Trump-Effekt

Seit US-Wahl: München SPD boomt 

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Stadtvorsitzende der SPD Claudia Tausend freut sich über die neuen Mitglieder.

München - Die SPD boomt. Zumindest in München. In den vergangenen Jahren gab es nur wenig Zuwachs, doch seit der US-Wahl steigen die Mitgliederzahlen an.

Es sind Bilder, über die sich die Münchner Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren nur selten freuen konnten: In der Parteizentrale am Oberanger stapeln sich die neuen Parteibücher, die bei den nächsten Ortsvereinsversammlungen an die neuen Münchner Mitglieder überreicht werden. Die Ursache? Der Parteivorstand spricht vom Trump-Effekt!

Die Stadtvorsitzende Claudia Tausend ist aus dem Häuschen, wenn sie die neuen Antrags-Berge sieht: „Wir freuen uns, dass wir zuletzt so viele Neueintritte in die Münchner SPD verzeichnen konnten.“ In der ersten Woche nach dem Trump-Votum am 8. November gingen bei den Münchner Roten gleich 32 Anträge ein. „Sechsmal mehr als in einer normalen Woche“, so Tausend. In der zweiten Woche nach der Wahl waren es wieder 29 Neumitglieder. 

Tausend: „Leute sehen, wohin Populismus führt“

Tausend: „Wir erleben das immer wieder: Wenn die Zeiten politisch werden, dann entscheiden sich viele Menschen dafür, in unserer Partei aktiv zu werden.“ Die Mehrheit der neuen Genossen sei um die 40 Jahre alt. Münchens SPD-Sprecher Bernhard Goodwin erklärt sich den Trump-Effekt so: „Die Leute sehen, wohin der Populismus führen kann und wollen etwas dagegen unternehmen.“ Derzeit zählt Münchens SPD rund 5000 Mitglieder.

Auch die Grünen registrieren einen Zuwachs: „Seit der US-Wahl haben wir 26 Neumitglieder bekommen“, berichtet Stadträtin Katrin Habenschaden, Beisitzerin im Vorstand des Stadtverbandes der Öko-Partei, der nun 1282 Parteibücher zählt. Die Mitgliederkampagne der Grünen zur Urwahl der Bundestagsspitzenkandidaten in den Wochen davor habe bereits zu 25 Eintritten geführt.

Die Münchner CSU bemerkt zwar keinen Trump-Effekt, aber: „Wir verzeichnen schon seit 2015 eine stetige Mitgliederzunahme“, so Sprecher Frank Gübner. Dieses Jahr sei die CSU München um 124 Menschen auf 6228 gewachsen. Gübner: „Die Flüchtlingsströme sorgen dafür, dass sich die Menschen verstärkt politisieren.“

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