Schwarz-Gelb: Streit über Adoptionsrecht für homosexuelle Paare

ross
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Ross Antony und sein Lebenspartner planen bereits eine Adoption.

Berlin - In der Koalition bahnt sich eine heftige Auseinandersetzung über das Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare an.

Die FDP fordert von der Union eine neue Rechtsgrundlage und die Aufgabe ihrer Blockadehaltung, wie der “Spiegel“ am Samstag vorab berichtete. Dabei geht es den Liberalen um eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe von Mann und Frau. Bislang darf bei gleichgeschlechtlichen Paaren nur ein Partner ein Kind adoptieren. CDU und CSU wehren sich schon seit Jahren vehement gegen ein volles Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Hintergrund des aktuelles Vorstoßes der FDP ist laut “Spiegel“ ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Darin wird ein Adoptionsverbot für schwule und lesbische Paare als verfassungswidrig eingestuft. Der FDP-Sozialexperte Michael Kauch sagte dem Nachrichtenmagazin zufolge, gleichgeschlechtliche Paare müssten “endlich auch bei Adoptionen die gleichen Rechte haben“. Die FDP argumentiere weiter, die aktuelle Regelung gefährde das Kindeswohl.

Die Union lehnt den Vorstoß der Liberalen jedoch ab. Die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Dorothee Bär, will laut “Spiegel“ verhindern, “dass die Ehe weiter ausgehöhlt“ werde. Die Familie bestehe für die Union aus “Vater, Mutter, Kind“. Der CDU-Familienexperte Marco Wanderwitz bezeichnete das Gutachten des Bundestags als “verfassungsrechtlich nicht maßgeblich“. Das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sei zudem “dem Kindeswohl nicht zuträglich“.

Bereits in der Großen Koalition war die damalige Bundesjustizministerin und SPD-Politikerin Brigitte Zypries mit ihrer Forderung nach dem vollen Adoptionsrecht für Homosexuelle bei der Union auf heftigen Widerstand gestoßen. Kinder seien bei Mann und Frau besser aufgehoben, wiesen CDU und CSU den Vorstoß der SPD-Politikerin zurück. Zypries stützte sich bei ihrer Forderung auf eine Studie, nach der Kinder homosexueller Eltern im Vergleich zur klassischen Familiensituation keine Nachteile erleiden.

In Deutschland wachsen der Studie zufolge rund 2.200 Kinder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft auf, überwiegend bei lesbischen Paaren. Sie entwickeln sich demnach genauso gut wie Kinder aus heterosexuellen Beziehungen. Entgegen gängiger Vorurteile fehlt ihnen weder der Vater (oder die Mutter), um eine Geschlechtsidentität zu entwickeln, noch werden sie deswegen automatisch selber homosexuell. Die Studie hatte das Institut für Familienforschung an der Universität Bamberg erarbeitet.

apn

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