Vortrag bei bayerisch-hellenischem Verein

Bissige Rede: Söder tratzt Griechen

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Markus Söder (l.) und Stavros Konstantinidis stellten die bayerisch-griechische Freundschaft auf die Probe. Ursula Münch von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing moderierte.

München - Das war eh mutig: Die Griechische Akademie, ein Verein zur Förderung des bayerisch-griechischen Dialogs, hat zu seinem Jahresempfang in München den bayerischen Finanzminister Markus Söder (48, CSU) als Redner eingeladen.

Thema am Mittwochabend war: „Finanzpolitik im Euroraum“. Zündstoff! Denn klar: Auch wenn im Publikum viele Griechen sind, kann man nicht damit rechnen, dass Söder die neue griechische Regierung und deren Umgang mit den Geld lobt. Tatsächlich hält er eine richtig bissige Rede – dafür erntet er Raunen aus dem Plenum.

Zum Beispiel in dieser Szene hier: Söder vergleicht die griechische Regierung und ihr Herangehen an die EU mit einem Sparkassen-Kunden. Der sagt: „Ich habe zwar 80 Millionen Schulden bei euch – aber ich verspreche, dass ich jedes Jahr zwei Euro zurückzahle.“ Söder: „Dafür ernten Sie bei der Bank keinen Applaus …“ Grundgedanke der Rede: Die griechische Regierung ist selbst verantwortlich für ihre Entscheidungen – und sie wird nur mit Solidität weiterkommen. Söder lächelt: „Griechenland muss nicht bayerisch werden. Aber schaden würde es nicht …“

Dazu passt dann auch, dass Söder selber schon mal die (Gaudi-)Anfrage bekommen hat, ob er nicht griechischer Finanzminister werden wolle. Trockene Antwort: „Das ist nicht Teil meiner Karriereplanung.“ Und bayerische Finanzbeamten nach Griechenland schicken? Nein, auch nicht – das wäre ein Eingriff in die Souveränität. „Und zu gefährlich wär’s mir auch …“ Nächstes Grinsen.

Immerhin: Akademie-Vorstand Stavros Konstantinidis (48) kann’s an Biss und Humor mit Söder aufnehmen. Er überreicht ein Gastgeschenk: „Das ist eine Flasche Wein vom Berg Athos. Wer den trinkt, der vergisst, was er gesagt hat.“ Prost!

Uli Heichele

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