Ministerpräsident sagt Termine ab

Sorge um Seehofer: Nacht in der Klinik

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Wie fit ist Horst Seehofer? Er wirkte in Bayreuth angeschlagen, verbrachte eine Nacht in einem Krankenhaus.

München - Ist Horst Seehofer gesundheitlich angegriffen? Berichte über eine Schwächephase bei den Wagner-Festspielen und Terminabsagen führen zu Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

Update:  Patient Horst Seehofer - kommt es zu  einem überraschenden Anmtsverzicht?

Der Ministerpräsident hatte am Samstag seine Teilnahme am Staatsempfang zu den Wagner-Festspielen in Bayreuth wenige Minuten vor Beginn „aus gesundheitlichen Gründen“ gestrichen. Er sagte zudem am Montag für die Eröffnung des Digital-Zentrums in Garching ab.

Augenzeugen in Bayreuth berichteten unserer Zeitung, Seehofer habe sich unwohl gefühlt und sei sogar kurzfristig in eine Klinik gebracht worden. Der "Spiegel" berichtet, Seehofer habe darauf bestanden, ohne Blaulicht gefahren zu werden, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Sprecher der Staatskanzlei wollte das nicht kommentieren. Seehofer selbst sagte unserer Zeitung, er habe in acht Tagen eh Urlaub und würde schon mitteilen, wenn es Wichtiges zu sagen gebe. Er erledige seine Aufgaben „gewissenhaft“. Am Montagnachmittag nahm er wieder einen öffentlichen Termin in München wahr.

Seehofer sagt häufig vor allem repräsentative Termine kurzfristig ab, wenn er seine Teilnahme für verzichtbar hält – auch ohne dass das Rückschlüsse auf seine Gesundheit zuließe. Er höre seit seiner beinahe tödlich verlaufenen Herzmuskelentzündung 2002 viel genauer auf Signale seines Körpers und sei vorsichtiger, berichten zudem seine Mitarbeiter. Politische Brisanz wird Seehofers Gesundheitszustand in der CSU beigemessen, weil er ein mögliches vorzeitiges Amtsende als Partei- und Regierungschef gerne daran knüpft. In nahezu jedem Interview über seine politische Zukunft und den Stabwechsel 2017/18 fügt er an, Voraussetzung sei, dass er so lange gesund bleibe. Zum Jahreswechsel hatte Seehofer auf Beobachter einen matten Eindruck gemacht, laborierte lange an einer Erkältung. Inzwischen schien er aber wieder deutlich gesünder zu sein.

Andere, die als jünger und fitter gelten, waren indes auch nicht länger in Bayreuth: Finanzminister Markus Söder (CSU) verließ den Wagner-Ort ebenfalls vorzeitig. Er habe früher nachhause zu seinen Kindern fahren wollen, hieß es. Söder gilt, wie Seehofer, nicht gerade als größter Fan stundenlanger Wagner-Opern und darauffolgender Empfänge.

Christian Deutschländer, Carolin Nuscheler

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