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Exklusiv: Söder-Wende! Lockerungen schon beim nächsten Gipfel - auch für die Bundesliga?

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Von: Christian Deutschländer

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Bayern-Fan
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder neben Uli Hoeneß. © Peter Kneffel/dpa

Markus Söder will seine Corona-Politik neu gestalten. Sogar auf einen Teil der Kritiker auf den Corona-Demos will der CSU-Chef zugehen, sagt er im Merkur-Interview. An der Impfpflicht hält er aber fest.

München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) will auf Kritiker der Corona-Regeln zugehen und seine Politik künftig besser erklären. „Wir müssen erkennen, dass die Gesellschaft mehr von uns erwartet, als jeden Tag nur neue Verordnungen zu erlassen“, sagte Söder dem Münchner Merkur*.

„Wir müssen künftig genauer und verständlicher begründen, was wir tun.“ Dazu gehört auch, dass Söder bereit ist, trotz stark steigender Infektionszahlen die Regeln zu lockern. „Bisher schildern uns Experten eine geringere Zahl an Patienten in den Krankenhäusern und mildere Verläufe“, sagte er. „Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhältnismäßig sind.“

Bayern in der Corona-Krise: Söder denkt an schnelle Lockerungen - für Bundesliga und Kultur

Söder kündigte an, bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 24. Januar sei ein guter Zeitpunkt, bei den Regeln nachzusteuern. Unter anderem solle bundesweit und mit der Bundesliga darüber gesprochen werden, wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen.

Für Bayern kündigte er an, dass mittelfristig wieder jeder zweite Platz bei Kulturveranstaltungen besetzt werden dürfe. Die Grenzen für die Hotspot-Regel, die derzeit ausgesetzt ist*, sollen neu gefasst werden – ein Lockdown erst ab weit höherer Inzidenz als 1000, kombiniert mit einem Blick auf die Belegung der Intensivstationen. Tenor: Wenn nicht unbedingt zugesperrt werden muss, bleiben Gastronomie, Hotels, Sport, Kultur und Weiterbildung geöffnet. Aus der Kultur kam zuletzt scharfe Kritik an den geltenden Regelungen.

Söder will sich um Teil der Corona-Kritiker bemühen: „Hinhören ist der erste Schritt zum Heilen“

An einer allgemeinen Impfpflicht hält Söder indes fest. „Die Impfpflicht hängt nicht nur mit Omikron zusammen. Wir wollen auch alle künftigen Mutationen überwinden können – raus aus dieser Corona-Endlosschleife, und endlich wieder mehr Freiheit“, sagte er dem Merkur. „Wir wollen wieder frei und unbeschwert von Corona leben. Leider geht das nur über das Impfen, und daher ist diese eine Pflicht in der Abwägung besser als dauerhaft Hunderte von einzelnen Regeln und Verordnungen in allen Lebensbereichen.“ Weiter sagte Söder über die Impfpflicht: „Ja, es kann zunächst zu mehr Diskussionen führen, aber am Ende führt die Impfpflicht zu mehr Frieden.“

Söder kündigte an, das Gespräch mit Kritikern der Maßnahmen zu suchen. „Bei diesen Demos sammeln sich unterschiedliche Gruppen“, sagte er im Interview: „Die rechtsradikale Szene – die unsere Demokratie zu destabilisieren versucht. Dagegen müssen wir vorgehen: Hass und Hetze müssen bekämpft und auch ein Verschwörungskanal wie Telegram blockiert werden.“ Es gebe aber auch eine andere Gruppe, um die man sich stärker bemühen müsse, sagte der CSU-Chef: „Menschen, die einfach verunsichert und beschwert mitlaufen. Mit ihnen müssen wir wieder ins Gespräch kommen. Denn nicht jeder, der skeptisch ist, ist ein Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker oder Rechtsradikaler. Mehr hinhören ist der erste Schritt zum Heilen.“ (cd) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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