Sinus-Studie verrät: So tickt unsere Jugend

+
Die neue Sinus-Studie zeigt: So verschieden die Jugend von heute auch ist, einen sie traditionelle Werte.

Berlin - Rebellion? Nein danke !‎ Die Jugendlichen von heute einen traditionelle Werte. Das zeigt die neue Sinus-Jugendstudie. Hier erfahren Sie, wie Deutschlands Jugendliche anno 2012 ticken:

Sie sind lieber die Pragmatiker als die Protestler. Und Politiker halten sie zwar für doof,sind aber trotzdem politisch, wenn ihnen Ungerechtigkeit auffällt: In 72 ausführlichen Interviews mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren hat das Sinus-Institut im Auftrag sechs kirchlicher und gesellschaftspolitischer Institutionen Deutschlands Jugend zugehört.

Ergebnis: So verschieden die Jugend von heute auch ist, einen sie traditionelle Werte – Sicherheit, Pflichtbewusstsein, Familie oder Freundschaft sind durchaus angesagt, aber nicht in dem traditionellen Sinn. „Hart arbeiten und auch hart feiern, Job und zugleich Familie, sparen und sich auch etwas leisten“, fasst Studienautor Marc Calmbach die Gefühlslage zusammen.

Das sind die beliebtesten Showmaster

Florian Silbereisen wurde auf den 10. Platz gewählt. © dpa/ARD
Peter Frankenfeld belegt Platz 9. © dpa/ARD
Frank Elstner wählten die Zuschauer auf Platz 8. © dpa/ARD
Dieter-Thomas Heck erreichte den 7. Platz. © dpa/ARD
Talkmaster Rudi Carrell landete auf Platz 6. © dpa/ARD
Hans-Joachim Kulenkampff (re.) ist auf dem 5. Platz. © dpa/ARD
Moderator Hape Kerkeling konnte den 4. Platz für sich entscheiden. © dpa/ARD
Peter Alexander belegt den dritten Platz. © dpa
Günther Jauch ist der zweitbeliebteste Showmaster. © dpa/ARD
Thomas Gottschalk machte das Rennen und landete auf Platz 1. © dpa/ARD

Während früher die Jugend noch ein Inbegriff für Rebellion und Protest war, sind das heute nur noch Teile davon. Der Leistungsdruck und unsichere Berufsaussichten lassen viele Jugendliche zu „Mini-Erwachsenen“ werden, erklärt Calmbach. Und damit wächst auch das Bedürfnis innerhalb der Jugend, sich von der unteren Schicht abzugrenzen: „Da gibt es deutliche Abgrenzung aus der gesellschaftlichen Mitte nach unten.“ Umso schwerer hätten es Kinder aus ärmeren Verhältnissen.

Die Forscher fassten den Nachwuchs in sieben Gruppen zusammen. Die tz erklärt, wie sie jeweils ticken:

Die Anpasser

Fast jeder vierte Jugendliche gehört zu dieser Gruppe. Sie wollen dem Staat nicht auf der Tasche liegen und sehen ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft. Wer arm ist, ist ihrer Meinung nach selbst dran schuld. Die „Adaptiv-Pragmatischen“ versuchen, ihr Leben zu planen, sind aber kompromissbereit. Sie engagieren sich gerne – wenn es dem eigenen Lebenslauf nutzt.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Ich möchte auf jeden Fall eine Familie haben und einen Job, der mir Spaß macht und wo ich auch von leben kann – also eigentlich so das simple Bild“, sagt ein 15-Jähriger.

