Position des Vizekanzlers beanspruchen, und häufig ist der Stellvertreter des Kanzlers Außenminister. Mit diesem reise­intensiven Job wäre aber sein innenpolitischer Spielraum eingeschränkt. Frank-Walter Steinmeier (57) machte von 2005 bis 2009 als Außenminister eine gute Figur. Er zeigt aber 2013 kein Interesse an der Nachfolge von Guido Westerwelle (FDP).

Arbeit und Soziales

Sigmar Gabriel

Dieses Ministerium ist der wahrscheinliche Einsatzort von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich hier gegen die Kanzlerin profilieren könnte. Während der letzten Großen Koalition hatte Franz Müntefering dieses für die SPD wichtige Amt inne, und er war gleichzeitig Vizekanzler. Auch Generalsekretärin Andrea Nahles wäre eine mögliche Besetzung. Die bisherige CDU-Ministerin Ursula von der Leyen wird den Posten wohl ohne zu viel Bedauern räumen.

RW 

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