Nur eine einzige Ausnahme

Seehofer will Bayern bis 2018 regieren

+
CSU-Chef Horst Seehofer

Ingolstadt - CSU-Chef Horst Seehofer will Bayern unbedingt bis 2018 weiterregieren. Es gebe nur eine einzige Sache, die ihn davon abhalten könnte - einmal abgesehen von den Wählern.

Die CSU hat ein Jahr vor Bundes- und Landtagswahl zwei wichtige Personalien geklärt: Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) wird als Landtagskandidatin in die bayerische Landespolitik zurückkehren, Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt wird CSU-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl 2013. Das sagte Parteichef Horst Seehofer am Samstag nach einem Treffen von etwa 200 CSU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten in Ingolstadt.

Seehofer selbst rammte ebenfalls Pflöcke ein: Er soll am kommenden Mittwoch bei der CSU-Landtagsfraktionsklausur in Kloster Banz zum Spitzenkandidaten gekürt werden. Wenn die CSU die Wahl gewinnt, will Seehofer die volle Legislatur erfüllen - als Landtagsabgeordneter sowie als Ministerpräsident. „Ich will die Mission bis zum letzten Punkt erfüllen“, sagte er. Es könne nur eine einzige Ausnahme geben - „und das ist eine Erkrankung“.

Das ist die Taktik hinter Seehofers Personalpolitik

Bereits am Freitag hatte Landtagspräsidentin Barbara Stamm ihre Bereitschaft für eine weitere Landtagskandidatur erklärt. Seehofer will mit diesen personellen Weichenstellungen die traumatischen Verluste der CSU bei der Landtagswahl 2008 ausgleichen. Er sehe es als seine „große Mission“, die CSU wieder zu alter Stärke zurückzuführen, sagte Seehofer.

Er sei immer der Auffassung gewesen, die personelle Aufstellung sei ein bisschen wichtiger als das Programm. „Die Ilse ist eine der tragenden Persönlichkeiten unserer Partei. Ich bin auch Oberbayer, aber ich alleine reiche dafür nicht aus.“ In Oberbayern hatte die CSU 2008 einen Rekordverlust von 22 Prozent Stimmanteil eingefahren. Notwendig seien attraktive Namen, sagte Seehofer. „Die Ilse ist so attraktiv, dass sie Interesse ausgelöst hat - politisch.“

Seehofer: Es gibt "keine Zusagen"

Aigner wird als Direktkandidatin im Landtags-Stimmkreis Miesbach antreten, der bislang immer eine sichere Bank für die CSU gewesen ist. Sie betonte, Hauptmotiv für ihren geplanten Wechsel zurück in den Landtag sei „Verantwortung“. „Wir stehen 2013 vor entscheidenden Wahlen. Deshalb bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich als Vorsitzende des größten Bezirksverbands einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Kräfte zu bündeln.“

Beide widersprachen vorbeugend den unvermeidlichen Spekulationen, dass Seehofer Aigner als seine Nachfolgerin in Position bringe oder sie mit dem Wechsel ihre Ambitionen auf den Ministerpräsidentensessel deutlich mache. Es gebe „keine Zusagen“, betonte Seehofer. „Erstmal spricht der Wähler“, sagte Aigner. Erst nach der Wahl werde über die künftige Ämterverteilung gesprochen.

Aigners Ankündigung wurde bei dem CSU-Treffen nach Teilnehmerangaben mit Beifall quittiert. CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte: „Wir brauchen die besten Kräfte.“ Die für kommende Woche in Banz geplante Ausrufung Seehofers zum Spitzenkandidaten gilt CSU-intern als Formsache. „Wir werden dazu die notwendigen Erklärungen abgeben und das ausdrücklich begrüßen“, sagte Schmid.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge in Deutschland
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
SPD-Parteizentrale evakuiert - Polizei gibt Entwarnung
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Besuch von Konzert: Guardiola bangte um Frau und Kinder
Besuch von Konzert: Guardiola bangte um Frau und Kinder

Kommentare