Spanier fordern mehr Härte gegen ETA

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Tausende Spanier demonstrierten gegen die ETA und forderten mehr Härte gegen die Terror-Organisation.

Madrid - Konservative Spanier machen mobil gegen die ETA. Sie wollen verhindern, dass Anhänger der Organisation bei den anstehenden Wahlen kandidieren. In Frankreich lieferten sich zwei mutmaßliche ETA-Terroristen einen Schusswechsel mit der Polizei.

Tausende Spanier haben für ein härteres Vorgehen der Regierung gegen die baskische Terror-Organisation ETA demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung in Madrid forderten Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero am Samstag auf, ETA-nahe Parteien von den Kommunal- und Regionalwahlen am 22. Mai auszuschließen. "Zapatero Rücktritt", skandierten viele Demonstranten. Die staatliche Nachrichtenagentur Efe bezifferte die Zahl der Teilnehmer auf 19 000, die Veranstalter sprachen von 200 000.

In Frankreich nahm die Polizei am Sonntag zwei mutmaßliche ETA-Terroristen fest, die am Vortag einen Gendarmen bei einem Feuergefecht verletzt hatten. Die beiden Verdächtigen wurden nach Angaben der Behörden in der Ortschaft Croze in der Gegend von Creuse im Zentrum des Landes von Beamten gestellt. Sie lieferten sich mit der Polizei erneut einen Schusswechsel, konnten dann aber festgenommen werden. Am Samstag waren sie mit einem Auto an einer Routinekontrolle der Polizei gestoppt worden. Die mutmaßlichen Terroristen eröffneten das Feuer und gaben auf der Flucht mehrere Schüsse auf einen Streifenwagen ab. Dabei wurde ein Beamter an der Schulter getroffen.

Zu der Kundgebung in Madrid hatte Spaniens größte Vereinigung von Terroropfern AVT aufgerufen. Diese steht der oppositionellen Volkspartei (PP) nahe. Mehrere PP-Spitzenpolitiker nahmen an der Demonstration teil. Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte vor zwei Wochen die kürzlich gegründete baskische Separatistenpartei Sortu (Geburt) für illegal erklärt und somit von der Wahl am 22. Mai ausgeschlossen. Die Partei stehe im Dienste der ETA, hieß es in der Begründung.

Die Separatisten versuchen dennoch, an der Wahl teilzunehmen. Sie riefen dazu das Bündnis Bildu (Versammlung) ins Leben, deren Kern zwei kleinere, legale Baskenparteien sind. Die Regierung kündigte an, Bildu genau unter die Lupe zu nehmen. Deren Kandidaten sollen auf etwaige Verbindungen zur ETA untersucht werden. Die Terror-Organisation hatte im Januar eine "dauerhafte Waffenruhe" verkündet und verlangt Verhandlungen mit der spanischen Regierung. Diese lehnt aber jeden Dialog ab und fordert die Auflösung der ETA.

dpa

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