Seehofer startet Frontalangriff auf Ude

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München - Der CSU-Parteitag in Nürnberg ist zu Horst Seehofers Zufriedenheit verlaufen. Jetzt stichelt der Ministerpräsident gegen seinen Konkurrenten Ude: „Er hat das Amt nicht verdient“.

In einer kämpferischen Parteitagsrede hat CSU-Chef Horst Seehofer mit Attacken auf seinen SPD-Herausforderer Christian Ude begonnen. „Wer dauernd Bayern madig redet, hat es nicht verdient, dass er dieses Land führt“, sagte Seehofer. „Bayern ist nicht stark geworden durch Wehklagen und Jammern.“ Ohne Ude namentlich zu nennen („Ich höre aus einem Rathaus“) warf Seehofer ihm vor, die bayerische Privatisierungspolitik zu kritisieren, aber in München massiv davon profitiert zu haben. „Mit fremdem Geld lässt sich gut stinken.“ Seehofer prophezeite, das „wahre Opfer“ der Kandidatur würden die Grünen.

Für Bayern brachte er einen Schuldenabbau ins Spiel. Die Landesbank zahle wohl noch in dieser Legislaturperiode, also bis 2013, Staatshilfen zurück. „Bayern steht so gut da wie nie in seiner Geschichte“, sagte er: „Niemand ist besser als wir.“

Der Parteitag bestätigte ihn mit 89,9 Prozent im Amt. Damit verfehlte er knapp die intern erhoffte 90-Prozent-Marke, verbesserte sein Ergebnis von 2009 jedoch leicht. Es gehe ihm nicht um einen Beliebtheitswettbewerb, sagte Seehofer: „Ich bin rundum glücklich und zufrieden.“ Zu seinen Stellvertretern wurden Barbara Stamm, Beate Merk und Christian Schmidt gewählt. Den vierten Vize-Platz behauptete in einer Kampfabstimmung knapp Peter Ramsauer gegen Peter Gauweiler.

Führende CSU-Politiker lobten den Wahlausgang. „Das Ergebnis heißt: Gauweiler, Du sollst dich einbringen in der Partei“, sagte Sozialministerin Christine Haderthauer. Der Gauweiler-Vertraute Wilfried Scharnagl hingegen sagte: „Meiner Partei muss es unglaublich gut gehen, wenn sie meint, auf das Angebot Peter Gauweiler verzichten zu können.

Christian Deutschländer

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