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Inflation auf Rekordhoch: Der April schließt wohl mit Steigerung um 7,4 Prozent

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Von: Felix Busjaeger

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Verbraucherpreise
Die Inflation in Deutschland steigt weiter: Im April betrug das Rekordhoch 7,4 Prozent. © Marijan Murat/dpa

7,4 Prozent: So hoch gibt das Statistische Bundesamt die Inflation in Deutschland für April an. Alle News aus der Politik lesen Sie im Live-Ticker.

Preisentwicklung: Deutschland hängt weiter in der Kostenspirale. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilt, beträgt die Inflation in Deutschland vorläufig 7,4 Prozent. Damit wird auch der Vormonat übertroffen: Im März lag der Wert bei 7,3 Prozent. Wie aus der Mitteilung des Amts hervorgeht, stiegen von März auf April die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,8 Prozent.

Wie das Statistische Bundesamt schreibt, sind insbesondere die Preise für Energie vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs merklich angestiegen. Dadurch wird die hohe Inflationsrate erheblich beeinflusst. Zuletzt gab es ähnlich hohe Inflationsrate in Deutschland im Herbst 1981. Damals waren infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und Iran die Mineralölpreise stark gestiegen. 

8. Mai wird kein bundesweiter Feiertag

Antrag ohne Mehrheit: Der Bundestag hat dem Antrag der Linken, den 8. Mai als bundesweiten Feiertag festzulegen, nicht zugestimmt. Die Linkspartei hatte den Antrag gestellt, den Tag als „Tag der Befreiung“ gesetzlich verankern zu lassen. Es ist der Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 und markiert damit das Ende des Zweiten Weltkriegs. In Berlin war der 8. Mai im Jahr 2020 einmalig ein gesetzlicher Feiertag, in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg und Schleswig-Holstein ist er ein offizieller Gedenktag. In der ehemaligen DDR wurde der 8. Mai bis zum Jahr 1966 als Feiertag begangen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) glaubt, Deutschland muss auf Gasstopp vorbereitet sein

Möglicher Lieferstopp: Nachdem Russland Bulgarien und Polen am vergangenen Mittwoch das Gas abgestellt hatte, äußerte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nun erneut zu einem möglichen Gas-Lieferstopp nach Deutschland. Scholz sagte während eines Besuchs in Tokyo laut dpa: „Ob und welche Entscheidung die russische Regierung in dieser Hinsicht treffen wird, kann man nur spekulieren, macht aber wenig Sinn“. Er führte aus, „Man muss sich darauf vorbereiten“. Laut Angaben des Bundeskanzlers hat Deutschland schon vor Beginn des Kriegs in der Ukraine damit begonnen. Zuletzt gab es Berichte, dass der größte Gasspeicher in Europa fast leer ist. Er steht im niedersächsischen Rehden (Landkreis Diepholz).

Asow-Regiment bittet Kiew um Hilfe: Angriffe auf Stahlwerk im Mariupol

Kämpfe in Mariupol: Seit Tagen sind Kämpfer und Zivilisten in einem Stahlwerk in Mariupol eingeschlossen. In einem dramatischen Appell hat sich das Asow-Regiment Hilfe suchend an die Regierung in Kiew gewendet. „Ich rufe die militärisch-politische Führung auf, entscheidende Schritte zu unternehmen, um die Blockade zu durchbrechen oder alle zu evakuieren, die auf ihr Vaterland hoffen und daran glauben“, sagte Vizekommandeur Swjatoslaw Palamar in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt angeordnet, das Gelände abzuriegeln. Derzeit wird angenommen, dass sich in den Bunkeranlagen des Stahlwerks neben zahlreichen Kämpfern auch etwa 1000 Zivilisten verschanzen. Russland wirft dem von Nationalisten dominierten Asow-Regiment Kriegsverbrechen vor. Beweise legte Moskau bisher nicht vor. Palamar hingegen behauptet, dass Russland eine „kolossale Menge an Phosphorbomben“ abgeworfen habe.