Die beliebtesten TV-Stars der letzten 20 Jahre

Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 10: Spongebob Schwammkopf (l.) aus der gleichnamigen Zeichentrickserie, der in einer Stadt am Meeresgrund viele Abenteuer erlebt. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 9: Hannibal Lecter, der kannibalistische Serienmörder aus dem Horror-Streifen "Das Schweigen der Lämmer", gespielt von Anthony Hopkins. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 8: Edward mit den Scherenhänden aus der gleichnamigen Fantasy-Tragikkomödie aus dem Jahr 1990. Die Rolle übernahm Johnny Depp. © 
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 7: Carrie Bradshaw, die modeverrückte Kolumnistin aus "Sex and the City", gespielt von Sarah Jessice Parker. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 6: Rachel Green (l.) aus der beliebten Sitcom "Friends", gespielt von Jennifer Aniston. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 5: The Joker, Erzfeind von Batman, hier gespielt von Heath Ledger in "Batman - The Dark Knight" © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 4: Tony Soprano aus der amerikanischen Fernsehserie "Die Sopranos" rund um eine italo-amerikanische Mafia-Familie. Die Rolle hat Schauspieler James Gandolfini. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 3: Buffy - die Vampirjägerin aus der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie, verkörpert von Schauspielerin Sarah Michelle Gellar. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 2: Harry Potter, Held der beliebten Fantasy-Romanreihe der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling. © dpa
Entertainment Weekly kürte beliebteste Figuren im Fernsehen der letzten 20 Jahre
Platz 1: Homer Simpson aus der Comicserie "Die Simpsons" - er vereint Übergewicht, Faulheit und Intoleranz mit einem Schuss Genialität. © dpa

Die Armenkinder

Mama oder Papa sind häufig erwerbslos, das Einkommen ihrer Familien schrammt an der Armutsgrenze entlang. Von allen Jugendlichen haben die sieben Prozent „Prekären“ die schwiergsten Startvoraussetzung, weshalb sie sich oft auch für ihre soziale Stellung schämen. Die Gesellschaft halten sie für unfair und ungerecht, weil sie auch selbst glauben, mit der gleichen Leistung nicht so weit zu kommen wie andere Altersgenossen. Wie und wo sie sich engagieren könnten, wissen die Prekären seltener – sie haben andere Probleme.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Also ich möchte nicht in Armut leben. Auch nicht von Hartz IV – auf keinen Fall“, sagt eine 15-Jährige.

Die Forscher

Die 20-Prozent- Gruppe will sich selbst verwirklichen und vor allem weiter- statt ankommen. Autoritäten stören sie dabei eher. Sich selbst sehen sie als interessant, einzigartig, beredsam und stilsicher – als „Hipster“ statt „graue Masse“. Ihren Erfahrungshorizont möchten sie ständig erweitern. Engagment halten sie für ok, wenn es nicht zu sehr anstrengt und ihre Freiheit und Freizeit nicht zu sehr einengt.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Ich möchte einen gehobenen Lebensstandard besitzen und mich voll und ganz auf meine Karriere konzentrieren“, sagt ein 17-Jähriger.

Die Spaß-Kinder

Sie stellen sich selbst in den Mittelpunkt: „Experimentalistische Hedonisten“ wollen herausstechen und finden bürgerliche Werte provokativ ätzend. Hauptsache anders und eigen, lautet das Motto der 18-Prozent-Gruppe, die Festivals und städtische Subkulturen liebt – ganz im Gegensatz zu Oper und Theater. Sie kämpfen gerne: aber vor allem mit Mama und Papa, um mehr eigene Freizeit zu haben. Engagement ist tendenziell uncool – von „Protest mit Party“ mal abgesehen.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Das entscheide ich dann irgendwie spontan, wenn ich aus der Schule komme und nochmal ne Nacht drüber schlafe und denke: Mmh, was könntest du jetzt machen?“, sagt eine 16-Jährige.

Die Alternativen

Sie haben durchgehend ein hohes Bildungsniveau und zerbrechen sich gerne ihren Kopf über Demokratie, Gerechtigkeit, Umweltschutz, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit – und teilen fordern das gleiche von ihren Mitmenschen ein. Statt Konsum predigt die 12-Prozent-Gruppe Verzicht und beim Wort Fortschritt runzeln die Jugendlichen eher die Stirn. Kunst und Kultur ist für sie kein Fremdwort – vor allem wenn sie eine sozialkritische Message hat. Sie engagieren sich gerne in Vereinen, Schule oder Kirche und selbstbewusst gegen etwas.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Familie später. Jetzt kommt noch ein Kapitel mit zu viel Ungenauigkeiten: Reisen, Leben im Wohnwagen“, sagt ein 17-Jähriger.

