Landtagswahl 2013

Seehofer will Nominierung verschieben

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CSU-Chef Horst Seehofer.

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer möchte seine Nominierung als CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013 voraussichtlich verschieben. Die Bürger möchten keinen verfrühten Wahlkampf, sagt er.

CSU-Chef Horst Seehofer wird seine eigentlich für den Herbst geplante Nominierung als CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013 voraussichtlich verschieben. Nach den Sommerferien will Seehofer zuerst bekanntgeben, ob er antritt - was von der CSU allgemein erwartet wird. „Da herrscht Klarheit im September“, sagte Seehofer am Montag nach der CSU-Vorstandssitzung in München.

Nachdenken darüber will Seehofer in den Ferien auf der Terrasse seines Ferienhauses „bei Rotwein, beim Anblick von Rehen und Wildschweinen und Wald und Wiesen“. Die Nominierung Seehofers war eigentlich für den nächsten CSU-Parteitag im Oktober geplant. Seehofer tendiert jedoch nach eigenen Worten inzwischen eher zum Jahr 2013. Den Zeitpunkt ließ er offen. „Rechtzeitig vor der Wahl“, sagte er dazu. Und weiter: „Ich will nicht gebettelt werden, ich will nicht gedrängt werden.“

In der CSU herrscht kein Zweifel am Ergebnis von Seehofers Nachdenkprozesses. Er selbst lässt das jedoch demonstrativ offen. „Dann macht's "schmack", und dann ist es klar“, sagte er lediglich. An seiner Motivation ließ der CSU-Chef nicht den geringsten Zweifel: „Es brennt - und ob“, sagte er. „Ich wünsche manche Tage, ich wäre Generalsekretär.“

In der CSU-Vorstandssitzung verwies Seehofer nach Teilnehmerangaben mit Blick auf seinen SPD-Gegenkandidaten Christian Ude auf die Gefahren eines verfrühten Starts. „Die Hochstimmung hat zum unrichtigen Zeitpunkt überhaupt keinen Wert“, bemerkte Seehofer anschließend bei seiner Pressekonferenz. Ude wurde bereits vor einem Jahr zum Kandidaten ausgerufen.

Seehofer nannte mehrere Gründe für die wahrscheinliche Verschiebung der Nominierung: Bayern sei „prächtig unterwegs“, die Bürger wollten keinen verfrühten Wahlkampf. Außerdem hat der CSU-Chef nach eigenem Bekunden keine Angst vor den politischen Gegnern. „Im Moment ist es recht bekömmlich“, sagte er über die Konkurrenz. „Wir sind nicht konfrontiert mit gefährlichen Zustimmungen zu irgendetwas, sondern mit Destruktivität“, sagte Seehofer - womit der CSU-Chef der Opposition vorwarf, zu allem „nein“ zu sagen. Insofern hat Seehofer nach eigener Einschätzung alle Zeit der Welt. Auch bei seinen Kandidaturen für den Bundestag habe er sich immer als einer der letzten CSU-Kandidaten nominieren lassen. „Ich hatte nie Angst, dass auf der Wegstrecke was passiert, was meiner Aufstellung in den Weg kommen könnte.“

Der CSU-Parteitag wird möglicherweise - wie bereits 2011 - im Zeichen der Euro-Krise stehen. Seehofer rechnet nach eigenen Worten damit, dass der Euro wieder ein großes Thema sein wird. In der Parteispitze herrscht bei den meisten Mitgliedern Konsens, dass Seehofer auf jeden Fall antreten soll.

dpa

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