Olaf Scholz ohne Führungsstärke – Viele Deutsche sind mit Bundeskanzler unzufrieden

Kanzler in der Kritik: Macht Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angesichts der Herausforderungen der Zeit eine gute Figur? Wenn es nach der Auffassung vieler Bürger in Deutschland geht, ist das Urteil vernichtend. Gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut YouGov antworteten 45 Prozent der Gefragten, dass eher unzufrieden oder sehr unzufrieden mit dem Agieren des jungen Kanzlers im Konflikt um den Krieg in der Ukraine seien. Unter SPD-Sympathisanten sah das Bild hingegen etwas anders aus: 59 Prozent zeigten sich mit Scholz zufrieden und 34 Prozent unzufrieden.

Während Wladimir Putin weiter Angriffe auf die Ukraine befehlt und Deutschland lange Zeit über Waffenlieferungen debattierte, sprachen viele Umfrageteilnehmer Scholz die Führungsstärke ab. Lediglich 25 Prozent bescheinigten ihm im Umgang mit der russischen Aggression Führungsstärke – 51 Prozent sagten: „Er agiert eher führungsschwach.“ Noch etwas schlechter als der Kanzler schneidet die Koalition von SPD, Grünen und FDP insgesamt ab. Die Daten der Umfrage sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Die wurden erhoben, bevor sich die Bundesregierung auf die Lieferung schwerer Waffen einigte, und zumindest teilweise, bevor die Lieferung von Gepard-Panzern ankündigt wurde.

Nazi-Vergleich aus Russland: Ex-Präsident Dmitri Medwedew verurteilt deutsche Waffenlieferungen

Fragwürdiger Geschichtsvergleich: Dmitri Medwedew, Russlands ehemaliger Präsident, hat die deutsche Entscheidung, schwere Waffen wie Panzer an die Ukraine zu liefern, verurteilt. Der Vizechef des russischen Sicherheitsrats verglich die Bundesregierung von Olaf Scholz zudem mit Nazi-Deutschland. „Offenbar lassen den deutschen Abgeordneten die Lorbeeren ihrer Vorgänger keine Ruhe, die im vergangenen Jahrhundert unter anderem Namen im deutschen Parlament saßen“, schrieb der russische Politiker am Donnerstag bei Telegram.

Wolodymyr Selenskyj verurteilt russischen Gas-Lieferstopp: „Russland betrachtet Handel als Waffe“

Lieferstopp als Erpressung: Während sich der Handelsstreit um russische Gaslieferungen zwischen Wladimir Putin, der womöglich an Parkinson leidet, und dem Westen im Ukraine-Krieg weiter zuspitzt, hat der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj, den Lieferstopp für Gas an Polen und Bulgarien scharf kritisiert. In dieser Woche habe die russische Führung eine neue Serie von Energieerpressungen gegenüber den Europäern begonnen, erklärte der Präsident in einer Videobotschaft am Mittwochabend. „Russland betrachtet nicht nur Gas, sondern auch jeden anderen Handel als Waffe.“

Gleichzeitig sprach Selenskyj Lob für den Plan der EU-Kommission aus, Exporte aus der Ukraine in die EU befristet von Einfuhrzöllen zu befreien. In Zeiten, in denen Russland versuche, „eine weltweite Preiskrise zu provozieren“, könnten die ukrainischen Exporte zur Stabilisierung der Märkte beitragen. „Es kommt also nicht nur uns, sondern allen Europäern zugute. Den Einwohnern aller Länder, die von Russlands zerstörerischen Ambitionen betroffen sein könnten.“ Derweil scheint es so, als könnte der Ukraine-Krieg auf weitere Regionen überschwappen: In Transnistrien gab es mehrere Anschläge, deren Ursprung unklar ist. Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig.

Politik-Ticker: Alle News und Hintergründe des Tages auf einen Blick

Ob Corona-Pandemie, Ampel-Streit, Bürgergeld-Reform oder Ukraine-Konflikt: Jeden Tag entstehen überall auf der Welt Nachrichten – gute wie schlechte. Mit diesem Ticker halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, über alle News des Tages auf dem Laufenden. Wir ordnen und gewichten das politische Geschehen und die Entwicklungen für Sie ein. Am Abend erhalten Sie dann alles Wichtige auf einen Blick.

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