"Shell Papers" decken auf

Großkonzerne finanzierten prominenten Klimawandel-Skeptiker - auch dieses deutsche Unternehmen

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Starb 2008: Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher.

Frits Böttcher propagierte, dass CO2 "gut für den Planeten" sei. Für solche Einschätzungen erhielt der Klimawandel-Skeptiker offenbar hunderttausende Euro von Großkonzernen. 

  • Die Zeitung „De Volkskrant" sorgt mit der Veröffentlichung der „Shell Papers“ für Aufsehen
  • Darin wird aufgedeckt, dass Großkonzerne den Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher finanzierten
  • Böttcher hielt den Treibhauseffekt für einen "Mythos"

Amsterdam - Dutzende internationale Unternehmen wie der Ölkonzern Shell und die niederländische Fluggesellschaft KLM haben laut Medienberichten jahrelang den prominenten niederländischen Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher finanziell unterstützt. In den am Samstag von Investigativjournalisten der Plattform für authentischen Journalismus (PAJ) veröffentlichten "Shell Papers" heißt es, Böttcher habe zwischen 1989 und 1998 hunderttausende Euro von den Firmen erhalten. Ziel sei es gewesen, Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu säen.

Veröffentlicht wurden die "Shell Papers" in der Zeitung "De Volkskrant" sowie auf dem niederländischen Investigativ-Portal "Follow the Money". Demnach erhielt der inzwischen verstorbene Chemieprofessor Böttcher insgesamt mehr als eine Million niederländische Gulden (450.000 Euro) von den Firmen, die er zur Veröffentlichung klimawandel-skeptischer Artikel und Meinungsbeiträge einsetzte.

"Shell Papers": ThyssenKrupp zahlte an Frits Böttcher

Zu Böttchers namhaftesten Unterstützern zählten den Journalisten zufolge neben Shell und KLM auch der deutsche Industriekonzern ThyssenKrupp sowie die niederländische Bankengruppe ING.

Böttcher war 1968 eines der Gründungsmitglieder der einflussreichen Expertengruppe Club of Rome. Der Chemieprofessor der Universität Leiden war bekannt dafür, den Treibhausgaseffekt, der zur Erderwärmung führt, für einen "Mythos" zu halten. Seiner Einschätzung nach war CO2 sogar "gut für den Planeten".

Mehrere der in den Recherchen genannten Unternehmen gaben an, die Vorwürfe nicht überprüfen zu können. Die angeblichen Finanzhilfen für Böttcher lägen zu lange zurück. "Das war vor 25, 30 Jahren. Wir können nicht darüber spekulieren, was genau passiert ist und in welchem Kontext", erklärte Shell. KLM teilte mit, es gebe "keine Hinweise", dass das Unternehmen Böttcher vor 30 Jahren unterstützt habe. Auch ThyssenKrupp erklärte, es könne die Vorwürfe nicht bestätigten, versicherte aber, das Unternehmen unterstütze keine "Klimawandel-Skeptiker".

Wetter-Experten stellen eine erste Prognose für den Sommer 2020.Das Resultat ist beunruhigend und deuten auf eine der extremsten Wetterlagen seit 70 Jahren hin.

AFP

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