Wer Wind sät wird einen Shitstorm ernten

Söders Facebook-Weihnachtsgruß geht nach hinten los

München - Über dieses Posting hat sich der bayerische Finanzminister Markus Söder wohl wenig Gedanken gemacht: Denn seine Weihnachtsgrüße an Fans nehmen die ihm ziemlich übel.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat zu Weihnachten einen Shitstorm geschenkt bekommen. Ob er sich diesen auch gewünscht hat, ist eher unwahrscheinlich. Bei Facebook wandte sich Söder mit dieser Botschaft an seine Fans, die ihm nun um die Ohren fliegt:

Heute ist Weihnachten: die Geburt Jesu Christi. Was kam damit für eine frohe Botschaft in die Welt. Nicht nur der stä...

Posted by Markus Söder on Mittwoch, 23. Dezember 2015

Besonderer Stein des Anstoßes: Die Formulierung "Keine Tür bleibt verschlossen". Söder selbst hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt. Auch seine Äußerungen nach den Anschlägen von Paris, für die er auch aus Timing-Gründen scharf kritisiert wurde, sprechen nicht gerade für eine offene Türe und christliche Nächstenliebe: "Wir dürfen keine illegale und unkontrollierte Zuwanderung zulassen", schrieb Söder einen Tag nach den Anschlägen auf Twitter. Predigt Söder also Wasser und trinkt dabei Wein? Ja, meinen seine Fans und werfen dem Politiker vor, dass seine tatsächliche Politik wenig mit den christlichen Werten zu tun habe.

Die Facebook-Nutzer sind nach dem neuerlichen Facebook-Debakel auf den Barrikaden. Rund 450 Kommentare sammeln sich unter dem weihnachtlichen Post von Söder. In kaum einem wünschen die Kommentatoren dem Finanzminister ein schönes Weihnachtsfest - ganz im Gegenteil. Marten R. fordert den Minister auf: "Herr Söder, Sie sagen es: "Umkehr ist immer möglich. Keine Tür bleibt verschlossen. Geben Sie sich einen Ruck!" Christina H. hingegen wirft dem Politiker Scheinheiligkeit vor: "Mit Ihrer Politik spucken Sie auf ihren eigenen Papst!" Frank Z. bringt die Kritik auf den Punkt: "Wenn diese Worte sein Ernst sind, wird Herr Söder sich in Zukunft gegenüber den Notleidenden, Bedrückten und Schutzsuchenden aus Syrien und anderen Kriegsgebieten nach den Grundsätzen der christlichen tätigen Nächstenliebe verhalten und nicht so wie bisher."

vf

Rubriklistenbild: © Screenshot

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