Somalia: Innenminister bei Bombenanschlag getötet

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Somalias Innenminister Abdishakur Sheik Hassan (Mitte, Archivbild vom Februar 2011) wurde bei einem Bombenanschlag getötet.

Mogadischu - Der somalische Innenminister ist nach Angaben eines Regierungssprechers bei einem Bombenanschlag in seinem Haus in Mogadischu getötet worden.

Abdishakur Sheik Hassan sei im Krankenhaus an den schweren Wunden gestorben, die er durch Bombensplitter erlitten habe, sagte am Freitag der Sprecher des Informationsministeriums, Abdifatah Abdinur.

Neben dem Toten sei im Haus auch die Leiche einer Frau gefunden worden, die möglicherweise den Anschlag auf den Minister verübt habe, sagte Abdinur. Ein Verwandter Hassans, der Parlamentsabgeordnete Mohamud Abdullahi Weheliye, erklärte, die Nichte des Ministers habe den Anschlag ausgeführt. Sie sei von der islamistischen Al-Schabab-Miliz geschickt worden, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida nachgesagt werden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es vorerst jedoch nicht.

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Die Polizei untersuche noch, ob es sich tatsächlich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe, sagte Abdinur. Das Haus des Ministers liegt in einem Wohnviertel, in dem viele Regierungsmitglieder und Parlamentarier leben, und ist gut gesichert.

Islamische Extremisten setzen im Kampf gegen die instabile somalische Regierung immer wieder Selbstmordattentäter ein. Erst am Donnerstag hatte sich ein Mann im Hafen der Hauptstadt in die Luft gesprengt und einen Zivilisten getötet.

Unterdessen eröffneten Soldaten bei Protesten zur Unterstützung von Ministerpräsident Mohamed Abdullahi Mohamed am Freitag das Feuer auf Steine werfende Demonstranten. Ein Jugendlicher sowie ein Soldat, der die Seiten gewechselt habe, seien erschossen worden, berichteten Augenzeugen. Der beliebte Regierungschef soll nach den Plänen eines unter internationaler Vermittlung zustande gekommenen Abkommens zurücktreten. Die Demonstranten werfen Präsident Sheik Sharif Sheik Ahmed vor, den Regierungschef im Rahmen des von den UN gestützten Abkommens zu “opfern“, um selbst an der Macht zu bleiben.

Von Abdi Guled und Malkhadir M. Muhumed

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