Ranking: Die beliebtesten deutschen Promis im Web

Über Heidi Klum wird im Netz zwar viel getratscht, aber gut kommt die Topmodel-Mutter dabei nicht immer weg. Auch über Jens Lehmann wird im World Wide Web vor allem gelästert. Klicken Sie sich durch die Rangliste der beliebtesten deutschen Stars im Internet: © ap/dpa
Supermodel Claudia Schiffer, die Vorzeigedeutsche, belegt Rang zehn der im Internet am häufigsten diskutierten Deutschen. © ap
Der Moderator Thomas Gottschalk bekam für seine Sendung „Wetten dass“ am 26. September 2009 den Deutschen Fernsehpreis verliehen. Er hat Rang sechs der meistdiskutierten Deutschen im Web inne. © dpa
Sarah Connor, die weltweit mehr als zwölf Millionen Alben verkauft hat, landet auf Rang vier der meist diskutierten Deutschen im Web. © ap
Über Heidi Klum tratschen die Deutschen im Web am meisten: Germanys Next Topmodel und Schwangerschaft Nummer vier sei Dank. © ap
Boris Becker steht auf Rang zwei der Liste der bekanntesten und meist diskutierten Deutschen im Internet. Im Juni 2009 heiratete er Lilly Kerssenberg, kurz nachdem er und seine vorherige Verlobte Sandy Meyer-Wölden sich getrennt hatten.  © dpa
Stefan Raab hat es drauf, finden die Deutschen, und diskutieren so viel über ihn im Internet, dass er auf Rang drei der am meisten geposteten Promis landete. © ap
Til Schweiger, hier bei der Premiere seines Films „Männerherzen“ im September 2009, landete auf Rang fünf. Kein Wunder, schließlich gilt der Schaupieler als einer der wenigen deutschen Kinostars, und er feierte auch schon mehrere Erfolge als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor. © dpa
Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist ein wahrer Exzentriker und wird von vielen einfach „König Karl“ genannt. Er belegt Platz sieben der im Internet meist diskutierten Deutschen. © dpa
Welch zweifelhafter Ruhm: Jehns Lehmann landet zwar auf Platz acht der meistdiskutierten Deutschen, doch erntet er im Web mit Abstand die meiste Kritik. Am 18. August 2009 gab Lehmann seinen Rücktritt für den Sommer 2010 bekannt.  © dpa
Monica Bleibtreu starb am 14. Mai 2009 nach einer schweren Krebserkrankung. Die Deutschen hat das sehr bewegt. Die verstorbene Schauspielerin belegte posthum Rang neun der bekanntesten Deutschen im Internet. © dpa
Der König der Herzen: Schauspieler August Diehl ist der beliebteste deutsche Star bei den Internet-Nutzern. Er ist zwar nicht der meistdiskutierte Star im Internet, doch äußern die Nutzer über ihn fast nur positives. Vielleicht liegt das auch daran, dass Diehl trotz seines Erfolgs auf dem Boden geblieben ist. Im Mai 2009 wurde er zum ersten Mal Vater. © dpa
Belegt Rang zwei der beliebtesten deutschen Promis im Web: Schauspieler Daniel Brühl. Über sich selbst sagt Brühl, der Erfolg komme ihm fast zu schnell. © dpa
Die beliebteste deutsche Frau im Internet heißt Diane Kruger. Die weltweit erfolgreiche Schauspielerin belegt Rang drei der Liste. © dpa
Jürgen Vogel ist bekannt für seine Unkompliziertheit und Natürlichkeit. Der Schauspieler ist der viertbeliebteste Deutsche im Internet. © dpa
Hannah Herzsprung ist eine wunderbare junge Schauspielerin und auch als Mensch ein Vorbild. Deshalb landete sie auf Rang fünf der beliebtesten Deutschen im Internet. © dpa
Was für eine Frau! Schauspielerin Marie Bäumer belegt Platz sechs der beliebtesten Deutschen. Auch wegen der äußerlichen Ähnlichkeit wurde Marie Bäumer von einigen Kritikern schon mit Romy Schneider verglichen. © dpa
Das Multitalent: Stefan Raab, hier bei der Verleihung der goldenen Henne im September 2009, ist nicht nur viel diskutiert. Nein, die deutschen Internetnutzer mögen ihn auch und äußern sich positiv über ihn. Er landet auf Platz sieben. © 
Barbara Becker ist die achtbeliebteste Deutsche im Internet. Sie ist wohl die berühmteste Ex-Frau Deutschlands, ihre Trennung von Boris Becker hat ihrem Ruhm nicht geschadet, vielleicht sogar genutzt. © ap
Sängerin Sarah Connor belegt Platz neun auf der Liste der deutschen Stars, über die sich die Internetnutzer meist positiv äußern. © obs/ALWAYS
Auch Schauspielerin Heike Makatsch kann sich über positive Postings freuen. Sie landete auf Rang zehn der Liste der beliebtesten deutschen Promis im Web. © dpa

