Das schreibt die Presse zur Westerwelle-Rede

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Guido Westerwelle

Berlin - Das Echo auf die Stuttgarter Rede von FDP-Chef Guido Westerwelle in den deutschen Medien ist geteilt. Viele Kommentatoren werfen Westerwelle Unfähigkeit zur Selbstkritik vor.

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Westerwelle demonstriert Führungsanspruch

Der Auftritt von Generalsekretär Christian Lindner findet hingegen Lob. Auch internationale Zeitungen spekulierten am Freitag darüber, wie lange sich der deutsche Vizekanzler und Außenminister noch im Amt halten kann.

Das schreibt die Presse

Financial Times Deutschland

“Was Westerwelle - und seine Liberalen - gestern abgeliefert haben, grenzte an Realitätsverweigerung. Auf den Vertrauensverlust der Wähler und die existenzbedrohenden Umfragewerte ist niemand eingegangen. (...) Doch damit wird er kaum eine Trendwende einleiten, geschweige denn die anstehenden Landtagswahlen gewinnen.“

Süddeutsche Zeitung

“Da war viel Pose und wenig Inhalt, da war viel Lärm um nichts. Da stand nicht ein gestandener Parteivorsitzender, sondern ein Lautsprecher seiner selbst. Eine Rede , wie sie sich viele Freidemokraten wohl vom Vorsitzenden gewünscht hätten, hielt Generalsekretär Christian Lindner.“

Bild

“Er hat es all seinen Kritikern gezeigt. Mal wieder! Guido Westerwelle hat seiner FDP in einer kämpferischen Rede klargemacht, dass mit ihm weiter zu rechnen ist. Als Parteichef UND Außenminister .“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

“Im Großen und Ganzen war die Balance gelungen. Westerwelle war entspannt, weil er als alter Fahrensmann wusste, dass Partei- und Staatsamt in Stuttgart (noch) nicht auf dem Spiel standen. (...) Nach der Rede des Generalsekretärs Lindner (...) mussten einige Besucher in den Stuttgarter Rängen von ihren Nachbarn davon abgehalten werden, beim Klatschen aufzustehen.“

Neue Osnabrücker Zeitung

“Das einstweilige politische Überleben gelang ihm, weil drei Nachwuchspolitiker einen Putsch vereitelten. Philipp Rösler, Christian Lindner und Daniel Bahr sind die Zukunft der FDP. (...) Für sie selbst käme Westerwelles Sturz zu früh. Er ist nun ein Übergangskandidat von ihren Gnaden.“

Der Standard (Wien)

“Man kann sich ausrechnen, was bei den zu erwartenden Wahlverlusten passiert. Westerwelle wird sich nicht mehr an der Spitze der FDP halten können, es wird Ersatz für ihn geben.“

El Mundo (Madrid)

“Mit seiner kämpferischen Rede hat er Energie und sogar eine gewisse Begeisterung eingeflößt, um sich der Umfrage-Wüste mit jeder anderen Strategie als der zu stellen, seinen eigenen Kopf unter die Guillotine zu legen. Mehr als eine Frist bis zu den Landtagswahlen im Frühling hat er aber nicht erreicht.“

Rzeczpospolita

“Guido Westerwelle ließ sich nicht aus dem Sattel heben. (...) Diese Methode kann für einen Parteitag gut sein. Wenn aber die Umfragewerte nicht schon bald nach oben klettern, wird die Frage, ob König Guido nicht doch vom Thron gestürzt werden soll, mit doppelter Kraft zurückkehren.“

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

dpa

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