Seehofer und Joschka Fischer einig beim Atomausstieg

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, links) und der frühere Grünen-Spitzenpolitiker Joschka Fischer fordern übereinstimmend von der Industrie eine klare Unterstützung des beschlossenen Atomausstiegs.

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der frühere Grünen-Spitzenpolitiker Joschka Fischer fordern übereinstimmend von der Industrie eine klare Unterstützung des beschlossenen Atomausstiegs.

Fischer sagte am Mittwochabend bei einer Diskussion in der Münchner Staatskanzlei, die “Riesenchance“ durch den Umstieg auf erneuerbare Energien müsse genutzt werden. Es bringe nichts, noch “Wunden zu lecken“, mahnte der ehemalige Außenminister.

Ähnlich äußerte sich Seehofer. Der CSU-Chef sagte, der Atomausstieg sei zwar mit Blick auf die Versorgungssicherheit nicht ohne Risiken. Er sei aber zuversichtlich, dass die Energiewende gelingen werde. Durch die damit verbundenen technischen Innovationen werde es auch neue Exportchancen für deutsche Unternehmen geben.

Das Treffen fand im Rahmen der Gesprächsreihe “Dialog unter der Kuppel“ statt. Weitere Gäste waren der Vorstandschef des E.on-Konzerns, Johannes Teyssen, und die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

In Teilen der CSU war die Einladung Fischers nicht gerade auf Begeisterung gestoßen. Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte in der vergangenen Woche: “Ich persönlich hätte ihn nicht in die Fraktion eingeladen.“ Die FDP monierte, eigentlich hätte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) statt Fischer bei dem Treffen sprechen müssen.

Seehofer wollte “vergiftetes Thema“ vom Tisch haben

Seehofer begrüßte den früheren Grünen-Spitzenpolitiker jedoch unbeeindruckt von der Kritik mit einem entspannten Lächeln. Der CSU-Chef berichtete, mit seinem Einsatz für einen raschen Atomausstieg nach der Katastrophe in Japan habe er eine Rückkehr zu einem “Konsens“ in der Energiepolitik erreichen wollen. Er habe dieses “vergiftete Thema vom Tisch“ haben wollen.

Seehofer versicherte zugleich, er stehe zur schwarz-gelben Koalition in Bayern. Aus seiner Sympathie für manche Grünen-Politiker ließen sich keine Schlüsse auf künftige Regierungsbündnisse ziehen.

Fischer schließt Schwarz-Grün nicht dauerhaft aus

Fischer schloss eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene nicht dauerhaft aus. Er sei zwar bei diesem Thema skeptisch und werde auch immer ein “Rot-Grüner“ bleiben. Vielleicht komme aber bei der Union die “Erleuchtung“.

Fischer verwies darauf, dass er CDU und CSU früher das Eintreten für den Atomausstieg nicht “zugetraut“ hätte. Allerdings frage er sich, ob die Union ein Bündnis mit den Grünen “tatsächlich aushalten würde“. Es bestehe die Möglichkeit, dass in diesem Fall wesentliche Teile der Union “wegbrechen“.

Von Jörg Säuberlich

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