Die Möchtegern-Erwachsenen

Der Gruppe gehören 14 Prozent der Jugendlichen an. Kleidung und Aussehen ist bei ihnen zweitrangig, weshalb sie sich selbst auch als unauffällig, sozial, häuslich und heimatnah bezeichnen. Sie grenzen sich gegenüber ihren Altersgenossen ab und halten sich für erwachsener und vernünftiger. Ihr Bildungsstand ist mittel bis hoch. Engagement halten sie für „lobenswert“, vor allem wenn es für eine Sache ist und nicht dagegen.

Typischer Zukunfts-Satz:

„Ich habe eine ganz genaue Vorstellung. Ich möchte eine Familie haben, mit zwei, drei Kindern, in einer Wohnung oder einem Haus leben. Und ich möchte studieren, möchte einen sicheren Job kriegen und ein Leben führen, das mir Sicherheit und Geborgenheit gibt“, sagt eine 17-Jährige.

Die Materialisten

Schmuck, Kleidung und Schuhe sind ihr Lebensinhalt, weil das ihnen die Anerkennung der Gleichaltrigen sichert. Die 12-Prozent-Gruppe lebt im Hier und Jetzt, möchte Spaß und ein „gechilltes Leben“ statt sich von Autoritäten das Leben erklären zu lassen. Wichtig sind vor allem Shoppen, Partys und Urlaub. Die „Materialistischen Hedonisten“ sind wenig bis mittel gebildet und fordern ihr Recht auf exzessive Feiern ein, lehnen aber illegale Drogen und Aggressivität ab. Ihre Werte sind Harmonie, Zusammenhalt, Treue, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Anstand. Engagieren wollen sie sich nur im Freundeskreis – alles weitere bringt ihrer Meinung nach eh nix.

Ihr Zukunfts-Satz:

„Ich habe immer gemeint, dass ich nicht auf den Taschen von meinen Eltern sitzen will. Ich schau, dass ich ganz schnell fertig bin, und dass ich mein eigenes Geld verdiene“, sagt eine 16-Jährige.

WAS.

Auch interessant

Meistgelesen

Trump ruft in Live-Sendung an und redet sich um Kopf und Kragen: „Ohne mich ...“
Trump ruft in Live-Sendung an und redet sich um Kopf und Kragen: „Ohne mich ...“
Zukunft von Sachsen: „Kenia-Koalition“ will am Sonntag Koalitionsvertrag vorstellen
Zukunft von Sachsen: „Kenia-Koalition“ will am Sonntag Koalitionsvertrag vorstellen
TV-Star beleidigt Jungen auf Klima-Demo - „Kleiner Pisser“
TV-Star beleidigt Jungen auf Klima-Demo - „Kleiner Pisser“
Terror auf der London Bridge: Held korrigiert Narwalzahn-Missverständnis
Terror auf der London Bridge: Held korrigiert Narwalzahn-Missverständnis

Kommentare